Drogenboss bürgte für TDCAU Clipdreh

11. September 2018

Für die Dreharbeiten zu „They Don’t Care About Us“ reisten Spike Lee und Michael Jackson in die gefährlichen Favelas von Rio de Janeiro.

Im Jahr 1996 kursierten Gerüchte in brasilianischen Zeitungen, Michael Jackson habe“ der Drogenmafia in Rio de Janeiro Geld für die Dreherlaubnis sowie für den Schutz des Filmteams“ bezahlt. Regisseur Spike Lee sagte bereits damals, er wisse nichts von Schmiergeldzahlungen.

Nun hat die Zeitung „O Estado de S. Paulo“ das Thema aufgegriffen:

„Wir haben keinen Cent bezahlt. Ich habe nur um Erlaubnis gebeten. Der Typ war ein großer Michael Jackson Fan“, sagt Spike Lee jetzt.

Die Dreharbeiten fanden in den Santa Marta Fravelas statt, an Hügeln am Rande von Rio, die von Márcio Amaro de Oliveira, alias Marcinho VP, kontrolliert wurden. „Um Michaels Sicherheit zu garantieren, mussten wir mit dem Drogenboss Marcinho VP sprechen, weil die brasilianische Polizei sich weigerte, die Hügel des Slums zu erklimmen“, sagte Lee in London.

Schutzverhandlungen / „City of God“

Die in Brasilien geborene „Brown-University“-Absolventin Kátia Lund arbeitete damals für Spike Lee. Er sandte sie, um mit Marcinho VP zu sprechen und um Schutz zu verhandeln.

Spike Lee erinnert sich: „Ich habe Marcinho nicht kennengelernt. Er hat mir eine Nachricht geschickt, dass wir, wenn wir uns dazu entschließen, das Video mit Michael [in der Santa Marta Favela] zu drehen, 1 Million Dollar auf die Straße legen könnten, genauso unsere Filmausrüstung, und niemand würde es berühren.“ Marcinho habe ihm versichert: „Mit Michael Jackson hier wird dies der sicherste Ort der Welt sein.“

Kátia Lund kehrte sechs Jahre später in die Favelas zurück um als Co-Regisseurin den für vier Oscars nominierten Film „City of God“ zu drehen.

Spike Lees neuster Film „BlacKkKlansman“ läuft derweil in den Kinos.

Derweil kursieren unter Fans offenbar Multitracks von „They Don’t Care About Us“. Hier einige aus den originalen Studioaufnahmen erstellte Mixes:

Quelle: jackson.ch, pagesix.com, YouTube.com