Ein Vermächtnis, von dem Kanye West lernen könnte

7. Mai 2018

Kanye West hat eine Welle der Empörung ausgelöst, indem er die 400-jährige Sklaverei in den USA als „eigene Wahl“ bezeichnet hat. Nun hat ein US-Journalist, T. Coates, Kanye Wests Aussagen mit Michael Jacksons „Bemühungen, um weiss zu sein“ verglichen.

Dem widerspricht Autor Joe Vogel: „Die Verbindung, die Coates zwischen Jackson und West zieht, bricht zusammen, wenn man sie genauer betrachtet.“ Michael Jacksons Bewusstsein für seine Rasse sei ungeachtet des veränderten Aussehens stärker geworden.

Über Kanye Wests fragwürdigen Aussagen in einem Interview mit „TMZ“ hat die NZZ folgenden Artikel publiziert: Rapper Kanye West bezeichnet Sklaverei als «eigene Wahl»

Und das SRF berichtet: Berechenbar ist nur seine Unberechenbarkeit

Der US-Journalist Ta-Nehisi Coates verfasste einen Artikel, in dem er Parallelen zu Michael Jackson zieht: I’m Not Black, I’m Kanye („Kanye West wants freedom—white freedom.“)

Auf „Forbes“ wurde nun ein Artikel von Joe Vogel veröffentlicht:

Kanye West Is Not Michael Jackson

Darin schreibt er:

Die Verbindung, die Coates zwischen Jackson und West zieht, bricht zusammen, wenn man sie genauer betrachtet. Bei all den Veränderungen an seinem Äusseren wählte Jackson nie die „Kollaboration“ mit der weissen Vorherrschaft. er hat seinem rassischen Erbe nie den Rücken zugekehrt. In der Tat haben viele festgestellt, dass seine rassische Identifikation stärker wurde als seine Karriere fortschritt.

„Was Kanye West sucht, ist das, was Michael Jackson suchte – Befreiung von den Diktaten, die wir haben“, behauptet Coates. Jackson jedoch wollte nie eine Befreiung von seinem Volk oder seinem Erbe. Tatsächlich, über ein Jahrzehnt nachdem er die Rassenbarrieren bei MTV gebrochen hatte, veröffentlichte er Songs und Videos wie folgendes:





Eine Zusammenarbeit mit dem Filmmacher Spike Lee, „They Don’t Care About Us“ wurde als eine Hymne für die „Black Lives Matter“ Bewegung verwendet. Das Lied ist keine Ausnahmeerscheinung. Sieh dir die Bilder und Botschaften von „Bad“, „Remember The Time“ und „Jam“ an. Prüft die Texte zu „Scream“, „2Bad“ und „History“. Schau dir das Interview mit Oprah an, in dem er unmissverständlich erklärt, dass er stolz darauf sei, ein Schwarzer zu sein.

Ausserdem war Jackson im Gegensatz zu Kanye West nicht unwissend. Seine persönliche Bibliothek enthielt Zehntausende von Büchern, viele davon zur Geschichte der Afroamerikaner. Jackson wurde möglicherweise durch seinen Ruhm isoliert, aber er war sehr neugierig auf die Welt. Er las über Afrika; er las von Sklaverei; er las über Jim Crow und die Bürgerrechtsbewegung; er las über die Geschichte der schwarzen Musik und Kunst; er las – und sah Dokumentationen – über Jack Johnson, Martin Luther King, Muhammad Ali und Nelson Mandela, unter Hunderten von anderen.

Was Jackson demonstrierte, ist, dass Rasse mehr ist als nur körperliche Erscheinung. Seine medizinischen Aufzeichnungen und die Autopsie bestätigten, dass er an Vitiligo litt, einem Zustand, der weisse Flecken auf der Haut verursacht. Diese Krankheit war keine Wahl.

Kein Promi-Künstler ist natürlich immun gegen Fehleinschätzungen. Jackson hatte seinen Anteil. Aber es ist unfair angesichts der Beweise zu sagen, dass er „weisse Freiheit“ wollte.

Jackson wollte Rassengerechtigkeit und forderte dies während seiner gesamten Karriere – in Interviews, Aktionen, Songs, Videos und Performances. Das ist eine Wahl – und ein Vermächtnis – von dem Kanye West lernen könnte.

Quelle: jackson,ch, forbes.com, tmz.com, div.

 

Ein Kommentar zu “Ein Vermächtnis, von dem Kanye West lernen könnte

  1. Glove On The Wall

    Kanye Wer? Wieder so jemand, der genau genommen nur in Amerika wirklich berühmt ist. Hier kennt man den Typ doch nur wegen der unnatürlich großen A.backen seiner Tusse. Sein Billie Jean Remix war das Grotigste was ich je gehört habe.
    Immer diese Vergleiche mit heutigen Künstlern!
    Wenn ich z.B. schon höre Katy Perry hat MJ’s Rekord geknackt… gar nichts hat sie.
    Wenn wir früher einen Song von MJ haben wollten mussten wir dafür entweder das Album für 30 Mark oder die Single/Maxi für 6-10 Mark kaufen. Katy Perry Songs kann man auf jeder öffentlichen Toilette für 99 Cent mit seinem Handy runterladen und selbst die Streams werden heutzutage zu den Verkäufen gezählt. Wenn das zu MJ’s oder Elvis oder Beatles Zeiten so gewesen wäre – Wären dies Künstler verkaufstechnisch unantastbar gewesen. Damals mussten die Künstler Hunderttausende von Platten für einen einzigen Nr. 1 Hit verkaufen. Heute reicht ein viertel davon. Also Kanye verkauf lieber Platten als geistigen Müll zu verbreiten. Musste mal gesagt werden.

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