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Dora Frei hat uns eine Zusammenfassung eines Artikels vorm Klatsch-Blatt Gala gemailt, den wir euch nicht vorenthalten wollen:

Verraten und verkauft

Noch leben Michaels Kinder abgeschirmt von der Öffentlichkeit bei Oma Katherine. Doch einige aus dem Jackson-Clan versuchen, auf Kosten von Paris, Blanket und Prince das grosse Geschäft zu machen.

So soll Joseph Jackson anfangs Dezember für ein paar Tage in Deutschland sein. Gemäss seinem Europamanager (den hat er anscheinend tatsächlich) wird er „ein paar Termine wahrnehmen“. Dies erinnert an Joes Stippvisite im September. Auch da gab es keinen konkreten Anlass. Der 80-jährige tauchte in Oldenburg auf und machte gegen Bares Werbung für ein Schloss und veranstaltete eine Pressekonferenz, bei der er aber nichts zu verkünden hatte. Einige Wochen nach Joe’s Besuch wird seine Tochter La Toya nach Deutschland kommen, auch, um ein paar Termine wahrzunehmen. Zu den Terminen gehören auch Interviews, die verschiedenen Zeitschriften angeboten wurden. Dabei könne man mit den beiden über alles reden, auch über Michaels Kinder: Details über ihren Umgang mit dem Tod ihres Vaters, die grössten Probleme, wie es ihnen geht, Zukunftspläne. Alles kein Problem, wenn man gewillt ist, eine fünfstellige Summe hinzublättern.

Dies sind Beispiele, wie einige Familienmitglieder der Jacksons versuchen, an Michaels Tod und an seinen Kindern zu verdienen. Die einzige Sicherheit der Kinder ist die Familie. Und sie sind wehrlos. Nun werden sie von den vermeintlichen Vertrauenspersonen ausgebeutet. Allem Anschein nach ist die Familie pleite, ausser Janet und Oma Katherine, die aus Michaels Nachlass Unterhaltszahlungen erhält. Gegen Geld machen und sagen einzelne Clanmitglieder offenbar viel. Immer wieder gibt ein Clanmitglied irgendwo auf der Welt ein Exklusiv-Interview; dessen Lieblingsthema Michaels Kinder sind. Tito beschreibt das Seelenleben der Kinder, Joe denkt über ihre Musik-Karriere nach und Jermaine erzählt, wie seine Söhne mit Paris, Blanket und Prince spielen. La Toya erzählt nebst ihren Mord- und Verschwörungstheorien Details aus den Kinderzimmern: Paris hat ihr Zimmer voll von Postern Ihres Vaters; Prince spricht nach wie vor nicht über den Verlust seines Vaters und Blanket ist sehr traurig und weint viel. Selbst Janet, die sich bis jetzt vergleichsweise zurückgehalten hat, lud den Fernsehsender ABC in ihr Haus in Malibu ein, um aus dem Nähkästchen zu plaudern. Diese Informationen bringen Quoten und helfen, ihr neues Best-of-Album zu pushen.
Jetzt kann man noch vom Rummel um den Tod des Weltstars profitieren.

Ideen, inwieweit Prince, Paris und Blanket für lukrative Aktivitäten eingesetzt werden können, gibt es genug. Michaels Brüder wollen seine Kinder für ihre Reality-Show „The Jacksons: A Dynasty“ vor die Kamera holen. Ihr Auftritt würde die Serie, welche am 13. Dezember in den USA startet, zu einem Quotenhit machen. Jermaine hatte im September ein Gedenk-Konzert in Wien geplant, an welchem auch die Kinder sowie Oma Katherine auftreten sollten. Mangels Zusage von Stars wurde das Konzert abgesagt und soll im Juni 2010 in Londen nachgeholt werden. Bis dahin tingelt Jermaine als trauernder Bruder herum. Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass er in den letzten Jahren keinen Kontakt mit Michael hatte.

Die Frage ist, wie lange Katherine die Kinder noch vor dem Schlimmsten bewahren kann. Noch wirkt die Atmosphäre auf dem Familienanwesen im kalifornischen Encino recht unbeschwert. Prince, Blanket und Paris haben ihre langjährige Nanny Grace Rwaramba wieder, sie kriegen Privatunterricht und machen Ausflüge.

Doch hinter den Kulissen ist die Stimmung allem Anschein nach alles andere als entspannt. Nebst dem Gezerre um die Kinder sorgt Michael Jacksons Testament für Unstimmigkeiten innerhalb des Clans. Bis alle Schulden und Erbschaftssteuern bezahlt sind, bleibt das Erbe in den Händen der Nachlassverwalter. Gemäss Experten kann dies noch länger als 2 Jahre dauern. Aufgrund des Post-mortem-Hype vergrössert sich der Nachlass, jedoch haben die Jacksons keinen Zugriff auf das Geld. Laut Testament sind die Kinder und Katherine die Haupterben. Was jedoch passiert mit Katherines Anteil, wenn sie einmal stirbt? Was geschieht dann mit den Kindern? „Man kann nur hoffen, dass die Situation einige Jahre so bestehen bleibt, bis die Kinder gross genug sind und auf eigenen Füssen stehen können“, so äusserte sich ein Freund der Familie. Michaels Mutter setze die Situation und das juristische Hickhack jedenfalls besorgniserregend zu.

Angesichts dieser Hintergründe wirkt es absurd, wenn Joe und Co. immer wieder betonen, sie machten das nur, um Michaels Vermächtnis zu erhalten. Gemäss BBC-Popmusik-Experte David Oppedisano erreichen sie damit aber eher das Gegenteil. Ein ganzer Industriezweig lebe vom Tod des King of Pop, sagte er. Er sei überrascht, wie sehr selbst seine Schwester und Brüder darin involviert sind. Dies grenze an Geschmackslosigkeit. Er frage sich, wann Michaels Fangemeinde zu meutern beginne und der Geldgier ein Ende setzen werde. Vielleicht beginnt sich das bereits bei Joe’s Besuch in Deutschland zu ändern. Termineinträge gibt es anscheinend auf seiner Webseite noch keine. Stimmt jedoch das Geld, wird sich dies sicher noch ändern.

Zusammenfassung aus GALA, 26.11.2009