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  • The Jacksons vs. AEG Live — Zeugen der Jacksons, 37. Teil

    21. Juli 2013

    Seit Freitag ist Katherine Jackson, Michaels Mutter, im Zeugenstand. Ihre Aussage wird am Montag fortgesetzt und es wird angenommen, dass sie die letzte Zeugin der Jackson Seite sein wird. Anschliessend wird AEG Live seine Zeugen aufrufen. AEG Anwalt Putnam liess diese Woche verlauten, dass sie 30 Prozesstage dafür beanspruchen werden. Dh. der Prozess wird definitiv nicht Anfang August beendet werden, wie ursprünglich angenommen, sondern kann sich nun noch bis Mitte September ziehen. 

    „Am schwierigsten ist es, hier im Gerichtssaal zu sitzen und all die schlechten Dinge über meinen Sohn zu hören“, so Katherine. „Zahlreiche Fakten, die hier erzählt wurden, entsprechen nicht der Wahrheit“, sagte Katherine. Zum Beispiel stimme es nicht, dass Michael faul war, wie in einer E-Mail von AEG bezüglich Michaels Konzertvorbereitungen stand. Vor allem aber beanstandete Katherine eine E-Mail vom Leiter der Rechtsabteilung von AEG Lives Muttergesellschaft, in der dieser Michael „Freak“ nannte.

    „[Michael] ist nicht hier, um für sich selbst zu sprechen“, aber sie werde ihr Bestes tun, um dies für ihn zu tun. Als die Jackson Anwälte Katherine befragten und den Geschworenen ein Video von klein Michael gezeigt wurde, in dem er performte, hörten die Geschworenen aufmerksam zu.

    „Wieso sind Sie hier“, fragte Brian Panish seine Zeugin. „Weil ich wissen will, was meinem Sohn wirklich zugestossen ist. Deshalb bin ich hier“, so Katherine. Wie sie sich gefühlt hatte, als sie bei der eidesstattlichen Zeugeneinvernahme vor Prozessbeginn während 12 Stunden AEG Anwalt Putnams persönliche und bohrende Fragen hatte beantworten müssen, fragte Panish. „Ich fühlte mich schlecht dabei, denn mein Sohn war ein sehr guter Mensch. Er liebte alle, er spendete für wohltätige Zwecke, er war im Guiness Book of World Records für seine Spenden“, so Katherine.

    Marvin Putnam musste sich der Herausforderung stellen, bei seinem Kreuzverhör von Katherine nicht unfreundlich zu erscheinen, jedoch gleichzeitig für seine Seite ihre Zeugenaussage zu diskreditieren. Als er Katherine fragen wollte, warum sie Kenny Ortega anfangs auf der Zeugenliste für die Jacksons hatte, dann aber strich, unterbrach ihn Katherine, dass er dies vergessen solle. Was solle er vergessen, fragte Putnam. Katherine Jackson blieb für ca. eine Minute ruhig und starrte Putnam an. Dieser fragte sie dann, ob es helfen würde, wenn er ihr seine Frage nochmals vorlesen liesse. Nein, das wäre nicht hilfreich, so Katherine. Die Richterin liess die Frage dann vom Gerichtsprotokoll streichen, da die Antwort privilegierte Gespräche mit ihren Anwälten betreffen würde.

    Nach der Mittagspause nahm Katherine wieder Platz im Zeugenstand. Kurz nachdem AEG Anwalt Putnam sie weiter befragte, sagte sie jedoch der Richterin, dass sie müde sei. Die Geschworenen wurden entlassen und Katherine Jackson kann am Montagmorgen mit ihrer Aussage weiterfahren.

    Putnam hatte bereits in seinem Eröffnungsplädoyer angekündigt, dass sie den Fall der Jacksons als „lächerlich“ bezeichnen und „nun werden wir damit anfangen zu zeigen, was hier wirklich passiert ist“. Wie die AEG Seite bei ihrem Eröffnungsplädoyer bereits angekündigt haben, werden sie „einige hässliche Sachen“ aufzeigen und Michael Jacksons „tiefste und dunkelste Geheimnisse“ an den Tag bringen.

    Auf die Frage von Richterin Palazuelos betreffend Putnams Pläne in Sachen Conrad Murray, antwortete dieser am Mittwoch, dass er nicht vorhabe, Murray in den Zeugenstand zu rufen — obwohl sie dies anfangs nicht ausgeschlossen hatten — es sei denn, dies sei notwenig. Conrad Murray, so sei erinnert, würde sich aber in dem Fall ziemlich sicher auf sein verfassungsrechtliches Aussageverweigerungsrecht berufen. Seine Anwältin hatte beiden Seiten vor Prozessbeginn ein entsprechendes Statement ihres Klienten mit diesem Inhalt abgegeben.

    Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass es am Dienstag wieder eine Kollision der beiden Anwälte, Brian Panish und Marvin Putnam, gab. Beide sprachen im Gang in ca. 5m Abstand zu einander mit der Presse, als sie plötzlich verbal auf einander los gingen. Ein Gerichtsbeamter unterbrach die hitzige Auseinandersetzung. Am nächsten Morgen rief die Richterin die beiden ins Richterzimmer und legte fest, dass diese inskünftig im Gang nicht mehr mit den Journalisten sprechen dürfen.

    Für diejenigen, die interessiert sind an Katherines Gesamtaussage vom Freitag siehe hier für das Protokoll. An dieser Stelle möchten wir auf einen Spendenaufruf von teammichaeljackson.com aufmerksam machen. Die Protokolle werden privat verfasst. Dh. es reist jeden Prozesstag jemand vor Ort und notiert sich alles. Die Seite hat Tausende von Hits — da der Prozess nicht via TV übertragen wird, ist dies die einzige Möglichkeit, alles zu erfahren und sich einen eigenen Eindruck abseits der Medien zu verschaffen. Ohne Spenden, so kündigte teammichaeljackson.com an, werden sie nur noch die nächste Woche im Stande sein, vom Prozess zu berichten. Wer regelmässig Nutzen vom Service von teammichaeljackson macht, sei gebeten deren Aufwand mit einem finanziellen Beitrag zu unterstützen. Siehe hier für weitere Infos.

    Quellen: jackson.ch, cnn.com, teammichaeljackson.com