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  • AEG wusste von Michaels schlechtem Gesundheitszustand

    3. September 2012

    Zwischen AEG Live, dem damaligen Konzertveranstalter der in 2009 geplanten This Is It Tour, und der Versicherung Lloyds aus London, welche die Konzerte versicherten, ist noch immer eine Klage über $ 17.5 Millionen offen. Gemäss unseren Berichten vom Januar 2012, weigerte sich Lloyds, dem Veranstalter den zuvor erwähnten Betrag auszubezahlen, da sie von AEG Live nie die aufgeforderten Schlüsselinformationen über Michael Jacksons Gesundheitszustand erhielten. Seitens der AGE Live, mit Randy Phillips als Präsident, hiess es immer, Michael sei bei guter Gesundheit gewesen.

    Nun sind jedoch E-Mails aufgetaucht, die das Gegenteil beweisen sollen. Die vertraulichen E-Mails zwischen Randy Phillips und Tim Leiweke, dem Präsidenten der Anschutz Entertainment Group (AEG), zeigen deutlich, dass der Konzertveranstalter über den Gesundheitszustand von Michael Jackson Bescheid wusste. Randy Phillips schrieb am 5. März 2009, am Tag der This Is It Pressekonferenz, in einem E-Mail an seinen Vorgesetzten Tim Leiweke: „MJ ist eingeschlossen in seinem Zimmer, betrunken und niedergeschlagen. Ich versuche ihn auszunüchtern. Ich schrie ihn so laut an, dass die Wände zitterten. Jetzt vor dem Start der Tour ist er emotional gelähmt, geplagt von Selbstverachtung und Zweifeln.“ Eine weiterer Auszug aus einem E-Mail von Paul Gongaware (AEG Live Manager) an Randy Phillips lässt schlimmes erahnen: ”Wir können es nicht forcieren das zu stoppen, was MJ aber versuchen möchte, weil er faul ist und andauernd seine Meinung ändert, um seine Bedürfnisse zu decken.”

    Weiter gibt es eine Nachricht von Kenny Ortega (Direktor der This Is It Konzerte), in welcher er sich gegenüber Randy Phillips zu Michaels Zustand äusserte. Michael habe starke Zeichen einer Paranoia, ängstliches und zwanghaftes Verhalten. Er schlug vor, so schnell als möglich einen Psychiater anzustellen um Michael zu beurteilen. Mitte Juni warnt Ortega ausdrücklich: „Es ist, als wären da zwei Personen. Eine (tief im Inneren) versucht daran festzuhalten, was er war und immer noch sein kann, und möchte nicht, dass wir ihn aufgeben, und die andere Seite ist in seinem geschwächten und besorgten Zustand. Ich denke, wir brauchen eine professionelle Beratung.“ Sechs Tage vor Michaels Tod wurde diesbezüglich eine Sitzung einberufen, in der Conrad Murray (Michael Jacksons Arzt ) versicherte, dass er Michael für die Proben in dieser Woche ready haben würde. Nach dem Meeting belegt ein E-Mail von Randy Phillips, dass er Vertrauen in Murray habe: „Dieser Arzt ist extrem erfolgreich (wir überprüfen jeden) er braucht diesen Gig nicht, er ist völlig unvoreingenommen und ethisch vertretbar.“ Als Michael starb, bezeichnete Randy Phillips dies als schreckliche Tragödie, schrieb aber ein paar Wochen später in einem E-Mail: „Das Leben muss weitergehen. AEG wird ein Vermögen machen mit Warenverkauf, Ticket Einbehaltung, der Ausstellung und dem Film.“

    Es sollen über 250 Seiten an Mitteilungen sein, die zeigen, dass den Führungskräften der AEG Live bewusst war, wie es um Michael Jackson stand. Die E-Mails werden bei der eingangs erwähnten Klage eine grosse Rolle spielen. Die Anwälte der AEG Live liessen verlauten, dass die vorliegenden E-Mails unvollständig seien und nur dazu benützt werden, ein schlechtes Licht auf die Firma zu werfen. AEG Live Anwalt Marvin Putnam dazu: „Wenn man in einem ‘creative arts business‘ tätig ist, wird man mit Individuen zu tun haben, die eine grosse Anzahl Probleme haben. Michael Jackson war erwachsen und es ist herablassend zu sagen, dass er nicht fähig war, sich um seine eigenen Angelegenheiten zu kümmern.“

    Quellen: jackson.ch, latimes.com, cnn.com