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Im Oktober 2009 überraschte Madonna in einem Interview mit Rolling Stones:

Ich war wahnsinnig verliebt in ihn, total verzaubert. Er war irrsinnig talentiert. Die Songs die er sang waren überhaupt nicht kindlich.

Ich traf ihn in den frühen Achtzigern, als ich das erste mal angefangen habe mit meinem Manager Freddy DeMann zu arbeiten, der zu dieser Zeit auch Michael Jackson managte. Ich sah ihn spielen im Madison Square Garden, und ich wurde förmlich weggeblasen. Er war makellos. Es gab eine Party im Helmsley Palace Hotel. Er war sehr schüchtern, aber es war ein Kick für mich.

Ich wünschte ich hätte “Billie Jean” und “Wanna Be Startin Somethin” geschrieben. Welchen Song hab ich nicht geliebt?

(Über die legendäre Oscar-Nacht) Wir haben Filme geschaut, waren Abendessen, haben zusammen rumgehangen, sind zu den Oscars gegangen, sind verrückt gewesen. Er war relaxed. Er nahm seine Sonnenbrille ab, hatte ein Glas Wein, ich brachte ihm zum lachen.

Er scheinte nicht viele enge Freunde gehabt zu haben. Und im letzten Jahrzehnt hat ihn jeder fallen gelassen, oder ihn als verrückt hingestellt. Die Leute haben so viele unwahre Dinge über mich gesagt, und ich dachte nie eine Sekunde das die Anschuldigungen gegen ihn wahr sein könnten. Als er starb hat jeder gesagt was für ein Genie er war, aber es ist wichtig die Dinge zu sagen bevor man jemanden verliert. Es ist eine große Tragödie.

Übersetzung: promicabana.de




Video Music Awards 2009


Video: Janet Jackson - Tribute Performance: Scream (mit Travis Payne u.a.)

Video: Madonna Speechvma09-madonna


Madonna’s Eröffnungsrede über Michael Jackson:

Michael Jackson.... (Publikum kreischt und applaudiert)
Ich habe schon noch mehr zu sagen. Okay, noch mal von vorn.

Michael Jackson wurde im August 1958 geboren. Ich auch.
Michael Jackson wuchs im Mittleren Westen auf. Ich auch.
Michael Jackson hatte acht Geschwister. Ich auch.
Mit sechs wurde MJ zum Superstar und war wahrscheinlich das meistgeliebte Kind der Welt.

Mit sechs erlebte ich den Tod meiner Mutter. Ich finde, ihn hat es schlimmer erwischt als mich. Ich hatte keine Mutter, er aber hatte keine Kindheit. Und wenn man etwas nie hatte, wird man davon besessen. Als Kind suchte ich nach Mutterersatz, und manchmal wurde ich fündig. Aber wie holt man seine Kindheit nach, wenn man ein Leben lang von der ganzen Welt beobachtet wird?

Michael Jackson war ohne Frage eines der grössten Talente der Welt.
(Publikum applaudiert, standing ovation)

Wenn er im reifen Alter von ahct Jahren einen Song sang, berührte er die Herzen wie ein lebenserfahrener Erwachsener.

Er hatte die Anmut von Fred Astaire und dazu die Kraft von Muhammad Ali.
Der Unerklärliche Zauber seiner Musik inspirierte nicht nur zum Tanzen, er gab einem das Gefühl, fliegen zu können, alle Träume wahr machen zu können.

Das zeichnete einen Helden aus, und MJ war ein Held.

(Publikum apllaudiert und kreischt, standing ovation)

Er hat weltweit Stadien gefüllt und Hunderte Millionen Alben verkauft. Er sass mit Premiers und Präsidenten am Tisch, er wurde von Frauen ebenso wie von Männern geliebt, und alle wollten tanzen wie er.

Er schien nicht von dieser Welt, war aber letztlich auch ein Mensch.

Wie die meisten Künstler war er schüchtern und unsicher. Wir waren keine dicken Freunde, aber 1991 wollte ich ihn näher kennenlernen. Ich lud ihn also zum Abendessen ein und bot ihm an, mit mir hinzufahren. Er sagte zu und kam ohne Leibwächter zu mir.

Ich fuhr ihn zum Restaurant. Es war dunkel, doch er trug eine Sonnenbrille. Ich sagte: „Michael, ich habe das Gefühl, mit einer Limousine zu reden.“ „Könntest du die Brille abnehmen, damit ich deine Augen sehen kann?“

Er zögerte kurz und warf die Brille aus dem Fenster. Dann schaute er mich grinsend an und sagte: „Siehst du mich jetzt? Besser so?“

Darin zeigte sich seine Verletzbarkeit und sein Charme. Als Nächstes überredete ich ihn, Pommes Frites zu essen, Wein zu trinken, einen Nachtisch zu bestellen und zu fluchen.

Solche Dinge hat er sich immer versagt.
Später gingen wir zu mir, um einen Film zu schauen. Wir sassen auf der Couch wie zwei Teenager. Und mitten im Film wanderte seine Hand herüber zu meiner. Er wollte keine Romanze, er suchte Freundschaft. Und die schenkte ich ihm gern.

In diesem Moment wirkte er nicht wie ein Superstar. Er wirkte wie ein menschliches Wesen. Wir trafen uns noch ein paarmal, bis der Kontakt aus irgendwelchen Gründen abbrach.

Und irgendwann ging dann die Hexenjagd los. Eine negative Schlagzeile über Michael jagte die nächste. Ich litt mit ihm. Ich kenne das Gefühl, dass die ganze Welt sich von dir abzuwenden scheint. Ich kenne das Gefühl, sich nicht verteidigen zu können, weil der Lynch-Mob so laut brüllt, dass die eigene Stimme nicht dagegen ankommt.

Nur hatte ich eine Kindheit und durfte Fehler machen. Ich konnte erwachsen werden, ohne ständig im Rampenlicht zu stehen.

Als ich von Michaels Tod erfuhr, war ich in London, und meine Tour stand kurz bevor. Michael sollte eine Woche nach mir in derselben Arena auftreten. Und ich konnte nur noch eins denken:

Ich habe ihn im Stich gelassen.
Wir haben ihn im Stich gelassen.

Wir haben zugelassen, dass dieser wunderbare Mensch, dem einst die Welt zu Füssen lag, so tief stürzte.

Als er versuchte, eine Familie zu gründen und seine Karriere neu zu beleben, verurteilten wir ihn nur. Die meisten von uns hatten sich von ihm abgewandt. Ich wollte ihn sehen, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Also sah ich mir im Internet Clips an, in denen er sang und tanzte.

Und da dachte ich: „Mein Gott.“ Er war so aussergewöhnlich, so einzigartig, so unvergleichlich.“ „Jemand wie ihn wird es nie wieder geben.“

Er war ein König.

(Applaus)


Aber er war auch ein Mensch. So wie wir alle nur Menschen sind. Und manchmal müssen wir etwas erst verlieren, bevor wir es wirklich zu schätzen wissen.

Zum Schluss etwas Positives: Meine Söhne, die neun und vier Jahre alt sind, sind verrückt nach Michael Jackson. Bei uns gehören Griffe in den Schritt und Moonwalks zum Alltag.

Offenbar hat die junge Generation sein Genie entdeckt und lässt ihn wiederauferstehen.

Ich hoffe, dass Michael, wo immer er jetzt sein mag, sich darüber freut.

Ja... Ja, Michael Jackson war ein Mensch. Aber verdammt noch mal: Er war ein König. Lang lebe der König.

Übersetzung: Jackson.ch)