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  • Klage von James Safechuck abgewiesen / Dan Reed soll verbannt werden

    21. Oktober 2020

    Die Millionen-Klage von Leaving Neverland Darsteller James Safechuck wurde erneut abgewiesen. Richter Mark A. Young entschied gestern nach einer letzten Anhörung, dass der Kläger seine Anschuldigungen nicht belegen könne.

    Sofern keine Berufung erfolgt, ist der Entscheid endgültig.

    James Safechucks Klage aus dem Jahr 2014 gegen Michael Jacksons Unternehmen „MJJ Productions“ und „MJJ Ventures Inc.“ wurde Ende 2019 erneut eingereicht, nachdem der kalifornische Governeur Gavin Newsom ein Gesetz unterzeichnet hatte, das die Verjährungsfrist mutmasslicher Opfer verlängert. Anfang Januar 2020 wurde die Klage gemeinsam mit derjenigen von Wade Robson gutgeheissen. Am Superior Court of California wurden die Klagen seither geprüft und Kläger sowie Verteidigung angehört. Die Verteidiger von Michael Jacksons Nachlass ersuchten das Gericht, die Klage abzuweisen.

    Richter Mark A. Young kam nun zum Entschluss, dass James Safechuck und sein juristisches Team um den Anwalt Vince W. Finaldi keine Fakten vorlegten, die ihre Hauptargumente untermauern würden. So machten sie geltend, dass die Angestellten von Michael Jacksons Unternehmen eine Verpflichtung hatten, das Verhalten ihres Bosses zu überwachen und zu massregeln, als er Safechuck angeblich missbraucht haben soll. Die Mitarbeiter der Unternehmen hätten die Pflicht gehabt, ihn – Safechuck – zu schützen.

    Doch James Safechuck und sein Anwalt konnten keine Verfehlungen dieser Mitarbeiter belegen. Die Firmen können nicht für angebliche Verfehlungen Michael Jacksons haftbar gemacht werden.

    Safechuck hatte in seiner Klage behauptet, von Michael Jackson Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre hunderte Male missbraucht worden zu sein und, dass „der kaum verschleierte, verdeckte zweite Zweck von (Jacksons) Firmen darin bestand, als Operation für sexuellen Missbrauch von Kindern zu operieren, die speziell darauf ausgerichtet war, Missbrauchsopfer zu lokalisieren, anzulocken, zu ködern und zu verführen.“

    Sein Anwalt Vince Finaldi sagt gegenüber BBC News über James Safechuck: „Er war ein Angestellter, der für sie als Tänzer und Entertainer auf der Bühne mit Michael gearbeitet hat. Da er minderjähriger war, und er ein Angestellter war, der für sei arbeitete, hatten sie eine Verpflichtung, ihn zu beschützen. Das ist unser Argument.“

    Das Team von der Fan-Seite „MJJ Repository“ hat die Neuigkeiten vom verlorenen Fall auf Twitter zuerst verbreitet:

     

    Wer sich für die Details interessiert, „MJJ Repository“ hat den Entscheid von Richter Mark A. Young hier im Originallaut als PDF veröffentlicht:

    https://mjjr.net/docs/2020-10-20-Final-Ruling-Safechuck-Demurrer.pdf


    Die Ordnungsbusse gegen den Anwalt von James Safechuck und Wade Robson, Vince Finaldi, bleibt auch nach der Anhörung vom 16. Oktober bestehen. Er hat 30 Tage Zeit um die Busse von 9200 Dollar zu bezahlen. (Ein Auszug aus dem richterlichen Entscheid hier bei Twitter @MJJRepository.) Der vorläufigen Entscheid hierzu: https://mjjr.net/docs/2020-10-16-Tentative-Order.pdf


    Dan Reed soll vom Gerichtssaal verbannt werden

    Das Verteidigungsteam um Howard Weitzman, dem Anwalt vom MJ Estate, hat einen Antrag gestellt, um die Zulassung von Regisseur Dan Reed im Gerichtssaal aufzuheben:

    https://mjjr.net/docs/2020-10-09-Brief-Dan-Filming.pdf

    Dan Reed und dessen Produktionsfirma „Amos Pictures“ dürften nicht als „Medien“ oder als „Medien Agentur“ definiert werden. Der Film „Leaving Neverland“ wird zur Argumentation benutzt, die belegen soll, dass vom umstrittenen Regisseur keine ausgewogene Berichterstattung erwartet werden dürfe.

    „Leaving Neverland“ Follow-Up

    Die vor Gericht eingereichte Unterlagen offenbaren, dass Dan Reed offenbar eine weitere Dokumentation über das Gerichtsverfahren plant und nebst Szenen aus den Verfahren die Zeugen auch hinter verschlossenen Türen interviewen möchte.

    So fand beispielsweise im Juni ein Treffen zwischen Dan Reed und Verteidigungsanwalt Howard Weitzman sowie Thomas Mesereau statt, in dem Dan Reed Howard Weitzman für Interviews gewinnen wollte.

    Dem oben als PDF verlinkten Gerichtsantrag sind interessante Anhänge beigefügt. So ein Schreiben auf Seite 162 von Dan Reed an den Anwalt von Jonathan Spence und dessen Mutter Marion Fox, in dem er sein Film-Projekt beschreibt und dessen Klienten für ein Interview gewinnen möchte.

    Der Anwalt von Dan Reed hat bereits auf den Antrag, ihn vom Gerichts zu verbannen, reagiert:

    https://mjjr.net/docs/2020-10-13-Motion-to-Quash-Subpoenas.pdf

    Ab Seite 30 sind Korrespondenzen mit Howard Weitzman und John Branca betreffend dem „Leaving Neverland“-Folgefilm angehängt, die unterstreichen sollen, dass er dieses Mal eine ausgewogene Dokumentation drehen möchte, die beide Seiten zu Wort kommen lässt.

    Die New York Post berichtet hier:

    ‘Leaving Neverland’ sequel snared in legal war with Michael Jackson estate

    Die Verhandlung betreffend Dan Reeds Zulassung im Gerichtssaal ist für den 9. April 2021 angesetzt.


    Larry Nimmer dokumentiert bereits

    Wie Fans, die bei den Verhandlungen vor Ort waren, berichten, sei der neu zugelassene Journalist Larry Nimmer im Gerichtssaal am filmen gewesen.

    Larry Nimmer hatte bereits für den Prozess im Jahr 2005 auf Neverland Aufnahmen gedreht, die von der Verteidigung im Gerichtssaal dann den Jury-Mitgliedern gezeigt wurden.

    Der Prozess von Wade Robson gegen Michael Jacksons Firmen soll am 14. Juni 2021 beginnen.

    Quelle: jackson.ch, MJJ Repository, tmz.com, bbc.com, div.

    2 Kommentare zu “Klage von James Safechuck abgewiesen / Dan Reed soll verbannt werden

    1. Dani

      Danke an die Fan- Seiten für die schnelle Berichterstattung. Ich dachte mir nach Living Fantasyland und der Klageschrift von Safechuck schon das die Klage wohl aus Mangel an Beweisen abgewiesen werden würde. Was können in so einem Fall sein Estate plus Firmen und ehemalige Angestellte dafür? Ihr ganzes Vorhaben ist absolut lächerlich. Geld ist das einzige Motiv in einem Zivilverfahren. In Berufung wird Safechuck leider gehen mit seinem Advokat- MeToo- Anwalt Vince Finaldi. Die Busse finde ich zu wenig hoch dafür das sie Leute belästigen mit einer Aussage, und zudem als Opfer brandmarken in der Öffentlichkeit. Macaulay Culkin und Brett Barnes mussten dafür herhalten das die Geschichte von Robson und Safechuck glaubwürdiger erscheint, was völlig unakzeptabel ist.
      Der Film beweist deutlich das die Eltern die Schuldigen wären in diesem Fall, und nicht sein Estate. Robson stellt sogar unglaubliche Behauptungen gegen Angestellte auf was den Kontakt mit seiner Mutter betrifft. Genau das Gegenteil war der Fall. MJJ Ventures gab es damals noch überhaupt nicht.

      Auch beim dokumentieren von Dan Reed im Gerichtssaal war zweifelhaft ob der Estate damit einverstanden sein würde. Er hat seine Chance verspielt fair zu sein, wohl vor lauter Begeisterung für die MeToo- Bewegung. Für mich verstößt dieser Film eindeutig gegen das Gesetz, außerdem verherrlicht er Pädophilie als romantische Liebesbeziehung zu kleinen Jungen, wie schon das Buch von Victor Gutierrez, mit wahrscheinlich den gleichen Details. Niemand der gute Absichten im Sinn hat wird mehr mit ihm sprechen wollen. Welche Zeugen will er den hinter verschlossenen Türen Interviewen? Zeugen wie Adrian McManus oder Blanca Francia eventuell. Er verurteilt jemand den er nicht kannte, der längst gestorben ist, der sich dagegen nicht mehr wehren kann, und er könnte in Zukunft wer weiß was behaupten über Michael Jackson. Er wird noch bedauern was er angerichtet hat, genau wie es schon bei Bashir der Fall war. Zuerst Recherche betreiben über die ganze Sache, und dann erst darüber entscheiden ob man sich darauf einlässt, so würde es jemand machen der seriös ist. Eine Dokumentation war dies nicht, es war schlicht und einfach eine einseitige Mockumentary, mit dem Ziel eine Legende böswillig zu ruinieren. Schwer vorstellbar das er dokumentieren darf.

      Ich hoffe das in Zukunft noch viele Klagen auf ihn zukommen werden. Eigentlich müsste man Robson dankbar sein dafür, er wird nun viel dazu beitragen das sich viele mit der Wahrheit beschäftigen werden. Vielleicht hatte er dies auch im Sinn, er ist in der Tat der Meister der Täuschung.

    2. MJFan

      Das sind super Neuigkeiten

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