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Dieses Interview fand am 22. November 2000 statt.




Roger Friedmann, FOX 411

Exklusives Michael Jackson Interview: Neues Album, Neuer Anlass, Neue Outfit

Vergesst alles über die Backstreet Boys und ’N Sync. Der King of Pop ist zurück. Dieser Reporter war glücklich genug, letzte Nacht eine exklusive Audienz mit Michael Jackson  zu haben.

Der erfolgreichste und umstrittenste Künstler der Welt nahm Platz am gemütlichen und eleganten Fifth Avenue Haus der Öffentlichkeitsarbeit Genie Howard J. Rubenstein. Ungefähr 30 Leute waren in Bereitschaft. Die Gelegenheit? Zum Start der „Time for Kids“- Stiftung, ein Auswuchs von Jackson’s „Heal the World“- Stiftung.

Bevor wir ins Detail des neuen Programms gehen, lasst uns über Michael den Superstar reden. Er beendet seine neue Platte, ist zwiespältig mit dem Touren, wird in naher Zukunft ein neues Album mit seinen Brüdern machen und hat seine Kinder vor kurzem zu einer Synagoge gebracht. (mehr darüber unten)

„Mein neues Album soll im März draußen sein,“ sagte er, seine Finger kreuzend. „Ich spielte heute 6 Lieder Sony Music vor und sie sind auf Wolken geschwebt. Sie haben applaudiert. Sie haben sie wirklich geliebt. Jetzt muss ich nur noch mit 5 mehr kommen.“ Das müsste kein Problem werden. Er hat Dutzende aus denen er wählen kann.

Das neue Album hat immer noch keinen Titel. Aber Michael erzählte mir, dass die Songs von ihm, Teddy Riley, R. Kelly und Rodney Jerkins geschrieben und produziert wurden. „Aber sie wissen, ich bin der Verantwortliche,“ sagte er lachend. Kein Zufall, Michael Jackson ist sehr wohl sein eigener Boss.

Wie sah er aus möchte man wissen. Extrem normal, oder zu normal für ihn. Jackson – der viel größer und magerer ist, als man denken würde – trug ein einfaches schwarzes Samt-T-Shirt, unverdeckt, über schwarzen Jeans und einfachen Boots. Er trug eine Sonnenbrille, aber keine Perücke, Maske, Schulterpolster oder andere Scherereien. Er sprach klar und entschlossen, obwohl er etwas von einem „leisen Redner“ hat, wie sie es wohl in Seinfeld nennen würden.

„Ich trage die Sonnenbrille, weil ich so oft weine,“ sagte er in allem Ernst und wahr genug. Er scheint oft zu weinen. „Sie wissen ich bin sehr schüchtern,“ sagte er. „Und ich bin über die Jahre nur schüchterner geworden."

War er immer schüchtern, sogar als er erst mit seinen Brüdern anfing zu spielen, fragte ich ihn? „Nein, auf der Bühne kann ich ich selbst sein. Dann geht es vorbei.“

Er schien nicht so schüchtern letzte Nacht. Er saß auf einem schön ausgestatteten Sofa in einer regulären (für luxuriösen Fifth Avenue Standard) Wohnzimmer und chattete mit total Fremden. Er war leutselig und herzlich. Er war nicht schwach, fragte nicht nach den Knochen des Elefantenmannes, oder machte etwas Eigenartiges. Es gab kein Umfeld. Er kam nur mit einem Assistent, einem sehr netten, gut sprechenden jungen Mann, namens Frank Tyson (absolut keine Beziehung zu Mike, von der ich erzählen könnte).

Ich fragte Michael nach einem Gerücht das einige Jahre im Vorstand der nun verstorbenen A&M Records umherging . Die Geschichte war, dass Jackson Sony Music verlassen würde und sich wieder mit seinen Brüdern, den Jacksons, vereinigen würde. Es ist natürlich niemals passiert. Jetzt sagt Michael: „Erst produziere ich ein Album für meine Neffen, die Gruppe 3T, und dann nehme ich wieder mit meinen Brüdern auf.“ So, jetzt habt ihr es hier zuerst gehört.

Jackson hat auch die Absicht ein Filmstar zu werden. Er wird „The Nightmare of Edgar Allen Poe“ verfilmen, das im nächsten Frühling mit William Malone (House of Haunted Hill) als Regisseur starten wird. Ironischerweise sagte mir gestern jemand von Sony, bevor ich ging um Jackson zu treffen, daß die Gesellschaft versucht, ihn von diesem  Schauspielfehler abzuhalten. Aber wenn Mariah Carey den Versuch bekommt, warum nicht er? Es ist nicht so, daß sein Ruf den Schlag nicht ertragen könnte. Es hat schon den Würfen und Pfeilen der abscheulichsten Unglücke widerstanden.

Michael Jackson: hilft Rabbi, hilft Kindern, plant große Party

„Sie wissen ich bin eine richtige Person,“ sagte Jackson antwortend auf eine Frage des New York Daily News Kolumnisten Mitchell Fink, der mit uns zusammentraf. „Ich habe Gefühle.“ Das war eine Anspielung auf den seltsamen Müll, der über ihn geschrieben wird. Und lasst uns einige Bruchstücke ansehen, ob sie wahr sind.

Aber letzte Nacht begann im Ernst das, was ich das Michael Jackson Reklamations Projekt nenne. Das war eine Bemühung, ein paar Presseleute (ich, Fink) zu zeigen, dass Michael nicht Jacko, sondern ein richtiger Kerl ist, kein seltsamer. Hey, es hat geklappt.

Jackson ist neulich mit Rabbi Shumley Boteach zusammen, einem früheren Lehrer und Prediger der Oxford Universität der Amerikaner, der aber sehr beliebt in London ist. Boteach ist ein orthodoxer Rabbi (das bedeutet extrem religiös) der sich selbst „Der Liebesprophet“ nennt. Weil er ein paar unkonventionelle Bücher verfasst hat, wie eins Koscher Sex genannt wird, wird er von der Lubavitcher Sekte (sehr, sehr religiös) des Judentums geächtet. (Bitte keine Briefe zu diesem Thema, Leute, ich bitte euch)

Shumley, wie er liebevoll genannt wird, sprach leidenschaftlich zu unserer kleinen Gruppe. Erst über Michael, den er kürzlich überall verteidigt, wo Leute ihm zuhören. „Er hatte eine jüdische Privatlehrerin als er ein Kind war. Ihr Name war Rose Fine,“ informierte er uns. Dann erzählte er noch, wie Michael in einzelnen Jahren unverzeihlich in der Presse beschimpft wurde. Wußten wir von seinen menschenfreundlichen Leistungen? Wie seine Heal the World – Stiftung, die Kindern überall zu Hilfe kam.

Shumley erzählte uns. „Er liebt Kinder so sehr, daß er darauf bestand mit mir per Telefon zu sprechen, bevor wir heute Nacht hierher kamen. Er ist kein Bakterienfreak. Ich saß auf dem Boden mit ihm. Seine Kindern und meine Kinder haben miteinander gegessen, Sie hätten es sehen sollen.

Shumley erinnerte auch an ein oft erzähltes Märchen als Michael ein im Endstadium erkranktes Kind  an der Make a wish – Stiftungsfeier; die von Rabbi geschmissen wurde, traf  und der King of Pop nur anfing zu weinen. (Daher die allgegenwärtige Sonnenbrille). „Das war das Posterkind für Leukämie und als Michael davon hörte, war er überwältigt.“ Er bezahlte all ihre medizinischen Rechnungen.

Jackson und Boteach haben sich deutlich verbunden, obwohl Jackson damit gross geworden – und immer noch ein Mitglied – der Zeugen Jehovas ist. „Ich glaube daran, daß man von allen Religionen lernen kann,“ erzählte er mir. „Und ich möchte, dass meine Kinder auch etwas darüber lernen.“ Und obwohl der kleine Prince und Paris Jackson technisch Zeugen Jehovas sind, hat Michael ihnen offensichtlich die Welt von Boteach gezeigt. „Wir brachten sie zu der Synagoge,“ erzählten uns die beiden Männer. „Genau hier in Manhattan. Es war wundervoll.“

Ich habe Boteach, der eine Hingabe zu Michaels Songs behauptet, nicht gefragt was er über Jackson’s Gebrauch des K- Wortes in einem Lied des History-Albums dachte, einem Wort, dass Juden anschwärzte, genau wie das N- Wort die Schwarzen schockte und beleidigte. Ich rate mal sie haben daran gearbeitet.

Boteach (sein Geschriebenes kann man im sogenannten „Beliefnet“ im Web finden, wenn man interessiert ist) arbeitet in New York in der L’Chaim Gesellschaft, einer hoch angesehen Wohltätigkeit, die man unter 212-792-6255 erreichen kann.

Er und Michael haben einige ehrgeizige Pläne. Nächsten Monat werden sie an einer Podiumsdiskussion mit Larry King, Dennis Prager und anderen in Los Angeles teilnehmen. Darauf folgend plant Jackson an der Oxford Universität über das Thema Kinder zu sprechen. Und im Winter wird Jackson einen Fundraiser für $ 50,000 zu Gast auf seiner Neverland Ranch haben, mit seinesgleichen wie Nelson Mandela und Elizabeth Taylor in Bereitschaft – verschiedene andere.

Heal the World/Time for Kids ist zum wecken des Bewusstseins der Eltern, wie wichtig es ist, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Boteach, der Sohn von geschiedenen Eltern, sprach redegewandt über seine Erfahrungen. Er sagte – und ich umschreibe das hier – das er süchtig ist seinen Namen gedruckt zu sehen und erst kürzlich erkannte das sein Name an Stelle davon in die Herzen seiner Geliebten eingeprägt sein soll, wo er etwas bedeutet.

Wie für Jackson - nur Gott weiss, was in dieses Haus gegangen ist - wissen wir alle, daß er keine Kindheit hatte. Er lebte vor uns, im Fernsehen und im Radio.

Jackson ist natürlich das Thema von viel Fauchen und Skepsis wenn es um Kinder geht. Aber lasst uns mit den Vorteilen den Zweifel nehmen. Time for Kids hat Partnerschaftsprogramme mit der UN, Save the Children und der Points of Light – Stiftung.

Es startet auch ein Buchclub, á la Oprah, in dem Jackson einem neuen Buch des Monats, für Eltern zum lesen mit ihren Kindern, beitragen wird. Daran ist nichts falsch.




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