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AT LARGE WITH GERALDO RIVERA
6. Februar 2005 / Fox News

Übersetzung von Daggimarie
Besuche ihre Webseite: Together for a better world

Geraldo Rivera: Wie geht's dir so, Mann?
Michael Jackson: Und dir?

GR: Schön, dich zu sehen.


GR: Hast du noch was zu lächeln.

MJ: Natürlich, ich lächele oft.

GR: So lächelst du, wenn du ins Aufnahmestudio gehst, Musik machst?

MJ: Ja natürlich, ich liebe Musik.

GR: Ist es gut, zurückzukehren zur Musik?

MJ: Das ist fantastisch. Denn ahhh ... Es ist mein Leben. Das ist es, was ich tue.

GR: Du bist so aufgewühlt gewesen, du weißt, möchtest du über deine Gefühle reden?

MJ: Mir geht es gut Geraldo, wie geht es dir?

GR: Trotz allem, was so vor sich geht in der Welt, bist du oaky?

MJ: Ja, mir geht es sehr gut, danke.

GR: Weißt du, es ist wunderbar, dich mit den Kindern zu sehen. Das ist, wie ich meine, der wahre Michael Jackson, den man so noch nicht gesehen hat ... du mit deinen eigenen Kindern, eines in Windeln und die anderen beiden zwei Dreikäsehochs ... Ich weiß nicht, wie du das schaffst ohne ein Kindermädchen.

MJ: Nun, ich genieße es, mich selber um meine Kinder zu kümmern ... das macht Spaß, darum habe ich Kinder, damit ich mich um sie kümmern kann, und es ist so eine große Wohltat für mich, weißt du, es ist ein Vergnügen, es lässt mich glücklich bleiben und lachen und weißt du, es sind wundervolle, süße, unschuldige Kinder.

GR: Ich sah dich gerade, als eine Art Schiedsrichter zwischen dem Nickelodeon (ein Programm?) und dem Disney-Sender agieren. Du kriegtest einige wirklich ernsthafte Probleme, die es zu bewältigen galt. Dabei hast du so eine Art von normalem Leben. Das ist so reizend mit anzusehen.
MJ: Danke. Ich bekomme es von ihnen.

GR: Erzähl mir, was dir Kinder bedeuten, deine eigenen Kinder.

MJ: Sie bedeuten mir, es ist schwer, das in Worte zu fassen, sie bedeuten mir alles. Auf welche Art könnte man erklären, welche Gefühle deine Kinder in dir erwecken ... Sie sind die Welt für mich, ich wache auf und bin ihretwegen für den Tag gerüstet. Ich mache ihnen Frühstück, ich wechsele die Windeln, wenn sie lesen wollen, wir lesen viel, wir spielen Verstecken, wir spielen Blinde Kuh und haben eine wunderbare Zeit miteinander.

GR: Und du erschaffst eine Welt, die zumindest scheinbar normal ist? Sie kennen wahrscheinlich keine andere Welt.
MJ: Ich tue mein Bestes, sicherlich.

GR: Also, hat das offenbar eine Priorität für dich.
MJ: Ja, natürlich. Ich möchte der bester Vater der Welt sein, natürlich.

GR: Wissen sie, wer du bist? Oder was du anderen Menschen bedeutest?
MJ: Ja, das tun sie. Sie sind mit auf Tour gewesen und in der Limousine zwischen einem Meer von Fans.

GR: Mögen sie das?
MJ: Sie finden das aufregend. Sie möchten auf die Bühne. Sie nerven mich, damit ich sie mit auf die Bühne nehme. So dass ich ziemlich sicher bin, ich nehme sie eines Tages mit und lasse die Welt sie das erste Mal sehen.

GR: Sie sagen nicht, "Papi, ich möchte nach Hause und Nickelodeon sehen?"
MJ: (lacht) Wahrscheinlich, wahrscheinlich.

GR: Das machen sie auch.

MJ: Ja.

GR: Nun, wie fühlst du dich, wieder hier zu sein, wieder in einem Aufnahmestudio zu sein, dein Augenmerk wieder auf die Musik zu richten? Ist es eine Erleichterung, im gewissen Sinne?

MJ: Es ist eine große Erleichterung. Es gibt mir das Gefühl, vollkommen zu Hause zu sein. Ich bin bei mir selber. Darum bin ich da. Alle Künste ... sei es Film, weißt du, Musik, jede Art von Kunst, liebe ich.

GR:Wenn du nun die Verkörperung des Zitats, King of Pop, bist, ist das der Moment, wo du dich am wohlsten fühlst. Oder ist es der schöpferische Prozess?

MJ: Der kreative Prozess, ja. Ich bin besessen davon zu kreieren ...

GR: Ich sah dich und Randy, die Art wie ihr zwei Burschen reagiert - es erinnert mich sehr daran, wenn meine Brüder und ich zusammen sind. Wer ist der Leithund?
MJ: Randy.

GR: Das ist nicht das, was ich sah.

GR: Aber, uh, du vertraust deiner Familie.
MJ: Natürlich, das muss man doch.

GR: Ist es ein "Blut-ist-dicker-als-Wasser-Ding"? Oder was ist es?

MJ: Meine Familie ist alles. Es ist Liebe. Das hat man uns gelehrt. Wir sind Freunde bis ans Ende aller Tage, was sehr wichtig ist. Anders als die Öffentlichkeit oder die Presse sagt, wir sind Freunde. Wir lieben einander sehr.

GR: Dann ist die Familie fest verbunden, trotz all dem Zeugs von den Schmierblättern.

MJ: Das ist Sensationshascherei.

GR: Wie gehst du damit um?

MJ: Wie ich mit der Sensationsmache umgehe?

GR: Ja, wie gehst damit um, dass alles in deinem Leben aufgebauscht, übertrieben wird, fast auf einer grotesken Ebene.
MJ: Es ist so, als würde man einen frei erfundenen Film sehen. Denn es ist Fiktion. Es ist, als ob man Science fiction sieht. Es ist alles nicht wahr. Und ich kenne mich selber und es ist traurig, dass man den Menschen solche Sachen zu lesen vorsetzt und sie es glauben.

GR: Geht es dir nicht so, dass du jede Woche eine Pressekonferenz geben möchtest und sagen, dies sind die Gerüchte du jour (des Tages), es ist nicht wahr.

MJ: Ich weiß, die Wahrheit wird schließlich ans Licht kommen und mir geht es um die Wahrheit.

GR: Ich habe nachgeforscht und ich kann niemanden finden, der jemals leichtfertiger beschuldigt wurde als du aus den unverschämtesten Motiven. Einer deiner Anwälte erzählte mir, dass eine Frau, genannt Billie Jean Jackson, anrief und sagte: "Hör auf irgendwelche Geldanweisungen zu akzeptieren, Herr Anwalt, ich bin die Ehefrau - Billie Jean - " offensichtlich von deinem Hit, ich meine, wie ... zu allererst einmal, welche Wirkung hat das auf dich?

MJ: Berührt es mich? Ja, aber ich bin auf eine Art und Weise auch dagegen immun geworden, ich habe eine Rhinozeros-Haut, aber gleichzeit bin ich ein Mensch. Also kann so etwas dich verletzen, aber ich bin sehr stark. Und, ich mag es nicht, wenn die Leute so falsch informiert werden.

GR: Zum Beispiel, bist du im letzten Jahr Vater von Vierlingen geworden?

MJ: Das war ein verrücktes Gerücht.

GR: Dann sind daraus Zwillinge geworden. Ich weiß nicht, was aus den anderen beiden geworden ist, vielleicht sind sie von Aliens entführt worden.
MJ: Ich habe von der Geschichte gehört und habe nicht irgendwelche Zwillinge bekommen. Sagten sie, ich verstecke sie oder irgendwas in der Art? Ein anderes erfundenes Gerücht.

GR: Also ist es komplett unwahr.
MJ: Je größer der Star, umso größer die Zielscheibe. Ich versuche, nicht zu sagen, ich wäre der Super-Duper-Star. Ich sage das nicht. Ich sage, die Tatsache, wenn Leute zu Berühmtheiten werden, werden wir Zielscheiben. Aber die Wahrheit kommt immer ans Licht. Daran glaube ich. Ich glaube an Gott, weißt du?

GR: Hält dich diese Überzeugung aufrecht?

MJ: Natürlich, ja.

GR: Wie steht es mit Freundschaften?

MJ: Wie steht es mit Freundschaft?

GR: Baust du auf Freunde? Haben Menschen zu dir gehalten durch dick und dünn? Wer sind deine besten Freunde?
MJ: Meine Kinder, meine Familie, meine Brüder und Schwestern und yeah, so wie die meisten Leute. Wie die meisten Leute.

GR: Möchtest du die Namen der Getreuen nennen?
MJ: Die Zuverlässigen, du würdest sie nicht kennen, es ist uh ..

GR: Elizabeth Taylor?

MJ: Oh, sie ist sehr loyal, ich sehe Elizabeth Taylor die ganze Zeit über. Sie ist meine liebe Freundin, ich war grade bei ihr Zuhause. Wir haben wunderbare Gespräche nachts, manchmal mehrere Male in der Woche ...

GR: Nun wie lange seid ihr zwei Freunde?
MJ: Ich habe Elizabeth näher kennengelernt, als ich 16 war ..

GR: Und du hast Musik gemacht, seit du fünf bist.
MJ: Ja

GR: Demnach bist du in der fünften Dekade des Musikmachens. Das sind 41 Jahre des Musikmachens.
MJ: Ja

GR: Hast du jemals genug davon bekomemn?

MJ: Nein, nein, überhaupt nicht, davon kriege ich niemals genug (Musik).

GR: Wirklich.


GR: Hast du niemals die Nase von Randy voll? (Was der bloß mit Randy hat, s. oben, der muss da was beobachtet haben, was ihm nicht gefallen hat - anm.)

MJ: (Lacht)

GR: Hier ist er, Damen und Herren.

MJ: Niemals, niemals, niemals. Er (Randy) ist wunderbar. Er ist toll, fürsorglich und großartig, brillant.

GR: Nun, sie sind alle verschieden. Deine ganze Familie ist verrückt, exozentrisch (?) ... wie meine Familie.

MJ: Jeder Bruder, Schwester ist vollkommen unterschiedlich (von den anderen), wie in jeder Familie, man hat all die unterschiedlichen Elemente, das ist, was eine Familie ausmacht.

GR: Wenn du einer solchen intensiven Beobachtung ausgesetzt bist, wie kannst du irgendeine Art von normalem Leben führen. Wie hast du irgendeine Art von Spaß außerhalb deines Anwesens?
MJ: Ich habe das nicht. Ich verlasse manchmal das Anwesen, aber nicht oft. Ich erschaffe meine Welt hinter den Toren, weißt du, denn ich kann nicht in das örtliche Kinotheater um die Ecke gehen, oder in den örtlichen Park am Ende der Straße, oder mir eine Eiskrem auf dem Markt an der Straßenecke holen. Dann wünscht man sich, sich eine Welt hinter den Toren zu erschaffen, und das ist es, was ich versuche und mache. Und das ist nicht nur für mich, wenn ich die Gelegenheit habe, es mit meiner Familie, Freunden, oder wem auch immer zu teilen, dann tue ich es.

GR: Und diese Notwendigkeit für etwas Privatsphäre, lässt all diese verrückten Gerüchte und Spekulationen aufkommen. Ein schwieriger Balanceakt, den du durchmachen musst.

GR: Aber du beschwerst dich nicht, nicht wahr? Ich nicht. Ich versuche es von mir zu schieben. Ich weiß nicht was, bin ich der King of ..... der König von Abgeschossenwerden, vielleicht. Ha ha ha ha.
MJ: “The king of journalism.” "Der König des Journalismus".

GR: Also, was ist nun mit den Kindern in Not? Du erwähntest die Bemühung der Tsunami-Hilfe. Was ist das? Ist es deine Vaterschaft, die dich dazu veranlasst hat?
MJ: Die Fürsorge. Und die Bibel lesen, über Gott zu lernen, Jesus, Liebe. Er sagte, "bringet die Kinder zu mir", "werdet wie die Kinder", "seid wie ein Kind", und "kümmert euch um die anderen". Kümmert euch um alte Menschen. Und wir sind mit diesen Werten aufgewachsen. Dieses sind sehr wichtige Werte und meine Familie und ich, wir sind mit diesen Werten erzogen worden, und sie sind auch heute noch stark in uns verankert.

GR: Was ist wieder mal mit Auftritten von dir in Filmen? Du warst in "The Wiz" und in einigen anderen, aber wir haben dich eine ganze Weile nicht in einer großen Rolle gesehen.

MJ: Ich werde selber Regie führen. Ich liebe die Regiearbeit. Ich liebe das Schöpferische und meine, wenn ein Künstler mit einer bestimmten Art von Inszenierung wegweisend ist, und er sich auf diese Weise selber verwirklichen kann, sollte das getan werden. Ich empfinde das so und ich sehe es vor mir. Ich bin ein Visionär. Ich kann das leisten, ich tue es und das liebe ich auch am Musik machen und Tanzen und den Künsten.

GR: Und glaubst du, dass Kunst eine Rolle im realen Leben spielt? Besonders hinsichtlich dieser Aufnahme und der Tsunami-Hilfe?
MJ: Ich sah es einen Tag nach Weihnachten und als die Anzahl immer weiter eskalierte, wurde es geradezu phänomenal, und ich konnte nicht glauben, dass das wirklich wahr ist. Ich war wie vom Donner gerührt. Ich sagte, ich dachte mir, ich sollte irgendetwas tun. Darum hat Gott uns das Talent gegeben. Zu geben und den Menschen zu helfen, und etwas zurückzugeben. Also entschieden meine Brüder und ich, ein Lied zusammenzustellen.

GR: Was hast du gemacht, hast du den Hörer genommen und sagst: "Hey Brüder?" Was hast du gesagt?
MJ: Wir haben nur darüber gesprochen, dass wir irgendetwas für die Tsunami-Opfer im Studio aufnehmen wollen. Lasst uns zusammenkommen und organisieren wir das. Und sie haben nur gesagt, das ist großartig.

GR: Wie auch immer, du bist wieder da. Ich glaube, die Leute werden die Tatsache begrüßen, dass du zurück bist. Würde dich nicht eine Art von Welt begeistern, in der du dich auf deine Kunst und deine Kinder konzentrieren kannst?
MJ: Das würde ich lieben. Ich meine, dass ist es, was mich vorantreibt. Die Vermittlung. Die Kunst. Das ist die Welt, in der ich mich am besten aufgehoben fühle.

GR: In Gary, Indiana, hast du damals jemals vorausgesehen, wie deine Welt aussieht, wenn du ein 46-jähriger Mann bist.
MJ: Ich habe darüber nicht nachgedacht. Ich wusste, ich wollte in meinem Leben irgendetwas Großartiges auf die Beine stellen, Menschen helfen, und ich war mir niemals eindeutig darüber klar, als ich noch ganz klein war. Ich sang und tanzte einfach und verstand nicht, warum die Leute applaudierten, mit den Händen klatschten und schrien. Das weiß man wirklich nicht. Du weißt nicht warum ...

GR: Als du so aufgewachsen wie auf der Bühne, wann hast du das begriffen? Wann hast du verstanden, welche Stellung du in der Gesellschaft einnimmst?

MJ: Es braucht länger, sobald man älter wird. Man bekommt eine mehr abgerundete Persönlichkeit und dein Verstand fängt an zu wachsen. Du beginnst nach Gründen zu suchen und mehr Sachen zu verstehen, nachzuforschen.

GR: Ist es nicht schön, eine Konversation im Fernsehen zu haben, in der die Leute hören können, dass du ganz gewöhnlich, normal und vernünftig bist.

MJ: Mir gefällt dies hier schon die ganze Zeit. Ich kann ich selber sein.

GR: An einem bestimmten Punkt vollzogen Michael Jackson und die Brüder Jackson eine Art von künstlerischer Trennung, ist dies der Moment in deinem Leben, wo ihr wieder zusammenkommt? Offenbar willst du deine Solokarriere fortsetzen, aber was ist mit dem großen Plan, was ist der große Entwurf in diesem Stadium deines Lebens? Was ist noch unerreicht? Was möchtest du gerne tun?
MJ: Es wird noch eine Menge Überraschungen geben. Ich liebe Filme. Es ist fortschrittlich, das Medium an einen neuen Platz zu bringen. Ich benutzte das Medium Musikvideo als ein Kurzfilm-Medium, um mich auf ein höhere Stufe zu begeben. Ich habe ein Menge Spaß daran.

GR: Siehst du jemals zurück und sinnst darüber nach, ach du meine Güte, Thriller ist das am meisten verkaufte Musikstück, wirst du jemals daran vorbeikommen?

MJ: Ich versuche, nicht zu sehr darüber nachzudenken, denn ich möchte nicht, dass sich im Unterbewusstsein festsetzt, das hast du alles schon geschafft, es gibt nichts mehr zu tun. Darum stelle ich in meinem Haus keine Trophäen hin. Du wirst keine goldene Schallplatte in meinem Haus finden. Das lässt dich denken, du hättest alles erreicht. Sieh, was du erreicht hast. Ich möchte das Gefühl haben, nein, ich habe jetzt nichts getan.

GR: "Der King of Pop" und und nun sehe ich einige dieser Darsteller - da sind neue - da gibt es 50 Cent und andere - ich vergesse seinen Namen, aber sie sind wohlbekannt, denn sie überlebten Gewaltattacken, bei denen sie fast gestorben wären, und sie sind Teil dieser Hip-Hop-Sache - es ist eine andere Ära der populären Musik - meinst du, du willst mehr wie sie sein - mehr die Art der Großstädte - oder wird die Welt zu mehr Pop und traditionellem Rock zurückkehren?

MJ: Große Musik und große Melodien sind unsterblich. Die Kulturen ändern sich, Mode ändert sich, Bräuche, große Musik ist unsterblich. Wir hören heute immer noch Mozart , Tschaikowsky, Rachmaninow, jeder von ihnen ist einer der ganz Großen. Große Musik ist wie ein großartiges Stück Skulptur, ein großartiges Gemälde. Es hat für immer Bestand. Das ist eine Tatsache.

GR: Auf der anderen Seite, ich interviewte Barbara Streisand an einem zentralen Punkt in ihrer Karriere, sie war dabei mit den BeeGees ein Duett aufzunehmen und anderen populären Künstlern - sie änderte das Tempo irgendwie, um die Leute zu überraschen.
MJ: Davon habe ich bereits eine Menge gemacht ... Ich rappe nicht wirklich, aber ich könnte ... ich habe Songs mit Rap-Einlagen geschrieben für berühmte Rapper, aber darin sie sind viel besser als ich.

GR: Würdigst du nicht, trotz deines isolierten Lebens und trotz der Tatsache, dass du schon so lange ein Star bist, dass du immer noch das hast, was erscheint als eine sehr hingebungsvolle und tiefgehende Beziehung mit der Gemeinschaft. Unterstützt dich das? Hält dich das aufrecht? Stimmst du darin mit mir überein?
MJ: Ja, ich stimme zu, denn es ist wichtig, seine Nachbarn zu lieben ....

GR: Aber woher kommt das ... woher kommt diese fast instinktive Liebe deinerseits.
MJ: Ich glaube wahrhaftig, es kommt durch meine Mutter und Gott (instinktive Liebe). Die Art, wie wir aufgewachsen sind. Die Werte, die unser Vater uns in der Jugend einimpfte. Sie hatte immer die Bibel zur Hand und lehrte uns - wir mussten die ganze Zeit zum Gottesdienst. Vier Mal in der Woche, und ich bin froh, dass wir das taten, denn diese Werte sind sehr wichtig. Ich weiß nicht, ob ich alles gut gemacht hätte ohne sie.

GR: Verbringst du noch Zeit mit deiner Mom und Dad? Sei sind nicht ganz weit weg von hier? Und wie ist dein Verhältnis alles in allem? Mir ist meine Mutter sehr nahe, offensichtlich.

MJ: Es ist großartig. In diesem Stadium tendiert man mehr anzuerkennen, was deine Eltern für dich sind und was sie für dich getan haben. Du beginnst zurückzuverfolgen, wo du in deinem Leben stehst und all die wundervollen Dinge, die sie dir eingeimpft haben. Du beginnst, sie besser kennenzulernen. Ich fange an, eine Menge Dinge zu erkennen. Wesenszüge, beeinflusst durch meinen Vater und meine Mutter.

GR: Mein Freund Cheech, der dich kennt, dessen Partner Tommy Chong half euch Jungs zu entdecken, "Bobby Taylor and the Vancouvres", er sagt, dass, je älter er wird, er im Spiegel das Gesicht seines Vaters sieht (.

MJ: Ich bin in vielerlei Hinsicht wie mein Vater. Er ist sehr stark. Er ist ein Kämpfer. Er lehrte uns, immer mutig zu sein und an seine Ideale zu glauben und ihnen treu zu bleiben. Und was auch immer geschieht, es gibt keinen Stern, der zu weit wäre, ihn zu erreichen und niemals aufzugeben. Und unsere Mutter hat uns das ebenfalls gelehrt.

GR: Also bist du auch ein Kämpfer? (I'm a lover not a fighter - anm.)

MJ: Absolut.

GR: So siehst du dich selber?
GR: Erzähl uns mehr darüber, wie du dich selber siehst?

MJ: Ich versuche freundlich und großzügig zu sein, den Menschen zu geben und das zu tun, von dem ich glaube, dass Gott möchte, dass ich es tue. Manchmal bete ich und sage "wohin willst du mich als Nächstes führen, Gott? Was möchtest du, dass ich tue?" Ich bin in dieser Beziehung immer sehr spirituell gewesen. Aber das ist nichts Neues.

GR: Hast du schon den Film "Finding Neverland" gesehen oder über J. M. Barrie gelesen, der Mann, der "Peter Pan" schrieb?

MJ: Ich weiß eine Menge über Mr. Barrie und bin seit vielen vielen Jahren sein Fan.

GR: Wie du weißt, hatte er einen steinigen Weg, ähnlich wie deiner, ich möchte darauf nicht zu sehr eingehen. Erzähl uns, was hat dich veranlasst Neverland zu erschaffen. Ich meine, im besonderen diesen Ort - Es gibt zwei Neverlands, drei Neverlands. Da ist Peter Pans Neverland, da ist das Neverland in Michael Jacksons Kopf, und dann gibt es den realen Ort, den du aufgebaut hast, dort, wo ich dich besuchte, als du all die Kinder aus den großen Innenstädten herbrachtest. Warum hast du diesen Ort geschaffen?

MJ: Ich erschuf Neverland als Heimat für mich selber und meine Kinder, und es wurde einfach gebaut, es war fast als wäre es wie im Unterbewusstsein geschehen, wie ich schon früher sagte, wohin kann ich gehen? Ich meine, es ist schwer. Ich habe versucht, draußen herumzulaufen, so wie ich bin, und da war ein Polizist und der sagte mir, "verkleide dich! Und gib mir ein Autogramm für meine Frau!" Sie sagen mir, "warum läufst du ohne Sicherheitsleute herum?" Ich kann das nicht. Manchmal tue ich es, aber es ist sehr schwierig.

GR: Aber du hast Neverland vor deinen Kindern erworben, war es für dich? Die exotischen Tiere, waren sie für Michael Jackson?
MJ: Für mich und es mit anderen zu teilen. Es gab mir eine Gelegenheit zu tun, was ich nicht tun konnte, als ich klein war. Wir konnten nicht ins Kino gehen. Wir konnten nicht nach Disneyland. Wir konnten all diese spaßigen Dinge nicht tun. Wir waren auf Tour. Wir haben hart gearbeitet. Und wir haben das genossen. Aber dieses erlaubte mir, einen Ort hinter den Toren zu haben, wo die ganze Welt, so wie ich sie liebe, zu finden ist.

GR: Du hast, wie Barrie, diese imaginäre Welt erschaffen, bist du jemals darüber hinausgewachsen, Michael? Hast du jemals gedacht, das ist töricht, die Lamas zu haben und die Choo-choo-Bahnen und die Fahrgeschäfte?

MJ: Es ist, als wenn du Gott töricht nennen würdest, denn Gott machte all diese Dinge, große und kleine. Andere Männer haben ihre Ferraris und ihre Flugzeuge oder Helikopter, oder sonst was, worin sie ihre Glückseligkeit finden. Meine Glückseligkeit besteht in Geben und Teilen und einfach nur unschuldigen Spaß zu haben.

GR: Deine Heime. Vor allem die Erhabenheit von Neverland. Dein Heim ist ganz bescheiden. Und dein persönlicher Stil. Ich seh' da nirgendwo was blinken, zum Beispiel. Wie kommt es, dass du keinen großes Diamanten-Ding trägst, das uns sagt: Michael?

MJ: In dieser Sache bin ich bescheiden. Wenn ich so etwas anhätte, ich würde es wahrscheinlich dem ersten Kind geben, das sagt, "wow, ich mag deine Halskette". Als ich heranwuchs, da waren Stars wie Sammy Davis, Fred Astaire, Gene Kelly ... wenn ich etwas bewunderte, was sie trugen, wenn ich einfach sagte, "ich mag dieses Hemd, das du trägst," sie hätten es mir gegeben. Das ist eine Showbusiness-Eigenart. Gib es her.

GR: Trotzdem du im grellen Scheinwerferlicht der Medien stehst, und sogar an dem Tag, als ich dort war und die Großstadtkinder eingeladen hattest, was ist es, dass du Kinder dort haben möchtest? Warum tust du das? Ich wollte dich an diesem Tage fragen, aber ich stelle dir die Frage jetzt.

MJ: Ich bin acht Mal durch die ganze Welt gereist. Ich war in so vielen Krankenhäusern und Waisenheimen wie ich Konzerte gegeben habe. Aber natürlich, das wurde (von der Presse) nicht berichtet. Darum tue ich es nicht, wegen der Berichterstattung. Ich tue es von Herzen. Und es gibt so viele Kinder in der Stadt, die noch niemals die Berge gesehen haben, die noch nicht mit einem Karussell gefahren sind, die kein Haustier, kein Pferd oder Lama haben, niemals gesehen haben, also öffne ich die Tore und sehe diese Glückseligkeit, eine Explosion von lautem Gelächter der Kinder und sie fahren mit den Achterbahnen, ich sage, "Danke dir, Gott". Ich fühle, Gottes zustimmendes Lächeln gewonnen zu haben, denn ich tue etwas, das anderen Freude und Glück bereitet.

GR: So, du bist deinen Geschwistern nahe? Wie berührt es dich, wenn sie in irgendetwas verwickelt werden - wie Janets Superbowl-Aufregung. Erzähl mir einfach, was du als Bruder und Zuschauer darauf reagierst?

MJ: Oh, ich kann nicht für meine Schwester sprechen. Aus Liebe. Eigentlich habe ich es mir genau angesehen, und sah es nicht. Ich war mit einem Freund meines Haus, Ron Burkle, zusammen und wir waren in einem Kino, es war riesig auf der Leinwand, und ich habe es dennoch nicht gesehen. Ich hörte diese ganze Kontroverse am nächsten Tag und ich sagte, "Das ist nicht wahr". Ich hatte es einfach nicht gesehen.

GR: Meinst du, die Kontroverse war aufgeblasen? Meinst du, es sei ein Jackson spezifisches Phänomen oder ist es ein gesellschaftliches Zeugnis unserer Zeit in diesem Land?

MJ: Das ist auch eine interessante Hypothese. Es ist beides. Es ist schwer, darauf zu antworten. Ich würde das lieber nicht beantworten.

GR: Hast du sie angerufen und gesagt "komm wegen dieser Kleinigkeit nicht ins Schwitzen"?

MJ: Irgendetwas Ähnliches. "Sei stark. Das geht vorüber." "Mach dir deswegen keine Gedanken." Ich habe schlimmere Dinge gesehen. Ich sagte, "Janet, du bist zu jung, um dich daran zu erinnern, aber als ich einmal die Oscars mit David Niven anschaute, kam ein nackter Mann rausgerannt, blitzschnell. Nun, das war nicht seine Idee. Das war organisiert und niemand - es wurde nicht viel Aufhebens deswegen gemacht." Nur soviel dazu. Das war live, auf der ganzen Welt. Am nächsten Tag war es nur noch ein Witz.

GR: Ich meine, da gibt es eine Jackson-Komponente. Ich meine, die Sache wurde überbewertet. Ich meine, dass es eine Jackson-Sache war, war ein Teil des Grundes.

MJ: Danke.

GR: Also, wenn du weiter mit dieser Aufnahme vorankommst, was haben wir zu erwarten? Werden wir das im Radio hören und können dann die Leute Geld schicken und geht das an diese Kinder in der Region des Indischen Ozeans?

MJ: Das würde ich sehr gut finden.

GR: Nun, erzähl mir, wie dieser Akt der Freigebigkeit, dieses Mitgefühl, dich empfinden lassen wird? Manchmal in meinem Leben, meine ich, fühle ich mich besser beim Geben als beim Nehmen, erkläre den Mechanismus in deinem eigenen Leben.

MJ: Es ist nur eine Idee. Ich weiß nicht, ob es was mit Psychologie oder sonstwas zu tun hat. Ich liebe es nur, hart an etwas zu arbeiten. Es zustande zu bringen. Schweiß deswegen zu vergießen und es dann mit den Menschen zu teilen, und sie dazu zu bringen, es zu lieben und ich bete immer, dass sie mögen. Das ist etwas, das mir als Künstler große Befriedigung verschafft.

GR: Frustriert es dich beruflich oder persönlich, wenn es Leute gibt, die sagen, dieses Jackson-Projekt ist eine Pleite oder wird eine. Deine "Number Ones" Sammlung zum Beispiel, sieben und einhalb Millionen Exemplare verkauft. Nun, ich glaube, das ist ein vierfaches Platin, oder wie immer man das nennt. Und dann die Charakterisierung von einigen in der Musikbranche, zumindest ist, dass du nicht .. du weißt, dass es kein Hit war.

MJ: Ich weiß nicht, von welchem Projekt du sprichst ... von wegen negativer Meldungen. Sensationsmacherei scheint sich besser zu verkaufen als wunderbare, positive Meldungen. Die Leute hören lieber Tratschgeschichten. Meine letzten 8 Alben sind alle als Nummer 1 in die Charts eingestiegen, nun die Leute mögen es, die Dinge zu sensationalisieren (weiß das Wort gibt's nicht, aber mir fällt kein passendes ein - anm.) und Geschichten, Gerüchte und anderes zu erfinden.

GR: Verletzt es deine Gefühle? Möchtest du nicht schreien und sagen, "Hey, wartet mal eine Minute, überprüft die Zahlen!"
MJ: Es gibt eine Übereinstimmung in der Menscheit, die ich nicht mag. Das ist ein Teil davon, aber dann gibt es wieder diese schöne Seite der Menschheit, nicht wahr?

GR: Aber nicht Eminem. Wir haben darüber gesprochen. Ich meine, du solltest das tun. Warum nicht?

MJ: Und wie lautet deine Frage?

GR: Stevie Wonder sagte, er habe überzogen und wie wirklich rüde ist von jemanden ist, der sein Geld mit der Gemeinschaft gemacht hat, diese "Gemeinschaft im Sinne eines Rassisten zu beleidigen" und, das habe ich gesagt, eine freche, heuchlerische Darbietung. Erzähl uns, wie es dich verletzt und wie du jetzt darüber denkst.
MJ: Ich habe Mr. Eminem niemals getroffen, und ich habe ihn immer bewundert, und festzustellen, dass er so etwas tut, das war ganz schön schmerzlich für einen Künstler von einem anderen Künstler, und es ist traurig, denn ich meine, was Stevie Wonder sagte, ist wahr, ich möchte nur nicht noch mehr als das sagen. Er (Eminem) sollte sich für sich selber für das, was er getan hat, schämen. Stevie sagte, er ist ein Scheißdreck, er gebrauchte das Wort. Das ist, was er sagte. Ich sage das nicht, Stevie sagte es. Stevie ist toll. Er ist einer der liebsten Menschen auf der Welt.

GR: Das sagte Stevie und er ist Scheißdreck. So, als Stevie das sagte, hattest du da eine riesengroßes Gefühl der Bestätigung, der brüderlichen Liebe?

MJ: Ich liebe Stevie Wonder. Für mich ist er ein musikalischer Prophet. Ich werde ihn immer lieben. Eine Menge Menschen respektieren Stevie und er ist eine sehr starke Persönlichkeit in diesem Medium, in diesem Geschäft, und wenn er spricht hören die Menschen ihm zu, und es war falsch von Eminem, so etwas zu tun. Ich bin die meiste Zeit meines Lebens Künstler gewesen und ich habe niemals einen Künstlerkollegen angegriffen. Große Künstler machen so etwas nicht. Sie haben das nicht nötig.

GR: Ich erwähnte Janets Fiasko und die übertriebene Reaktion darauf. Noch einmal, denkst du, er tat es nur deswegen, weil er wusste, er würde damit durchkommen, denn es handelt sich um Michael Jackson?

MJ: Yeah. Aber es tut nicht weh. Es ist töricht. Es ist eine Art von Ungebildet sein. Ich hoffe, er hat seinen Spaß gehabt ...

GR: Wie ein anrüchiger Witz. Es verletzt dein Schamgefühl und du möchtest nicht, dass deine Kinder es zu sehen bekommen.

MJ: Oh Gott, das würde ich hassen, wenn sie das sähen. Das würde ich wirklich hassen.

GR: Letztendlich, wir haben uns fleißig bemüht, den Fall zu umgehen, und überhaupt nicht über den Fall gesprochen, der in der Luft hängt. Du unterliegst einem Maulkorberlass. Ich weiß, dass du die Erlaubnis vom Richter bekommen hast, eine Erklärung abzugeben. Ich hasse es, das Interview auf diese Weise zu beenden, aber wenn du das Statement nun lesen möchtest, ich denke, es ist wichtig.
MJ:
 "In den letzten zwei Wochen wurde eine riesige Anhäufung von hässlichen, bösartigen Meldungen in den Medien über mich verbreitet. Augenscheinlich waren diese Meldungen durch eine Niederschrift des Grand-Jury-Verfahrens, der weder meine Anwälte noch ich jemals beiwohnten, gesteuert in die Öffentlichkeit gelangt. Diese Meldung ist ekelhaft und unwahr.
Vor Jahren erlaubte ich einer Familie, Neverland zu besuchen und dort ihre Zeit zu verbringen. Neverland ist mein Heim. Ich erlaubte dieser Familie, in mein Haus zu kommen, denn sie erzählten mir, ihr Sohn sei an Krebs erkrankt und er brauchte meine Hilfe.
Über Jahre hinweg habe ich Tausenden von Kindern, die krank oder in einer Notlage waren, geholfen.
Diese Ereignisse sind zu einem Albtraum für meine Familie, meine Kinder und mich geworden. Ich beabsichtige, mich niemals wieder in eine solch angreifbare und verwundbare Situation zu begeben. Ich liebe meine Gemeinde und habe großes Vertrauen in unser Rechtssystem.
Ich verdiene ein faires Verfahren wie jeder andere amerikanische Bürger. Ich werde freigesprochen und gerechtfertigt werden, wenn erst die Wahrheit ans Licht kommt."

GR: Michael, gibt es noch irgendetwas anderes, was du sagen möchtest?
MJ: Ja. Ich würde mich freuen, wenn das Publikum (die Öffentlichkeit) meine Familie und mich selber in ihre Gebete einschließt. Das wäre sehr freundliche. Danke dir, Geraldo.