Kim Moses, der u.a. an einem neuen Buch arbeitet, hat uns folgende Eindrücke und Gedanken zu Michael Jackson, vorab, zur Verfügung gestellt:

3.Ein Konzert



Ein Konzert steht bevor und ich renne auf Teufel komm raus mit ein paar Fans wie eine losgelassene Büffelherde, schnaubend, keuchend und schwitzend, um ganz vorne bei der Bühne zu sein. Es ist sehr heiss an diesem Vorsommertag und es wird noch heissr, denn die Stimmung steigt und es knistert voller Spannung inmitten von 72'000 Fans. Einige fallen schon um, nicht nur wegen der Hitze, etwa 32° im Stadion, sondern weil sich der Vorhang vor der Bühne ein wenig bewegte, obwohl kein einziges Lüftchen wehte.
Welcher Star vermag solch eine Energie bis in den letzten hintersten Winkel zu versprühen, sodass er abertausende, egal ob jung oder alt vor lauter Spannung erzittern lässt? Was für eine Magie, welche jetzt urplötzlich auch mich erreicht hat. Es geht mir durch Mark und Bein, denn dieses Gefühl ist absolut neu für mich, ja es fasziniert mich aber zur selben Zeit beängstigt es mich auch ein wenig. Der Vorhang geht auf, aber keine Musik ertönt. Was ist los? Fragende Gesichter überall. Träumen wir alle ganz einfach nur? Gerade in diesem Moment füllt sich die ganze, immens grosse Bühne mit Nebel und wird bald von einem blauen Laserlicht angestrahlt. In diesem Moment wusste ich wirklich nicht mehr was weiter offen stand, meine Augen oder war es mein Mund. So weit offen, da hätte glatt das ganze Stadion Platz darin gehabt. Und nun ein dumpfes bom, bom, bom, der tiefe Ton einer Bassgitarre. Dann gesellte sich ein wildes Stakato, brachial einer E-Gitarre dazu und es wurde lauter und lauter und dann, und dann und d....? Neben mir schreit ein Fan ganz aufgeregt, ich glaube ich werde gleich in Ohnmacht fallen. Nur das nicht. Ich lächle ihn an obwohl auch ich in diesem Moment mir nicht mehr so sicher über meine Gefühle bin welche zurzeit Achterbahn mit mir fahren.
Ich habe Schweissperlen an der Stirne und auch ich kann meine Aufregung nicht mehr verbergen. Und dann, wie aus heiterem Himmel ganz überraschend ein grelles Licht, ein fürchterlicher Knall und ich kann meinen Mund nicht mehr unter Kontrolle halten, denn ich schreie lauthals in die Menge: Er ist es , er ist es. Und auch das ganze Stadion tobt und ruft immer wieder den Namen Michael.
Wahrhaftig, es ist Michael Jackson, majestätisch wie ein Wesen von einem anderen Stern. Diese Magie und ich werde wie von Sinnen, als Michael eine Handbwegung macht, seine Brille langsam von seinem Gesicht schiebt und sein betörender Blick zum Vorschein kommt. Dann fängt sein erster Song an, beginnend mit Jam. Wie ein ferngesteuerter Roboter bewegt er sich, einfach genial und unglaublich. Jeder weitere Song riss einem einfach mit. Dann der grosse Moment für ein etwa zwölfjähriges Mädchen. Es wird auf die Bühne begleitet und tanzt nun einige Schritte mit Michael zum Song ( She's out of my life). Es weint vor Glück und ihre Augen glänzen wie zwei Kerzenlichter. Wieder bei uns in der ersten Reihe angelangt, steht es da, dieses kleine Mädchen von vorhin, wie verwandelt, verträumt, weinend und lachend abwechselnd, ist überglücklich aber auch etwas verwirrt. War dieser einmalige kurze Auftritt zu viel für dieses kleine Herz? Es zittert und lehnt sich dabei an mich. Sie möchte zu den anderen Fans, klebt aber an mir. An was mag dies wohl liegen? Erst jetzt bemerke und sehe ich, dass es klatschnass vor Aufregung geworden ist. Behutsam trenne ich es von mir und es wird sogleich von ihren herbei geeilten Freunden getröstet, welche es in ihre Arme schliessen und zusammen den Rest des Konzerts geniessen und erleben.

Das ist Magie, das ist Michael Jackson. Aber Michael ist noch viel mehr als ein begnadeter Sänger und atemberaubender Tänzer.
Viel wurde und wird auch heute noch über ihn geschrieben, aber nicht 30% von all dem geschriebenen ist wahr. Mit diesem Konzerterlebnis zeigte ich euch wie ich Michael erlebt habe und genau so erging es abertausenden Fans, ein Kribbeln durch den ganzen Körper. Geschichten aber auch Lügen kann man erfinden, aber Michael aus der Sicht von Fans ist nicht trügerisch wenn sie sagen: Er ist so wie er ist. Ja wie ist er denn eigentlich? Dumme Frage, raunt mir jemand zu. Von einem Jugendlichen hätte ich ja dies noch abgenommen, aber von einem Erwachsenen, vielleicht fest gefahrenen? Oh nein, gebe ich zurück, dies ist eine berechtigte Frage, denn habt ihr bei all seinen Konzerten geschlafen und seine in seiner Musik eingebetteten Botschaften ignoriert, weil ihr seine Worte nicht hören wolltet, welche uns alle angehen? Ich kriege noch heute eine Gänsehaut und es friert mich wenn ich den Earth Song, She's out of my life, Childhood und Gone too soon höre. Und es reisst mich heute noch vom Hocker wenn Billie Jean, Give in to me, Beat it, Man in the mirror, Don't care about us, Black or white und dirty diana laut ertönen. Aber mein Lieblingssong ist und bleibt halt immer noch Will you be there? Und diese Schritte, als würde Michael über die Bühne gleiten und schweben.
Ich habe 12 Jahre lang Michael Jackson gemalt und gezeichnet, aber eigentlich habe ich ihn gelebt, ohne ihn danach zu fragen oder ihn darum zu bitten, denn mit diesen Kreationen trug auch ich meinen Teil an unsere Welt bei, einer gerechteren Welt. Können alle Menschen Michael direkt in die Augen sehen? Ja, aber nur wenn er seine verspiegelte Brille trägt. Machen wir uns nichts vor und warten nicht auf allzu grosse Wunder. Michael hatte gegeben wo er nur konnte, ohne dafür ein Dankeschön zu erhalten. Denkt ja nicht, dass Michael bald wieder Geld ausschütten wird, denn er gab und gab, und wurde ausgepresst wie eine Zitrone.
Dies könnt ihr Euch abschminken, denn jetzt seid ihr dran, euch an dieser Welt positiv zu beteiligen. Meine Geschichte über Michael ist in all meine Bilder geschrieben und ich werde immer stolz den Namen Michael in mir tragen, denn wenn einer es verdient geliebt zu werden, dann ist er es.


by Kim Moses

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