Besuche

Michael Jacksons Besuche in der Schweiz:

14. bis 15. Februar 1979 – Die Jacksons am Genfersee

20-jährig sang Michael Jacksons erstmals in der Schweiz – im Skianzug und mitten im Schnee. Die BBC drehte im Februar 1979 in den Bergen des Kantons Waadt die TV-Sendungen «ABBA in Switzerland», «Christmas in the Snow» und «Disco in the Snow». Die Dreharbeiten fanden im Bergdorf Les Diablerets und in Leysin statt.

Vor traumhafter Bergkulisse sangen Michael und seine Brüder ihre aktuellen Hits «Blame It On The Boogie» und «Shake Your Body». Im Restaurant «Le Leysin» wurden zudem Aufnahmen zum Song «Destiny» gefilmt.

Im Interview mit jackson.ch erinnerten sich Jermaine, Marlon, Tito und Jackie Jackson an die Dreharbeiten.

Weitere Informationen aus dem SRF-Archiv: BBC-Dreharbeiten in den Schweizer Bergen

Nach den zweitägigen Dreharbeiten traten The Jacksons am Abend vom 15. Februar in der Victoria Hall in Genf auf. Das Konzert war Teil ihrer «Destiny»-Welttournee, die sie am 22. Januar 1979 in Bremen gestartet hatten, um ihr erstes eigens produzierte Album zu promoten.

Als Bühnenbild hatten sie das farbenfrohe Rad eines Pfaus gewählt. «Der Pfau ist der einzige Vogel, der alle Farben vereint und diesen Glanz des Feuers nur zeigt, wenn er in Liebe ist. Wie der Pfau, möchten wir versuchen, alle Rassen durch die Liebe der Musik zu vereinen», so Michael und Jackie Jackson in einem Statement auf dem «Destiny» Album.

Die folgende Aufnahme stammt aus England, wo die Jacksons vor und nach dem Konzert in Genf auftraten:

«Als wir zum ersten Mal in die Schweiz gingen, begann ich fast zu weinen. Ich habe es wirklich getan», sagte Michael später im Interview mit „Ebony“, das im Dezember 1984 erschien.

«Was hat dich an dieser Reise berührt, um diese emotionale Reaktion hervorzurufen?»

«Die Schönheit. Es ist wie, oh Gott, du schreist es in den Himmel. Es ist ein unglaubliches Land und es inspiriert mich, diese Dinge zu sehen – die Berge. Die Bilder werden der Schweiz nicht gerecht.»

«Viele Leute bleiben nur in den Städten, wenn sie reisen. Sie sollten raus gehen und das echte Land sehen. Wo auch immer du hingehst, von Menschen gemachte Dingen sind von Menschen gemacht. Aber du solltest rausgehen und Gottes Schönheit sehen.»

Der Interviewer Robert E. Johnson sprach Michael Jackson auch auf seinen Besuch in der Bibliothek von Chicago an, bei dem er die Leute zum lesen bewegen wollte.

«Ich liebe es zu lesen. Ich wünsche mir, ich könnte mehr Leuten das Lesen empfehlen. Da ist eine ganz andere Welt in Büchern. Wenn du es dir nicht leisten kannst zu reisen, kannst du durch das Lesen mental reisen. Du kannst durch das Lesen alles sehen und an jeden Ort gehen, an den du möchtest.»

 

16. Juni 1988 – Konzert in Basel

Während seiner ersten solo-Welttournee, der 123 Konzerte umfassenden «Bad»-Tour, kam Michael Jackson am 16. Juni 1988 nach Basel. Im ausverkauften St. Jakob-Stadion gab der King of Pop ein Konzert vor 50’000 Zuschauern. Die spektakuläre Show wurde von einigen Prominenten besucht, darunter von seiner Freundin Liz Taylor, Sophia Loren und Bob Dylan.

Der «Blick» berichtete von 425 Fans, die während dem Konzertabend in Ohnmacht fielen. Michael Jackson sei vier Stunden zuvor aus Genf in Basel eingetroffen und habe die Präsidenten-Suite im Hilton Hotel bezogen. «Wir servierten ihm Getränke und eine kleine Platte mit Snacks. Herr Jackson ist ein äusserst netter und aufgestellter Typ, und er bedankte sich mehrmals für unsere Dienste», berichtete Hilton-Direktor Urs Hitz. Auch der jackson.ch Mitarbeiter Roman erinnert sich an das Megaereignis: Vor 30 Jahren: Die Bad-Tour in Basel

Auf den Spuren von Charlie Chaplin

Am Tag nach dem Konzert in Basel, konnte Michael Jackson nachmittags Oona Chaplin, die Witwe seines grossen Idols Carlie Chaplin, treffen. Rolf Knie, der das Treffen in Vevey organisierte, erinnert sich im Interview mit jackson.ch an einen begeisterten Michael, der alles über Charlie Chaplin wusste und dem seine Verspätung sehr unangenehm war, da er sich mit seinem Bodyguard Bill Bray in Vevey verfahren hatte.

 

Der Sonntags Blick berichtete am 19. Juni 1988 über den «Geheimbesuch bei Chaplin Witwe» und schrieb in der Überschrift «Superstar Michael Jacksons grösster Jugendtraum ging in Erfüllung.» Oona Chaplin habe sofort Gefallen an dem scheuen Star gefunden.

«Du hast sehr viel gemeinsam mit meinem verstorbenen Mann», habe sie zu ihm gesagt. «Ihr beide seid arm auf die Welt gekommen. Deshalb seid ihr sehr zurückhaltend, ja ängstlich gegenüber euren Mitmenschen. Aber ihr habt sehr viel geleistet. Euer Vorbild soll ein Ansporn sein, wie man mit Willen und Arbeit etwas erreichen kann. Deshalb schätze ich dich sehr.»

Als Revanche für das Treffen, habe Michael Oona Chaplin zu seinem folgenden Konzert in Lausanne eingeladen und versprochen, er werde dafür sorgen, dass sie und ihre Begleiter ihn dann hinter der Bühne treffen könnten. Auch auf seiner kürzlich gekauften «Neverland»-Ranch seien sie jederzeit willkommen, berichtete der Sonntags Blick.

Rolf Knie habe den King of Pop dann ins Archiv von Charlie Chaplin geführt. «Ich weiss zwar viel über Charles Chaplin, aber Michael ist noch besser im Bilde als ich», staunte Rolf Knie. «Der kennt jedes Detail, und ich brachte ihn fast nicht mehr aus dem Archiv heraus.» Sie hätten auch lange über Schimpansen gesprochen, da Michael wie er früher, einen solchen daheim hatte. «Michael ist ein grosser Zirkusfan, der alle US-Zirkusse kennt. In ihm steckt ein grosses Kind; er kann sich auch über alles freuen wie ein Kind.»

Das Chaplin-Anwesen kann heute besucht werden: www.chaplinsworld.com

19. August 1988 – Konzert in Lausanne

Michael performte sein zweites «Bad»-Tournee Konzert in der Schweiz. 45’000 Menschen kamen in das Stade de la Pontaise in Lausanne. (Hier ein TV-Bericht auf Youtube)

Die von der Musikpresse in hohen Tönen gelobte Tour erstreckte sich über vier Kontinente. Mit der Mega-Tour nahm der King of Pop mehr ein, als je ein Entertainer zuvor. Von über 125 Millionen US-Dollar wurde berichtet. Das Konzert in London vom 16. Juli 1988 wurde posthum als DVD und Live-CD im «Bad 25 – Box Set» veröffentlicht. (hier bei CeDe.ch oder Amazon.de)

23. Oktober 1990 – MJ Schokolade

Im Herbst 1990 begann «Starchoc SA» aus Genf mit dem weltweiten Verkauf einer Michael Jackson Schokolade, die sie im Auftrag von Michaels offizieller Merchandising Firma «Triumph International Inc.» herstellten. Die Medien berichten, dass 40 Millionen Bestellungen aus Europa, den USA und einigen asiatischen Ländern eingingen.

Dangerous Tour 1992

 

Im Juni 1992 startete Michael Jackson die «Dangerous»-Welttournee in München. Wie gewohnt wurde Michael von einer hochkarätigen Band und von Tänzern begleitet. Die Show war noch spektakulärer als alles, was er bisher gezeigt hatte. Zu Beginn wurde Michael mittels einer Art Toaster-Effekt aus dem Bühnenboden katapultiert. Und den berühmten «Lean» aus dem «Smooth Criminal»-Clip konnte er nun dank einem patentierten Trick auch live auf der Bühne zeigen. Am Ende flog «Michael» mit Raketenantrieb und in einem Raumanzug über die Köpfe der vordersten Fanreihen hinweg ab der Bühne. (Tatsächlich handelte es sich in der letzten Szene um einen Stuntman.)

Erstmals hatte der bei der vorherigen Tour «nur» als Tänzer engagierte LaVelle Smith Jr. einen Teil der neuen Show choreografiert. Jackson.ch hat ihn zum Interview getroffen: An der Seite Michael Jacksons

Im Februar hatte Michael Jackson angekündigt, sämtliche Einnahmen der «Dangerous»-Tour seiner kürzlich gegründeten «Heal The World Fondation» zur Verfügung zu stellen. Mit der Stiftung wollte er in Zusammenarbeit mit etablierten Organisationen Hunger bekämpfen, kranken Kindern den Zugang zu Medizin ermöglichen, Obdachlosigkeit sowie die Ausbeutung und dem Missbrauch von Kindern bekämpfen. Bereits im Jahr 1984 hatte MJ seine Einnahmen der «Victory»-Tour für wohltätige Zwecke gespendet.

Unterwegs mit der Bahn

In Europa benutzte Michael Jackson und seine «Dangerous»-Tourcrew eine umweltfreundliche Reiseart: Bei der schweizerischen «Intraflug AG» mietete der Konzertveranstalter «Mama Concerts und Rau» einige restaurierte Wagen vom geschichtsträchtigen «Orient Express». Zusätzlich wurde ein Bürowagen vom deutschen Bundeskanzler dazugemietet, da dieser mit Bürogeräten inklusive Fax und Telefon ausgestattet war.

Am Tag nach dem Eröffnungskonzert vom 27. Juni 1992 in München, fuhr der King of Pop folglich mit dem neun Wagen umfassenden «Orient Express» nach Rotterdam, wo das zweite «Dangerous»-Konzert stattfand. Zum nächsten Tourstop in Rom flog er der grossen Distanz wegen mit dem Flugzeug. Von dort reiste MJ wieder per Schiene weiter nach Mailand. Meistens, wenn Michael in der Nähe der Schweiz war und sich auf dem europäischen Festland bewegte, fuhr er mit dem «Orient Express» von Konzert zu Konzert.

Einen Tag nach Michaels 34. Geburtstag am 29. August 1992, löste der Schweizer Hans Muntwyler den bisherigen Schaffner von Michaels Zug ab. Sein Abenteuer begann in Ludwigshafen. Jackson.ch hat ihn getroffen: Auf Reisen mit Michael

(Der Artikel enthält ein Privat-Video mit Aufnahmen von Michaels Ankunft im bayerischen Pegnitz und vom Zuginnern, inklusive dem Wagen, den MJ mit Spielautomaten ausstatten liess. Entdecke ausserdem eine Zeichnung, die Michael auf einer Serviette hinterliess.)

Hier einige Zeitungsartikel: «Orient Express» Pressespiegel. Darunter Berichte von einem Schweizer Koch, der bei allen «Orient Express»-Reisen Michael Jacksons dabei war. (Da ihn die Medien ausnutzten, bekam der junge Mann Probleme mit seinem Arbeitsgeber und Michaels Management.)

8. September 1992 – Konzert in Lausanne

Nachdem Michael Jackson das vorgesehene Konzert in Gelsenkirchen krankheitsbedingt abgesagt hatte, reiste er am 7. September mit dem «Orient Express» nach Genf, wo Jackson im Richemont Hotel eincheckte. Am nächsten Tag verliess er das Hotel um 17.30 Uhr durch die Hintertür, um sich nach Lausanne zu begeben.

Vor 47’0000 Zuschauer performte Michael Jackson sein «Dangerous»-Programm im ausverkauften «La Pontaise» Stadion von Lausanne. Nach dem hervorragenden Auftritt wurde MJ mit der Ambulanz in sein Hotel gefahren, das er gemäss Berichten von Fans, nicht mehr verliess.

Basel – Absage in letzter Minute

Aufgrund seines Gesundheitszustandes musste Michael bereits einige andere Konzerte verschieben oder gar absagen. So erging es dann auch dem ausverkauften Konzert im «St.-Jakob» Stadion in Basel am 11. September 1992. Es gab kein Ersatzkonzert für die enttäuschten Fans. An diesem 11. September verliess Michael sein Genfer Hotel in eine andere Richtung. Um 15.00 Uhr sei er in einem gepanzerten Auto über die Schweizer Grenze gefahren, wie in Zeitungen zu lesen war.

27. September 1993 – Gstaad

Offiziell aufgrund der dort andauernden gewalttätigen Auseinandersetzungen wurden die für den 30. September und 2. Oktober geplanten Konzerte in Südafrika abgesagt. So konnte Michael Jackson eine erholende Pause machen und fuhr am 27. September in die Schweiz nach Gstaad, wo er einige Tage in dem Chalet seiner Freundin Elizabeth Taylor verbringen konnte. In seiner Begleitung befanden sich die beiden neun- und elfjährigen Söhne vom befreundetem Hotelier Dominic Cascio und sein langjähriger Bodyguard Bill Bray, der bereits die Jackson 5 begleitet hatte. Michael erholte sich während diesen Ferien sowohl von seiner Tournee, als auch von der Anschuldigung wegen angeblichem Kindesmissbrauches, die weltweit für Aufsehen sorgte und in den Medien ausgeschlachtet wurde. Die Vorwürfe setzten ihm psychisch wie auch körperlich zu. Als Abschluss seines Schweizer Aufenthalts besuchte Michael nochmals Genf.

Hier eine RTL Reportage auf Youtube vom Gstaad Besuch.

Im Buch «My Friend Michael» berichtet Frank Cascio ab Seite 52 über die Ferien in Gstaad.

«Gstaad war eine perfekte Flucht vor den Strapazen des Tourens, es war eine so kleine Stadt, und so fern vom Rest der Welt, dass – zumindest zu Beginn – Michael frei den Strassen entlang gehen konnte, unverkleidet, ohne belästigt zu werden. Das war eine seltene Freude für ihn», berichtet Frank Cascio. Im Chalet hätten sie Stunden mit Musik hören verbracht. «Michael spielte DJ, sagend, ′ihr müsst diesen Song hören. Jetzt müsst ihr euch diese Gruppe anhören.′ Wir hörten Stevie Wonder und alle Motown Stars. Er liess uns den James Brown Song ′Papa Don′t Take No Mess′ hören – die gesamten vierzehn Minuten davon. Michael fuhr mit Aaron Copland fort, den er als den grossartigsten Komponisten vom 20. Jahrhundert betrachtete. Er stellte mir alle Arten von Musik vor – Country, Folk, Klassisch, Funk, Rock. Er hat mir sogar Barbara Streisand schmackhaft gemacht. Ich habe mich in ihren Song ′People′ verliebt. Michael mochte es mit klassischer Musik schlafen zu gehen, speziell mit den Arbeiten von Claude Debussy.» Die Band «Bread» habe er damals ebenso durch Michael kennen gelernt, schreibt Frank Cascio.

Als sich die Neuigkeiten von Michael Jacksons Aufenthalt in Gstaad verbreiteten, tauchten Fans auf. «Sie versammelten sich draussen vor dem Chalet und begannen einige von Michaels Songs zu singen. Wir gingen ans Fenster und verbrachten etwas Zeit, um mit ihnen zu sprechen. Das war nicht ungewöhnlich: Wo auch immer wir hingingen, führte Michael Gespräche mit seinen Fans. Er wollte wissen, woher sie kamen, was sie machen wollten. Er liebte sie, und egal wie enorm ihre Anzahl, er hörte nie auf sie zu sehen und respektierte jeden als ein Individuum.»

Januar 1997 – im Studio in Montreux

Michael Jackson weilte im Januar 1997 zwei Wochen lang in Montreux am Genfersee. Er übernachtete in der Tower Suite vom «Montreux Palace». Noch am 3. und 4. Januar war er für zwei ausverkaufte «HIStory»-Konzerte in Hawaii auf der Bühne gestanden. In Los Angeles soll er dann im «Record Plant» Studio am letzten Schliff von neuer Musik für das Album «Blood On The Dancefloor» gearbeitet haben. Danach flog er in die Schweiz um die Arbeiten in Montreux im «Mountain Studios» fortzusetzen. (Im Booklet ist beim Titelsong das «Mountain Studios» aufgeführt.) Ende Januar begab sich Michael weiter nach Paris ins Disneyland.

«Wir brachten das Teddy Riley DAT von ‚Blood on the Dance Floor‘ nach Montreux. Michael nahm dort die Vocals auf. Ich denke der Ausflug erlaubte es ihm, von Los Angeles weg zu kommen. Es war ruhiger dort. Da war auch das Charlie Chaplin Ding», berichtet Toningenieur Matt Forger in einem Interview für das Buch «Making Michael». Michael habe die Pause zwischen dem ersten und zweiten Teil der «HIStory»-Tour dazu genutzt, um in mehreren Studios in Europa bisher unveröffentlichte Songs fertig zu stellen. In Stommeln bei Köln arbeitete Michael später in «Dierks Studio» am Song «Ghosts».

Ein erster Blick auf die neue Wachsfigur

Derweil hatte das Pariser Grevin Museum eine neue Wachsfigur von Michael Jackson erstellt. Dank der Hilfe von Lorenz Hoppmann, Chefredakteur vom Michael Jackson Fanmagazin «Black & White», erhielten sie von MJJ Productions Publizist Bob Jones einen Termin: Am 22. Januar 1997 dürften sie Michael Jackson die Figur in Montreux zeigen! Also reisten Bildhauer Denis Lonchampt und die Pressesprecherin vom Grevin-Museum, Veronique Berecz, in die Schweiz. Doch der Termin verfiel, da MJ bis spät abends im Studio arbeitete. Sie wurden auf den nächsten Tag vertröstet.

«Donnerstag, den 23. Januar, 20 Uhr. Michael ist immer noch nicht ins Hotel zurückgekehrt, und wir befürchten bereits das Schlimmste für unsere Verabredung…», berichtet Veronique Berecz. Doch sein Bodyguard Yannick Allain habe sie dann um halb neun angerufen – das Treffen finde noch statt. Nach 21.35 Uhr stehen sie Michael Jackson dann in seiner Hotelsuite in Montreux gegenüber. «Michael scheint sofort in den Bann der Figur geraten zu sein. Er gibt zu, dass er diese wesentlich echter findet als die, die für das Madame Tussaud Museum in London angefertigt worden ist», so Berecz. «Michael gefällt die Wachsfigur derartig, dass er darum bittet, ein Exemplar davon für Los Angeles anfertigen zu lassen.»

Treffen mit Fans und den Chaplins

Auch mehrere Fans hatten in Montreux das Glück, Michael zu treffen. (siehe Scan von der «Black & White» Rubrik «Das passiert nicht nur den Anderen!»)

Wie bereits in Gstaad, war auch Frank Cascio wieder dabei. Im Buch «My Friend Michael» berichtet er ab Seite 102. Obwohl Michael die meiste Zeit im Studio war, hätten sie auch Charlie Chaplins Haus in Vevey und dessen Grab besucht. «Wir hatten ein Abendessen mit seiner Familie, inklusive seiner wunderschönen Enkelin, in die ich verknallt war», erinnert sich Cascio. An einem anderen Tag hätten sie zudem ein Kunstmuseum in Zürich besucht, durch das sie von der Museumsdirektorin geführt worden seien.

 

Das obige Foto stammt möglicherweise von Anfang 1997. Laura Chaplin hat es im Jahr 2015 für einen Artikel mit «Le Matin» aus dem Familienarchiv geholt. Der King of Pop habe sie dreimal in ihrem Haus in Genf besucht. «Er war wie ein Kind», sagt Laura Chaplin. Als er sie in ihrem Haus erstmals besuchte, sei sie etwa 12 Jahre alt gewesen. In der Folge habe Michael fast täglich mit ihr sprechen wollen. «Er sandte mir unglaubliche Geburtstagsgeschenke, grosse Pakete.» Einmal sei sie mit ihm in Genf auf der Bühne gestanden. (Anmerkung: sie meint wohl in Lausanne). «Er war ein grossartiger Freund der Familie», so Chaplin. «Smile, komponiert von meinem Grossvater, war einer seiner Lieblingssongs.»

«Elizabeth, I Love You»

Am 16. Februar 1997 sang Michael an der 65. Geburtstagsfeier von Elizabeth Taylor einen exklusiven Song: «Elizabeth». Das tat er bisher erst einmal – im Jahr 1989, als er sein Vorbild Sammy Davis Jr. mit einem ebenfalls extra für diesen Abend komponierten Song würdigte («You Were There»). Doch was hat das mit der Schweiz zu tun? Michael komponierte das Lied für Liz Taylor in der Schweiz. Das sagte er zumindest in einem Interview von «Black & White» am 21. April 1998: «Ich habe dieses Stück in der Schweiz geschrieben, ich erinnere mich sehr gut daran. Ich habe es für diese Gelegenheit geschrieben, für diesen Abend.»

Es darf angenommen werden, dass der Song im Januar in Montreux entstand. Das schreibt auch Frank Cascio in seinem Buch. Für das Arrangement vom Chor und dem Orchester beauftragte Michael die Musikerin Suzie Katayama. Auf einer Promo-CD von ihr, ist das Stück enthalten. «Elizabeth» wurde aber nie auf einen für den Verkauf vorgesehenen Tonträger gepresst.

20. Juni 1997 – Konzert in Lausanne

Am Freitagabend gab Michael in Lausanne, im «Stade de la Pontaise», sein erstes Schweizer Konzert der «HIStory»-Tour. 35’000 Menschen sahen die gigantische Show, bei der MJ zu Beginn mit einer Rakete auf der Bühne landete, bevor er die spektakuläre Show mit den Protest-Songs «Scream» und «They Don’t Care About Us» eröffnete.

 

Michael Jackson flog nach dem Konzert zurück nach Paris zu seinem neugeborenen Sohn Prince. (Dies zumindest gemäss dem «Black & White» Fanmagazin; er habe das während der ganzen Europa-Tour so gemacht.)

 25. Juli 1997 – Konzert in Basel

An diesem Freitag gab Jackson in Basel sein zweites «HIStory»-Konzert in der Schweiz. Trotz strömendem Regen kamen, je nach Quelle, 50’000 bis 55’000 Personen in das St. Jakob Stadion. Wie die meisten Konzerte der HIStory Tour wurde auch die Show in Basel gefilmt. Die 135-minütige Konzertaufnahme wurde bisher nicht offiziell veröffentlicht, ist aber seit Ende 2016 im Internet zu finden.

 

Während der «You Are not Alone» Performance durfte wie bei jedem Konzert ein von Michaels Security-Team ausgewählter Fan zu Michael auf die Bühne. Wir hatten die Glückliche aus Basel getroffen: Eine Prinzessin in Michaels Armen.

Hier ein Video aus Basel mit dem damals neuen (und in Montreux fertig gestellten) Song im Programm:

7. Mai 2000 – im Zirkus Knie

Der Zirkus Knie gastierte Anfang Mai 2000 auf dem Sechseläutenplatz in Zürich. Als Zirkusdirektor Freddy Knie Jr. am Sonntagabend, 7. Mai 2000, ein Telefon erhielt, ob für Michael Jackson, seine Kinder Prince und Paris sowie fünf Bodyguards noch kurzfristig Plätze für die Abendvorstellung frei seien, glaubte er zuerst an einen Scherz. Kurz nach 18 Uhr fuhren zwei Mercedes-Limousinen vor und tatsächlich: Michael Jackson und seine Begleiter huschten kurz nach Vorstellungsbeginn ins Zelt.

«In der Pause kam Michael mit seinen beiden Kindern in unseren Wohnwagen. Sofort nahm er den Mundschutz ab. Seinem Gesicht sieht man die vielen Operationen an. Vor allem der Nase. Da sind einige Pflästerchen drauf», berichtet Franco Knie dem Blick-Reporter H. Elias Fröhlich. Die Boulevardzeitung hatte bereits am Montag berichtet, «Jacko –
Blitzbesuch im Circus Knie». Am Dienstag folgte ein ausführlicher Bericht mit dem Titel «Jacko wollte alles über Elefanten wissen».

«Er ist sehr sympathisch und vor allem an Tieren interessiert. Er wollte wissen, wie wir die Zebras trainieren. Auch unser Familienunternehmen hat ihm sehr imponiert. Und dass wir in acht Monaten über 50 Städte besuchen», so Franco Knie. Michael Jackson habe alles über die verschiedenen Charaktere von indischen und afrikanischen Elefanten wissen wollen. Obwohl sie ihm Essen und Trinken angeboten hätten, habe er abgelehnt. Erst als seine Kinder nach Popcorn fragten, habe er auch davon gegessen. Da seine Tochter Paris etwas weinen musste, habe er sich mehrmals entschuldigt, die Kleine sei eben verwöhnt. Bevor der Vorstellung weiterging, habe MJ eingewilligt, einige Fotos zu machen, habe aber darauf bestanden, dass die Bilder nicht veröffentlicht werden. (Nach MJs Tod landete ein Foto mit Géraldine Knie dennoch im Internet.)

«Woher? Wohin?», rief ein Blick-Reporter Michael Jackson zu als dieser drei Minuten vor Ende der Vorstellung das Zelt verlassen habe. «Ich komme aus Kenia und bin unterwegs nach Monte Carlo.»

«Millennium Artist»

Am 10. Mai 2000 nahm Michael bei den «World Music Awards» in Monaco den «Millennium Artist» Award von Prinz Albert entgegen. Zwei Wochen später begleitete er Elizabeth Taylor an den Event in der Londoner Royal Albert Hall, «A Musical Celebration – A Tribute To Elizabeth Taylor». Ansonsten war es ruhig um Michael Jackson und es tauchen keine Fotos auf. Dies ändert sich erst im späten Herbst, als Michael als Ehrengast bei mehreren Events in den USA auftauchte.

Da Michael Jackson an einer neuen Platte arbeitete, wunderte sich kam jemand über seinen Aufenthaltsort. Aber wer hätte gedacht, dass Michael statt in einem amerikanischen Studio in der Schweiz weilte!? Nach seinem Tod am 25. Juni 2009 häuften sich Hinweise, dass Michael Jackson vor und nach dem Auftritt bei den «World Music Awards» mehrere Wochen, wahrscheinlich sogar mehrere Monate, unerkannt in der Schweiz gelebt hatte. Publik wurde nur der Besuch im Knie. Und später einige Besichtigungen von Grundstücken.

Michael lebt in Zürich und Genf – unerkannt!

Bei einer «Bonhams»-Auktion wurden im Juni 2011 diverse Michael Jackson Andenken versteigert. Darunter Kleider, Fangeschenke und mit Notizen versehene Bücher wie «The 48 Laws of Power» (Robert Greene), «Age of Innocence» (Clive B Harrison), oder «The Adventures of Oliver Twist» (Charles Dickens) mit einer Widmung von Charles Chaplin. Die Gegenstände stammen unter anderem aus den Zeiten als MJ mit der HIStory Tour unterwegs war, von Aufenthalten in Deutschland in den Jahren 1998 und 1999 sowie von einem angeblich viermonatigen Aufenthalt in der Schweiz im Jahr 2000. Davon zeugen auch zwei rührende Gespräche mit Sohn Prince, die Michael festgehalten hatte:

  

Von einer anderen Auktion stammend taucht Anfang 2016 ein Privatvideo auf, in dem Michael und seine Kinder Prince und Paris Jackson auf einem Balkon vom Zürcher «The Dolder Grand» Hotel zu sehen sind. Während sie auf den Zürichsee blicken, kommentiert Michael: «Das ist die Schweiz, Zürich.» Die folgenden Aufnahmen zeigen, wie er im Vorgarten eines Privatanwesens einige Tanzschritte zeigt. Dann folgen Aufnahmen aus einem Hotel, gegenüber der Wasserfontäne in Genf. «Wunderschönes Genf» sagt Michael zu seinen Kindern, die mit einem Feldstecher auf den Genfersee blicken. Bereits ein Jahr zuvor war ein kurzes Video aufgetaucht, in dem Michael Jackson seinen Kindern im Genfer Hotel aus einem Buch vorliest.

   

Inspiration für «Invincible»

Schon 1998 wurde berichtete, dass der King of Pop ein neues Album veröffentlichen wolle. Wie üblich nahm er sich hierfür jedoch Zeit. Um die Jahrtausendwende stand noch immer kein Veröffentlichungsdatum fest. Dennoch waren bereits einige Songs mit Babyface, Dr. Freeze (von der Band «Color Me Badd»), Rodney Jerkins und weiteren Produzenten fertig gestellt.

Auch in der Schweiz arbeitete Michael Jackson im Frühling und frühen Sommer 2000 an Songs für das damals noch unbetitelte «Invincible» Album. Von seinem Musiker Brad Buxer wurden ihm mehrere DAT-Tapes mitgegeben, auf denen Demos und Songideen kopiert waren. (Siehe Auflistung.) Mit dem Keyboarder und Arrangeur setzte er seit den «Dangerous»-Sessions die meisten seiner solo-Kompositionen um.

– What More Can I Give (solo Version)
– Jungle City (4 Versionen)
– The Way You Love Me (3 Versionen)
– Powder Blue
– unbetitelte Instrumental-Ideen (Speechless)
– unbetitelte Instrumental-Ideen (The Lost Children)
– diverse weitere Instrumentals (Balladen und eine schnelle Nummer)

«What More Can I Give» und «The Way You Love Me» waren bereits ziemlich ausgereift und komplett eingesungen. Beide Stücke hatte Michael komponiert. (Letztendlich erschien aber keiner auf «Invincible».) Sehr interessiert schien Michael auch an «Jungle City», einem düsteren Song im Stil von «Morphine» und «Shout» über Armutsprobleme und Korruption. Brad Buxer hatte die Musik eingespielt und Dr. Freeze sang den Song – Michael Jacksons Stimme imitierend. Den Aussagen von Brad Buxer am «In The Studio with Michael Jackson» Seminar im Juni 2015 in Stommeln war jedoch zu entnehmen, dass Michael den Song, er nannte ihn «Jungle», nie selbst eingesungen hat. Dies obwohl auf dem einen Tape, das Michael in der Schweiz dabei hatte, bei einer Version „MJ Bible“ vermerkt war. So nannte Michael seine Lieblingsmixe. Als jackson.ch Brad Buxer und den Toningenieur Michael Prince auf den Song «Powder Blue» ansprachen, brachen sie in herzhaftes Lachen aus. Hatten sie Michael einen Streich gespielt? Dieses Stück habe Michaels Fahrer «Gary» komponiert und auch gleich selbst eingesungen. Michael jedenfalls nahm den Song nie selbst auf. Allerdings gab es auf dem Ende Oktober 2001 erschienenen «Invincible» dann die beiden weiterentwickelten Songs «Speechless» und «The Lost Children» zu hören.

Sommer 2000: MJ besichtigte Grundstücke

Im September 2000 berichtete die «Tribune de Genève», dass sich Michael Jackson «Anfang dieses Sommers» im Kanton Waadt mehrere herrschaftliche Anwesen mit Blick auf den Genfersee habe zeigen lassen. Darunter auch das Schlösschen Solveig in Gland. Der Sohn der Besitzerin, Francis Francis, sagte: «Ich glaube nicht, dass meine Mutter momentan verkaufen will, aber Michael Jackson hat mir gesagt, dass er in der Region etwas kaufen will.» Ein anderes 24 Millionen Franken teures Anwesen sei ausgeschieden, da dort aus Naturschutzgründen keine Mauer ums Grundstück gezogen werden durfte, die dem King of Pop die gewünschte Privatsphäre ermöglicht hätte.

Bereits im Jahr 1995 sagte Michael in einem Interview, dass er die Schweiz sehr schön finde und vielleicht einmal dort wohnen wolle. Michael war nicht der erste Star, der Gefallen an der Region um den Genfersee gefunden hatte. Bereits sein Idol Charlie Chaplin hatte hier gelebt, ebenso, wenn auch nur für ein paar Monate, Ernest Hemingway, einer von Michaels Lieblingsschriftstellern.

 

März 2014 – Einblicke in die Welt Michael Jacksons

Im März 2014 gastiert die Ausstellung «Neverland Lost» vom Schweizer Fotografen Henry Leutwyler in Zürich. Die Fotografien von persönlichen Gegenständen Michael Jacksons zeigen ein verblüffendes und intimes Bild vom Ausnahme-Künstler und dem sensiblen Menschen dahinter:

«The brilliant Illusion of being a King»

In der Ausstellung war auch der Socken zu sehen, der auf dem Foto auf der Rückseite von «The Jacksons – Live», in der Vinylausgabe von «HIStory», und auf der Startseite von jackson.ch zu sehen ist.