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Lügen in den Medien von Jutta Müller
Vitiligo – angebliche “Hautbleichmittel”
In der Zeit um den 10. Februar 2010 herum wurde der Obduktionsbericht und der toxikologische Bericht veröffentlicht. Vitiligo wurde bestätigt. Hautbleichmittel wurden nicht aufgelistet. Trotzdem sind die Medien wieder in Aktion. Im Fokus sind von den Medien als Hautbleichmittel dargestellte Salben. Detektive fanden in der Villa von Michael Jackson angeblich 19 Tuben Hydroquinone und 18 Tuben Benoquin. Es ist nicht bekannt, um was für Detektive es sich handelt.
Spurensicherung
Bekannt ist aber folgendes: Der sterbende Michael Jackson oder sein Leichnam wurde am 25. Juni 2009 ins UCLA Medical Center überführt. Es wurde eine Obduktion angeordnet. Die Ärzte mussten umgehend die Polizei einschalten. Und die Polizei musste die Spurensicherung in der Villa des Verstorbenen umgehend durchführen. Zehn Monate lang bin ich davon ausgegangen. Warum jetzt nicht mehr? Mir sind die Fotografien des Sterbebetts wieder eingefallen. Die angeblich von einem hohen Polizeioffizier als korrekt bezeichnet wurden. Wie ist es überhaupt möglich, dass von dem Sterbebett vier Fotos existieren? Sie wurden erstmals am 2. August 2009 ins Internet gestellt. Verschiedene Medien berichteten, dass die Fotografien einen Tag nach Michael Jacksons Tod, also am 26. Juni 2009, geschossen wurden. Von wem? Das kann doch nur bedeuten, dass die Polizei mit einiger Verspätung in der Villa eingetroffen ist. Um Abklärungen vor Ort vorzunehmen. Bereits am 27. Juni 2009 begann die Räumung der Villa. Wenn man den Medienberichten folgt, wurden die oben erwähnten Tuben am 29. Juni 2009 gefunden (unter anderen: die Onlinezeitung Huffington Post vom 26. März 2010). Nach dieser Lesart wäre die Polizei erst fünf Tage nach Michael Jacksons Tod in der Villa aufgetaucht. Eine korrekte Spurensicherung ist nach diesem Szenarium überhaupt nicht mehr möglich gewesen. Nach dem County of Los Angeles, Department of Coroner Investigator's Narrative vom 26. Juni 2009 trafen Assistent Chief E. Winter und Elissa Fleak, Investigator, am 25. Juni 2009 um 19.10 Uhr in der Villa ein. Die sie um 20.20 Uhr verliessen.
Dies auch im Hinblick auf den sensationslüsternen Journalist Ian Halperin. Er hat “Rekonstruktionen der letzten Lebensstunden von MJ” vorgenommen und veröffentlicht. Die Rekonstruktion stimmt von A bis Z nicht. Was ja auch nicht anders zu erwarten war. Und seine Doku kommt erst noch, die auch in Deutschland ausgestrahlt wird.
Zurück zu den “Hautbleichmitteln”. Vereinfacht zusammengefasst lautet die Berichterstattung in den Medien grösstenteils so: Also doch! Michael Jackson verwendete Bleichmittel, um eine weisse Hautfarbe zu bekommen! Warum sollte er das gewollt haben? Streng genommen vermitteln die Zeitungsartikel eine rassistische Aussage.
Es ist doch nun eine offiziell bestätigte Tatsache, dass Michael Jackson an der Weissfleckenkrankheit (Vitiligo) litt. Die sich am ganzen Körper, an den Armen, Beinen und im Gesicht ausgebreitet hat. Offenbar haben sich die weissen Hautflecken im Laufe der Zeit vergrössert. Die Ursache dieses Krankheitsbildes ist noch wenig erforscht. Es gibt unterdessen Medikamente. Es gibt Patienten, bei denen diese Medikamente eine gute Wirkung zeigten. Bei anderen wirkten sie weniger oder gar nicht. Im Gesicht kann man die Flecken mit Schminke überdecken. Bei einer weiteren Vergrösserung der weissen Flecken ist auch das ein schwieriges Unterfangen.
Bei der Verwendung von Hydroquinone kann es zu schwereren Nebenwirkungen kommen, die zu neuen Turbulenzen auf der Haut führen. Hydroquinone wird, unter anderem, verwendet, um Flecken auf der Haut zum Verschwinden zu bringen. Die Creme wird nicht für eine ganzheitliche Hautbleichung verwendet. Auch nicht für eine Hautbleichung des Gesichts.
Benoquin gilt als eine sehr gut getestete und sichere Creme. Sie wird fälschlicherweise als Hautbleichmittel bezeichnet. Sie wird auch nicht als Kosmetika verwendet. Benoquin wird einzig für die Behandlung von Vitiligo eingesetzt. Dies haben einige Medien überraschend auch so geschrieben. Ziel der zweimaligen täglichen Anwendung ist, die weissen Flecken mit der ursprünglichen Hauttönung in einen Ausgleich zu bringen. Sonnenlicht muss strikte vermieden werden.
Verleumderische Lügen von Promi-Ärzten
Auch prominente Ärzte aus Deutschland haben sich dazu öffentlich geäussert. Der Leiter der Rosenbergklinik in Sonthofen/Bayern, Dr. Gerhard Sattler schreibt in der Ärztezeitung: „Da er (MJ) offenbar seine Hautfarbe ebenso ablehnte wie seine ethisch bedingte Nasenform, unterzog er sich nicht nur mehr als 50 Schönheitsoperationen, sondern oft auch Bleichungen“. Die Rosenbergklinik ist spezialisiert auf Venen Chirurgie und Plastisch ästhetische Chirurgie. Der Arzt und Bestseller-Autor, Borwin Bandelow, spricht auch von der Zahl „50“. Er weiss aber noch mehr: „Hautärzte spekulierten, dass er (MJ) seine Haut mit Phenol gebleicht habe. Mit dieser chemischen Substanz kann durch das Abtöten der Melanozytenschicht (also der Zellen, die für eine dunkle Haut verantwortlich sind) eine dauerhafte Weissfärbung der Haut erzielt werden. Phenol ist allerdings giftig; Es kann Herzrhythmus- und Gehirnstörungen hervorrufen und ist krebsfördernd. Andere vermuten, dass hochgiftige Quecksilberverbindungen oder Hydrochinon benutzt wurden. Wacko Jacko selber stritt immer ab, nachgeholfen zu haben, und behauptete, eine seltene Hautkrankheit namens Vitiligo sei dafür verantwortlich.“ (Aus: Borwin Bandelow „Celebrities“, 2007. Darin: “Der Junge, der nicht erwachsen werden wollte”, 187-201.) Borwin Bandelow ist Psychiater und Psychotherapeut an der Universitäts Klinik Göttingen und Vorsitzender der Gesellschaft für Angstforschung. Er ist in Deutschland ein Prominenter aus der Ärztezunft.
Der Psychiater Borwin Bandelow stützte sich in seinem unglaublich gehässig abgefassten Bericht über Michael Jackson auf Aussagen von Hautärzten ab, die behaupteten, dass die weisse Hautfarbe durch Phenol herbeigeführt wurde. Phenol ist die stärkste chemische Substanz, die auf dem Markt zu finden ist. Das Auftragen auf die Haut ist mit erheblichen Risiken verbunden. Phenol wird nicht für Patienten mit dunklem Hautton angewendet. Diesen Umstand haben Bandelow und die Hautärzte offenbar in ihrem Eifer übersehen.
In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung äusserte sich der Berliner Dermatologe Professor Dr. Hans Meffert: „Tatsächlich machen es allein manche Bilder, die im Internet von Michael Jackson zu sehen sind, mehr als plausibel, dass er an der Weissfleckenkrankheit (Vitiligo) litt.“ (Einige dieser Bilder und Hintergrundinfos in unserer MJ Biografie > unter Wandel)
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