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Hip Hop - die Entstehung


„Grandmaster Flash“ (3. von rechts) mit Freunden

Hip Hop entwickelte sich Anfangs der 70er Jahre in New York. Genauer gesagt in den Ghettos von Harlem. Als wichtige Person der Hip Hop Entstehung wird immer wieder der Jamaikaner Clive Campbell alias Kool Dj Herc genannt. Er brachte aufwendige DJ-Techniken aus Jamaika mit und so entstand das für Rap-Musik typische Prinzip des samplen. Immer mehr DJs zeigten ihr Talent auf Ghetto-Partys indem sie von verschiedenen Platten (Funk, Discomusik, Jazz, Reggae, Soul, Gospel usw...) kurze Ausschnitte benutzten und live mit zwei Plattenspielern einen neuen Beat zusammensetzten. Durch die in Jamaika gängigen Sprechgesänge der DJs inspiriert, entwickelte sich schliesslich auch das Rappen. In der Szene wurden Mix-Tapes der DJs verteilt, gesprochen wurde anfangs nur zur Stimmungsanheizung. Man hörte diese Tapes in Ghetto Blastern und versammelte sich dazu. Die jungen Leute begannen, sich reimende Texte, rhythmisch über die Musik zu sprechen. Das Rappen war geboren.

Durch die Ungerechtigkeiten zwischen Weissen und Schwarzen hatten sich ab 1910 über das ganze Land hinweg nach und nach Ghettos entwickelt. Stadteile, welche völlig verwahrlost sind und hauptsächlich von Schwarzen bewohnt werden. Lebt man einmal im Ghetto, hat man kaum eine Chance jemals daraus hinauszukommen. Demzufolge stieg auch die Kriminalitätsrate in den Ghettos unaufhörlich. Tödliche Rivalisierungskämpfe unter Gangs gehören bis heute zur Tagesordnung.


Graffiti in Brooklyn, New York.          Rechts: Momentaufnahme eines Breakdance-Wettbewerb


Mit der Entstehung von Hip Hop sahen viele auf einmal wieder Sinn in ihrem Leben. Durch Hip Hop Wettbewerbe konnten sich die verfeindeten Gangs anstelle von blutigen Strassenkämpfen beweisen. So gab es DJ-Battles (Wettkämpfe, wer am besten Platten auflegt / scratcht ), MC-Battles (gewonnen hat der Rapper, welcher den anderen am geschicktesten verbal fertig macht) und Breakdance-Battles. Allen voran setzte sich Afrika Bambaata, selbst DJ, für diese friedlichen Partys ein. Er gründete die Schwarzen-Bewegung "Zulu Nation".
Breakdance, eine akrobatische Tanzform, entwickelte sich ebenfalls in New York und ist heute ein fester Bestandteil der Hip Hop Kultur.
Immer öfters bewies man sich aber auch mit Graffiti-sprayereien. Natürlich ging es bei den Events auch einfach darum, ungestört Spass zu haben, zu tanzen und Musik zu hören. Kaum jemand konnte sich nämlich die teuren Discoeintritte leisten.
Ein grosser Name von damals ist Grandmaster Flash. Er war einer der Pioniere in der Technik des abmischen der Platten und in Zusammenhang des Scratching (Geräusche durch Hin und Herbewegen der Platte). Laufend wurden neue Mix-Techniken entwickelt. Gegen Ende der 70er Jahre kam der sogenannte Drumcomputer, welcher auch für Techno benutzt wurde, immer häufiger zum Einsatz. Mit ihm können elektronische Klänge erzeugt werden, wie Schlagzeugklänge etc. Jam Master J. soll ihn als erster benutzt haben. Er ist auch der Gründer von Run DMC, einer äusserst prägenden Band des Hip Hop.

Bis 1979 entwickelte sich die Hip Hop Szene ziemlich unbemerkt in den Armenvierteln von New York. In diesem Jahr jedoch wurde ein erstes Rap-Stück populär. Anfangs der 80er Jahre begann sich folglich auch die Musikindustrie vermehrt für Hip Hop zu interessieren. Nach und nach entstanden weitere Hip Hop Szenen in anderen Grossstädten der USA. Neben Run DMC hatten auch Public Emeny oder Ice T. viel Einfluss auf die Entwicklung der Musik und konnten sich auch in den Charts beweisen. Public Emeny waren auch diejenigen, die den "Rap-Gangster" ins Leben riefen (Pose mit Waffen). Damals noch symbolisch als Rebell gedacht, gibt es heute eine Menge "Gangsta"-Rapper.
Hip Hop ist zur Musik des Widerstandes der Schwarzen gegenüber den Weissen geworden. In den Rap-Texten geht es um das schwierige Leben, die Probleme im Ghetto, die sozialen Umstände in den USA werden kritisiert, die Politik in Frage gestellt usw... Hip Hop wurde zum Sprachrohr der Benachteiligten.

Entgegen der Erwartungen erreichte Hip Hop einen immer grösseren Berühmtheitsgrad. Mit Tupac Shakur und Notorious B.I.G hatte Hip Hop Mitte der 90er Jahre seine bisher erfolgreichsten Interpreten. MTV und andere Radio +  TV Sender riefen Hip Hop Sendungen ins Leben. Leider begann in den 90er Jahren auch die Kommerzialisierung des Hip Hop.
Hip Hop hatte sich nun jedoch in der ganzen Welt ausgebreitet. Überall entwickelten sich Hip Hop Szenen, wo in der Muttersprache gerappt wird. Es wird vom Leben erzählt, von Werten, Gefühlen etc.











2Pac an einem Konzert

Quellen: : igork.de/geschichten-hiphop.html , hiphopcontest.ch/history.asp , phaderheadz.de/phaderheadz.de/specials/dipl/dipl.html , home.arcor.de/spirit3018/schule/gesch_hh.htm , hells-music.de/music/hiphop//hiphop.html , djbad.de , musik.1awebseite.de/?page=HipHop , streetlife.net/HipHop , Laut.de (Artisten Infos), eigene Gespräche mit Hip Hop-MC/DJs