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  • The Jacksons vs. AEG Live – Was gab’s diese Woche sonst noch Interessantes?

    26. Mai 2013

    Wie sich diese Woche herausgestellt hat, hat die Jackson Familie im Januar und März diesen Jahres AEG Live angeboten, sich vor Prozessbeginn zu vergleichen. Kevin Boyle, Anwalt der Jacksons, gab keine näheren Details bekannt, sagte jedoch, dass AEGs Versicherung gezahlt hätte, „was bedeutet, sie hätten sich vergleichen können, ohne dass [AEG] auch nur einen Rappen aus der eigenen Kasse hätte bezahlen müssen“. 

    Boyle sagte, AEG selbst habe nie einen Vergleich angeboten und sie hätten sich auch nie bei der Familie entschuldigt. Die Antwort von Marvin Putnam, Anwalt für AEG, daraufhin war: „Wir vergleichen keine Ansprüche, die vollkommen unbegründet sind. In diesem Fall sind wir der Meinung, dass dies zutrifft.“

    Ich bin ehrlich gesagt recht überrascht über diese News. Bis anhin war ich der Meinung, AEGs Strategie sei, die Jacksons zu einem Vergleich zu bringen bzw. alles dafür zu tun, damit es am Ende nicht an den Geschworenen liegt, ein Urteil zu fällen. Denn meines Erachtens werden die Geschworenen grundsätzlich schon mal auf Seiten der drei Kinder sein, die ihren allein erziehenden Vater frühzeitig verloren haben. Hinzu kommt, dass wenn man den ersten Monat im Prozess anschaut, AEG alles andere als einen guten Eindruck macht. Ich weiss nicht, ob AEG naiv, arrogant oder einfach nur dumm ist — oder eine Kombination davon — bzw. was sie noch in petto haben, um die momentane Beweislast zu ihren Ungunsten auszugleichen. Und wie sauber und sachlich diese Argumentationen dann sein werden, bleibt ebenfalls abzuwarten. Aber bleiben wir gespannt, was die nächsten Wochen noch alles ergeben werden. Experten gehen davon aus, dass der Prozess bis zu drei Monate dauern könnte. Das heisst, einen Drittel haben wir hinter uns und zwei Drittel liegen noch vor uns.

    Quellen: jackson.ch, latimes.com

    2 Kommentare zu “The Jacksons vs. AEG Live – Was gab’s diese Woche sonst noch Interessantes?

    1. Jutta Müller

      Das sind mal wieder richtig interessante Sachen, die zum Vorschein kommen. Dieser Vorschlag zu einem Vergleich. Sehr vernünftig. Mir zeigt sich, dass das Jackson-Team die Bodenhaftung nicht verloren hat. Anders sieht es bei AEG Live aus. Trotz hochbezahltem CEO mit seinem Gefolge und den hunderten von Anwälten, die AEG Live beschäftigt, herrscht doch wohl intern Chaos. Die Anschutz Entertainment Group stand ja zum Verkauf bereit. Dann machte Philipp Anschutz einen Rückzieher. Und feuerte Tim Leiweke, AEG’s president and chief executive Officer seit 1996. Leiweke ist nun neuer CEO of Marple Leaf Sports and Entertainment in Toronto. Als sein Nachfolger wurde Dan Beckerman ausgerufen. Auch weitere Personen wurden ausgewechselt (Forbes 25.3.2013 und weitere). Anrufe von Journalisten wurden weder von Anschutz noch von Leiweke entgegengenommen. Ich werde den Verdacht nicht los, dass Leiweke seinen Einfluss in der AEG Gruppe erhöhen wollte. Und sich einen Kauf überlegte.
      Im Moment laufen die Gerüchte um Sony heiss. Was ist los? Der US-Investor Daniel Loeb will den Elektronik-Riesen zerschlagen lassen. Loeb ist ein berüchtigt aggressiver Hedgefonds-Manager und hat bereits den Internet-Konzern Yahoo in die Knie gezwungen. Indem er öffentlich machte, dass sich der damalige Yahoo-Chef Scott Thompson mit einem falschen akademischen Titel brüstete. Thompson musste nach nur wenigen Monaten Yahoo verlassen. Loebs Third Point bekam die monatelang geforderte Präsenz im Verwaltungsrat. Mitgemischt hat er auch bei der Berufung der neuen Chefin Marissa Mayer von Google. Mit seinem Hedge Fonds Third Point hat Loeb offenbar inzwischen einen Anteil von 6,5 Prozent an Sony zusammengekauft. Loeb fordert, das Film- und Musik-Geschäft vom Rest des Konzerns abzuspalten und 15 bis 20 Prozent davon sollen an die Börse kommen. (TOnline, manager magazin online 14. Mai 2013 und weitere.) Davon wird ja dann wohl auch ATV Music Publishing betroffen sein. Wie werden die Trustees des Michael Jackson Estate darauf reagieren?

    2. toni

      Vielen Dank für Deine fundierte Anmerkungen.

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