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  • “Michael wartet auf dich!”

    Ueli Meier

    Der Gründer des King of Pop Museums hat Michael Jackson mehrmals getroffen. Thomas Käppeli ist sich sicher: Michael hatte eine dritte Ehefrau.

    Erfahre mehr zu den Ausstellungsstücken im exklusiven Museum und den persönlichen Treffen mit Michael Jackson und dessen Kinder.

     

     

    Am Freitag Abend des 28. August 2009 eröffnete Thomas Käppeli alias „Chäppi“ das King of Pop Museum in Steffisburg. Eine handvoll Fans durften die einzigartigen Räumlichkeiten als Erste betreten.

    Zu gerne hätte Thomas Käppeli diesen Tag gemeinsam mit Michael Jackson erlebt. Vor einer Scretch Limousine, umgeben von den Jackson Doubles Enea und Dany Z, steht er vor da. Die Freude ist ihm ins Gesicht geschrieben.
    Auf der Bühne aber holt ihn die Trauer über Michael’s Ableben ein. „Vor fünf Jahren, als Michael uns gebraucht hätte, war kaum jemand da, keine Medien haben angerufen“, sagt Thomas. Er habe während der Fahrt gemischte Gefühle gehabt, denn das letzte Mal sei er mit Michael Limousine gefahren.
    “Ich bewundere Michael nicht nur als Musiker, Michael ist für mich der wunderbarste Mensch, den ich je kennen lernen durfte”, fährt Thomas Käppeli fort, und: „Ich bin der Überzeugung, dass Michael heute unter uns ist.“

    Michael: „We have to do business together!“kop-museum2
    In der Tat hätte der King of Pop die grösste Freude, das Museum zu besuchen. Goldene Schallplatten, handgeschriebene Notizen und Autogramme, der originale We Are The World Vertrag und der 100-Millionen Award° sind einige der raren oder gar exklusiven Ausstellungsstücke in den weiss gestrichenen Kellerräumlichkeiten. „Fast so wie es Michael wollte“, sagt Thomas Käppeli. Bei seinem letzten Treffen mit Michael hatte er ihm von seinem Traum erzählt, ein Museum zu eröffnen. Michael sei ganz begeistert gewesen und habe gesagt, dass sie unbedingt zusammen arbeiten müssten. „Michael wollte das Museum in Zürich eröffnen und hatte auch sofort optische Vorstellungen: Alles soll dann mit weissen Fliessen und blauen Neon-Lampen ausgestattet sein“, weiss Thomas noch genau. Das war 2002 in Las Vegas. Das erste Mal traf Chäppi sein Idol am 16. April 2001 in der Schweiz. Ohne Wissen der Öffentlichkeit weilte Michael in Elizabeth Taylor’s Chalet in Gstaad.

    Um die Rechte am Namen „King Of Pop“ für seine frühere Michael Jackson Bar zu klären, ist Käppeli einige Jahre zuvor mit Michaels Management in Kontakt getreten. So kam es, dass Michael zwei Bodyguards schickte, die ihn abholten. Selbstverständlich musste Thomas versprechen, bis zu Michael’s Abreise niemandem davon zu erzählen…
    kop-museum-100millionawardVon Chäppis Nase begeistert
    Vor Elizabeth Taylor’s Villa beginnen Thomas Knie zu zittern. Als ein kleines Fenster aufgeht und Michael mit Hut und Sonnenbrille raus schaut, kann Chäppi nicht mehr, sackt in den Schnee und bricht in Tränen aus. Michael gibt Grace Rwaramba, früher bei ihm als Sekretärin und nun als Kindermädchen angestellt, zu verstehen, dass sie reinkommen dürften.
    In der Küche wartet Thomas Käppeli aufgeregt. Plötzlich geht die Tür auf. Prince und Paris stürmen in den Raum. Chäppi ist noch heute von der Szene gerührt: „Prince rannte direkt in mich und drückte an meiner Nase rum, ihn haben meine Sommersprossen total fasziniert.“ Michael selbst begrüsst ihn höflich und setzt sich, will alles über die King of Pop Bar wissen, die Thomas seit 1998 in Thun führt. Bevor das Treffen zu Ende geht, unterschreibt Michael geduldig die Fotos, die Thomas mitgebracht hat.
    Auf einer rosaroten Serviette aus Taylor’s Küche schreibt er eine Widmung unter seine Unterschrift: „love the children“. Als wäre dies alles nicht genug, drückt Michael dem überglücklichen Chäppi zum Abschied einen Teddy Bär in die Arme. Auch der kann im King of Pop Museum bestaunt werden.

    „Michael wartet auf dich!“
    Ende August 2002 überreichen die beiden mit Michael regelmässig in Kontakt stehenden Fans Sandy und Feisal dem King of Pop ein Heft. Thomas Käppeli hatte darin Fotos von Events und der King of Pop Bar zusammen gestellt. Drei Tage später erhält Käppeli einen Anruf: „Michael wartet auf dich!“ Chäppi nimmt den nächsten Flug nach Las Vegas und begibt sich zum Mandalay Bay, dort nämlich soll Michael logieren. Geduldig wartet er bei der Rezeption. 2 Tage lang, doch von Michael keine Spur. Thomas ruft Feisal an, um sich nochmals zu erkundigen. Und tatsächlich, er wartet am falschen Ort. Michael wohnte oberhalb des Mandalay Bay’s im Four Season, das er komplett belegte.

    “Ich liebe dich“kop-museum-thomas-tatoo
    Endlich in der richtigen Hotel-Lobby dauert es nicht lange bis Michael auftaucht. Thomas steht auf und grüsst ihn von weitem. Ohne zögern läuft Michael direkt auf Thomas zu, dem die Freudetränen nur so über das Gesicht laufen. Michael umarmt ihn einfach, obwohl er nicht erkennt, wen er vor sich hat. Erst als ihn der Thuner auf die Foto-Broschüre und ihr Treffen in Gstaad anspricht, kann er sich erinnern. Michael ist in Eile, doch für Chäppi scheint die Zeit still zu sehen: „Er nahm mich an der Hand in seine Limousine und stellte mir erstmal seinen asiatischen Fahrer Kato vor.“ Thomas erzählt dem begeisterten Michael von seinem Traum des Museums. Natürlich muss er ihm auch sein Rücken-Tatoo zeigen, nachdem Michael davon ein Foto sah und wissen wollte, wer das sei. „Michael rubbelte auf meinem Rücken rum, und meinte ganz erstaunt: das geht ja gar nicht mehr weg!“ Dann habe ihn Michael angesehen und gemeint: „Du musst mich sehr gern haben!“ Thomas sagte nur, „ich liebe dich!“

    kop-museum3War Michael verheiratet?
    Während drei Wochen wartet Thomas stundenlang und schafft es wirklich Michael mehrmals zu treffen. Einmal in Begleitung von Chris Tucker. Chäppi kannte nun die versteckte Auto-Ausfahrt, die Michael benutzte. Dort schaffte er es mit ein paar weiteren Fans ein zweites Mal in seine Limousine: Michael fragt, ob er eigentlich kein Foto mit ihm haben möchte. Was für eine Frage!? Nur aus Höflichkeit hatte sie Chäppi bisher nicht gestellt. Zudem habe Michael zu dem Zeitpunkt nur Pijama Hosen und Schlarpen getragen. Und noch etwas fiel ihm auf: Michael trug einen Ring. „Es gab eine zweite Person mit dem selben Ring“, sagt Thomas geheimnisvoll. „Sie schoss das Foto.“ Auf unser Nachhacken gibt er mehr preis. Es sei das Kindermädchen Grace Rwaramba. „Ich habe schon bei unserem Treffen in Gstaad gedacht, dass zwischen den beiden mehr ist, so wie sie miteinander umgingen“, sagt Thomas. *

    Signierter Pass ungültig!kop-museum-pass
    Fast hätte sich Käppeli’s Las Vegas Aufenthalt unfreiwillig verlängert. „Als ich am Flughafen eincheckte, haben die Beamten meinen Pass nicht akzeptiert!“ Chäppi: „Als Michael mir einige Fotos signierte nahm er am Schluss meinen Pass und schrieb Love, Michael Jackson.“ Was das sei, habe der Beamte wissen wollen. Die Erklärung, es handle sich um ein Autogramm vom King of Pop, führte nur zu einem Lachanfall des Flughafen-Angestellten. Der Pass war ungültig. Zum Glück hatte Thomas die zwei Fotos mit Michael bereits entwickelt und konnte sie dem ungläubigen Beamten zeigen. Das hatte Wirkung: Thomas durfte doch noch ausreisen – musste den Pass in der Schweiz aber umgehend abgeben. Nur mit Überzeugungsarbeit schaffte er es, die Seite mit Michaels Autogramm zu behalten. Die steht heute gelocht in der Vitrine des Museums.

    Seit Ende 2002 hörte Thomas Käppeli nie mehr von Michael. Aus der Abmachung der beiden, sich bei Michael’s nächstem Schweizer Besuch zu treffen, wurde nichts. Thomas hatte dem King of Pop versprochen, eine weitere geschnitzte Michael Figur anfertigen zu lassen. Davon hatte er ihm Fotos gezeigt „Als Michael endlich realisierte, dass die Figur aus Holz ist, wollte er unbedingt eine haben“, erinnert sich Thomas.

    Knapp am Tod vorbei
    Aufgrund gesundheitlichen Gründen und eines Bauvorhabens im Selveareal in dem die King of Pop Bar ansässig war, musste Thomas Käppeli die Jackson Bar Anfang 2004 schliessen.
    Später ging Käppeli nah am Tod vorbei. Er erkrankte an einer akuten Kehlkopfentzündung. Auf dem Weg ins Spital erstickte er und fiel für zehn Tage ins Koma. Wie durch ein Wunder konnten ihn die Ärzte im Inselspital zurück ins Leben holen – das erste Mal in Europa, dass ein Patient der an einer Kehlkopfentzündung erstickte, überlebte! Thomas musste motorische Funktionen wie das laufen oder Zähne putzen neu lernen, noch nach zwei Jahren konnte er sich teilweise nicht an Personen erinnern. kop-museum1

    Michal’s friends are my friends!“
    Heute ist Thomas Käppeli zurück im Leben und hat seinen Traum endlich verwirklicht: Das King of Pop Museum ist für die Öffentlichkeit zugänglich.

    Da James Brown zu Michaels grossen Vorbildern gehört, ist auch ein Autogramm der Funk Legende ausgestellt. Auch das konnte Thomas in Las Vegas ergattern. Noch immer hört er James Brown zu ihm sagen: „Michal’s friends are my friends!“

    Das Museum ist gratis zugänglich. Die Ausstellungsstücke sind im von Stephan Linder geführten Restaurant Brasserie 98 in Steffisburg untergebracht.

    Öffnungszeiten, Anfahrt und weitere Infos: www.King-of-Pop-Museum.ch

    Hintergrundinfos:

    ° Der 100 Millionen Award existiert nur vier Mal auf der Welt und ist exklusiv in Thun ausgestellt. Michael erhielt die goldige Auszeichnung für hundert Millionen verkaufte Platten. Nur Ex US-Präsident Bush Senior, der Künstler des Werkes und Michael selbst besitzen ein weiteres Exemplar.

    rwaramba* Gerüchte, dass Michael und Grace Rwaramba heimlich verheiratet seien, kursierten 2007 in den Medien. Der National Enquirer veröffentlichte Immobilien Papiere Jackson’s, auf denen sein Zivilstand als „verheiratet“ angegeben war. Ein anderer Journalist meinte zu wissen, dass dies nicht stimme, da Rwaramaba 1995 einen anderen Mann geheiratet hätte. (Wann sich diese trennten, ist nicht bekannt, Rwaramaba soll kürzlich erneut geheiratet haben). Der Bodyguard Matt Fiddes sagte bereits früher über seinen Arbeitsgeber Michael Jackson, dass er eine geheime Freundin habe, es handle sich um „keine berühmte Person.“ Der Fotograf Ian Barkley sagte: „Grace liebt Michael und er liebt sie. Die Kinder sagen ihr Mom.“ Auch das Sunday Mirror Newspaper zitierten einen angeblichen Insider, der bestätigte, dass Michael mit Rwaramba verheiratet sei, diese wolle aber nicht in der Öffentlichkeit stehen.
    Michael Jackson’s Managerin und Sprecherin Raymone Bain dementierte die Gerüchte.

    Nach Michael’s Tod tauchten in der Sunday Times skandalöse Aussagen Rwarmaba’s über Michaels angeblichen Drogenmissbrauch auf. Obwohl Grace Rwaramba bestritt, je solche Aussagen gemacht zu haben, wurden die erfundenen Aussagen weiterverbreitet.
    Grace Rwaramba, die etwa 15 Jahre an Michael’s Seite war (zuerst als Sekretärin bei MJJ Productions, dann als Kindermädchen) verliess Michael und die Kinder im Jahr 2008. Angeblich wurde sie von Michael Jackson gefeuert. Nach Michael’s Tod wurde sie von der Jackson Familie eingeladen, und soll gemäss verschiedenen Medienberichten nun wieder öfters an der Seite der Kinder Prince Paris und Blanket sein.

    Auch Thomas Käppeli sagte gegenüber jackson.ch, dass Micheal’s Kinder Grace Rwaramba „Mami“ genannt hätten. „Ich war mir sicher, dass sie das Sorgerecht bekommt“, sagt Thomas. Anscheinend müsse aber im letzten Jahr etwas zwischen ihr und Michael vorgefallen sein. Absichtlich machte Käppeli keine solchen Aussagen gegenüber anderen Medien.