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  • Als Bubbles eine Gesangskabine zerstörte

    9. Dezember 2020

    Im Interview mit „Ultimate Guitar“ erinnert sich der Toto-Gitarrist Steve Lukather wie der Song „Beat It“ entstand und an den Tag, als der Schimpanse Bubbles aus dem Studio verbannt wurde.

    Die Bandmitglieder von Toto sind auf praktisch jedem Michael Jackson Album zu hören. So auch Steve Lukather.

    Ultimate Guitar: Du hast mit so vielen grossartigen Menschen zusammengearbeitet. Was war dein erster Eindruck von Michael Jackson? Wie war das erste Treffen?

    Steve Lukather:

    Ich war ein Fan. Ich dachte schon immer, er sei ein grossartiger Sänger und all das. Zu dieser Zeit hatte ich alle Sachen von Quincy [Jones] gemacht.

    Es war nach off The Wall und er sagte mir, er würde mich gerne auf der nächsten Platte haben, also sagte ich, das wäre der Hammer, ich würde gerne auf der nächsten Platte sein. Eine der ersten Sachen, die wir machten, war das Duett mit [Paul] McCartney. Das war ein riesen Ding, mit allem loszulegen. Es war einfach ein Wahnsinnspass, mit diesen Jungs in einem Raum zu sein – sie waren die grössten Stars der Welt – Michael Jackson, Paul McCartney, Quincy Jones, George Martin, Jeff Emrick, wir alle, das war einfach ein Trip.

    Das war ein ‚kneif mich‘ Moment. Es war wie ‚Wie bin ich da reingeraten?‘ Aber Michael war immer wirklich cool zu mir. Ich habe nichts Seltsames gesehen. Ich meine, die ganze Sache mit Bubbles – der Affe – und das Herumtragen von Webster [Emmanuel Lewis] und so weiter, fand ich ziemlich amüsant. Ich habe nichts Merkwürdiges gesehen, weisst du?

    Ultimate Guitar: Er hatte den Affen damals?

    Steve Lukather:

    Er hörte auf ihn ins Studio zu bringen, weil er die Gesangskabine auseinandergenommen hatte und Scheisse an die Wand im Westlake Audio [Studio] geworfen hatte. [Lacht]

    Mann, dieser Affe hatte einfach diese verdammte Gesangskabine in Stücke gerissen. Ich glaube, nach dem haben sie den guten alten Bubbles aus dem Studio verbannt.

    Aber Michael war cool, mann, er war ein Profi. Er hat sich im Studio den Arsch aufgerissen beim Singen. Er wusste, was er wollte und ich schätze, er liebte, was wir taten. er hat uns immer wieder engagiert.





    Ultimate Guitar: Stimmt es, dass der ursprüngliche [Gitarren-] Riff für Beat It als ‚too heavy‘ empfunden wurde?

    Steve Lukather: 

    Ja, das stimmt. Ich tat es im Wissen, dass Eddie [Van Halen]  bereits darauf war. Also dache ich mir, wenn er etwas mit Eddie vorhat, dann lasst uns rocken und richtig hart loslegen. Also vervierfachte ich das Riff mit ein paar Marshalls und so weiter und schickte es ihm rüber. Ich habe alle Gitarren- und alle Bass-Parts gespielt.

    Und er sagte: ‚Das ist zu viel. Die Gitarren sind zu schwer. Ihr müsst einen von euren kleinen Fender-Verstärkern benutzen oder so was.‘ Also ging ich mit meiner kleinen Fender Deluxe rein, und das beruhigte die Sache ein wenig.

    Sie haben es im Mix nicht wirklich aufgedreht. Dann bin ich rübergegangen und habe ein Overdubbing gemacht und mir einige der anderen Rhythmusparts ausgedacht, die auf der Platte sind, während Michael und Quincy im Raum waren.

    Das andere Zeug waren nur ich und Jeff [Porcaro, der verstorbene Toto-Schlagzeuger], die versuchten, alles zum Laufen zu bringen, weil jemand in Eddies Team das 2-Zoll-Band durchgeschnitten und den SMPTE-Code vermasselt hatte, so dass es nicht mehr synchronisiert werden konnte.

    Also mussten wir eine neue Version der alten Version erstellen, die keine Klickspur oder ähnliches hatte. Jeff Porcaro, das Genie, das er war, hat dieses ganze Klickding irgendwie zusammengefügt, und wir konnten die Aufnahme wiederherstellen.

    Ein Teil vom Interview, das Justin Beckner mit Steve Lukather von der Kult-Band Toto führte, kann hier bei „Ultimate Guitar“ gelesen werden.

    Anmerkung von jackson.ch: Steve Lukather hat vermutlich unbewusst ein zeitliches Durcheinander gemacht, als er den Eindruck erweckte Bubbles sie bei den Thriller-Sessions anwesend gewesen. Michael Jackson hatte sich den Affen erst später zugelegt.

    Steve Lukather hat die Story bereits einige Male erzählt, darunter vor einem Jahr bei „Musicians Hall of Fame & Museum“:





    Quelle: jackson.ch, dothaneagle.com