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  • The Jacksons vs. AEG Live – Zeugen der Jacksons, 8. Teil

    21. Mai 2013

    Gestern hat Brian Panish, Anwalt für die Jacksons, Shawn Trell, den Leiter der Rechtsabteilung von AEG Live, befragt. Man durfte gespannt sein, wenn zwei Juristen aufeinander treffen und der Zeuge ja eigentlich für die Gegenseite tätig ist. 

    Fest stand bereits zuvor, dass der Vertrag zwischen Conrad Murray und AEG bzw. Michael Jackson nur von Murray, am Tag vor Michael Jacksons Tod, unterzeichnet worden war. Entsprechend argumentiert ja AEG schon von Anfang an, dass der Vertrag nicht rechtsgültig sei und sie nicht für die Anstellung von Murray zur Verantwortung gezogen werden können. Wie sich nun aufgrund diverser E-Mails, die Panish dem Zeugen vorlegte, herausstellte, hatte Kenny Ortega auch keinen Vertrag mit AEG. Panish fragte Trell entsprechend, ob AEG Kenny Ortega basierend auf diese E-Mails bezahlt hätte. Ja, so Trell, in Kennys Fall war das so. „Und Dr. Murray hatte mit AEG eine Vereinbarung gestützt auf eine Anzahl von E-Mails?“ so Panish an Trell. „Nein, das glaube ich nicht,“ antwortete Trell. Auf die Frage, wieso Kenny Ortega denn keinen Vertrag brauchte, antwortete Trell, dass Ortegas Fall anders läge.

    Brian Panish zeigte dann den Geschworenen eine Anzahl von E-Mails zwischen Conrad Murray und diversen AEG Direktoren. Darunter war eine E-Mail vom 8. Mail 2009, in der Paul Gongaware, der co-CEO von AEG Live, damit einverstanden war, Murray USD 150’000 pro Monat zu bezahlen. In einer zweiten E-Mail befasste sich Tim Woolley, der für diesen Fall zuständige Buchhalter von AEG Live, mit den Anstellungsbedingungen von Conrad Murray, einschliesslich einer Bestimmung, dass Murray nicht im gecharterten Flugzeug von Michael Jackson mitfliegen, er aber erste Klasse fliegen würde. In einer weiteren E-Mail, datiert vom 22. Mail 2009, schrieb Conrad Murray an Tim Woolley, dass er einen ungültigen Cheque an ihn faxen würde, damit sie ihm das Geld direkt auf sein Konto überweisen können. Als Brian Panish gestützt auf all diese E-Mails darauf bestand, dass Conrad Murray im Mai 2009 für AEG gearbeitet hatte, antwortete Trell erstaunlicherweise (oder auch nicht erstaunlicherweise, wenn man sieht, was AEG bis jetzt schon alles für Fauxpas geleistet hat): „Nein. Mit dieser Aussage bin ich überhaupt nicht einverstanden.“ Okay…

    Noch besser (oder peinlicher, je nachdem, von welcher Seite man es betrachtet) wurde es dann, als Panish Trell einen Bericht zeigte, den AEG nach dem Tod von Michael Jackson dessen Nachlassverwaltung geschickt hatte und in dem sie verlangt hatten, dass ihnen USD 300’000, die AEG an Conrad Murray ausbezahlt hätten, zurückerstatten sollten. Man erinnere sich, dass frühere Zeugenaussagen bereits aufgezeigt hatten, dass Murray von AEG nie bezahlt worden war. „Meines Erachtens handelt es sich hierbei um einen Fehler“, so Trell schlicht.

    Brian Panish zeigte den Geschworenen auch eine E-Mail von Kenny Ortega an Randy Phillips, CEO von AEG Live, in der ersterer nur wenige Tage vor Michael Jacksons Tod geschrieben hatte, dass es bei Michael starke Anzeichen für Paranoia, Angst sowie zwanghaftem Verhalten gebe. „Ich glaube, es wäre am besten, wenn wir einen top Psychiater holen, der ihn so schnell wie möglich beurteilen kann. Ich glaube fest, dass wenn ich ihn dazu ermutigt oder es ihm erlaubt hätte, letzte Nacht auf die Bühne zu kommen, er sich hätte verletzen können. Ich glaube, wir brauchen in dieser Sache professionelle Hilfe“, so Ortega in seiner E-Mail. Trell sagte, dass AEG mit Michael und Conrad Murray noch am selben Tag ein Treffen gehabt hätten. „Ich denke also, sie haben das ernst genommen“, so Trell. An jenem Meeting soll Michael Jackson gesagt haben, er werde sich bessern und Murray soll damit einverstanden gewesen ein, dabei zu helfen. Und was meinte AEGs Anwalt Marvin Putnam dazu? „Michael und der Arzt betonten, dass er OK sei. Sie hatten es unter Kontrolle“. Kein Kommentar.

    Quellen: jackson.ch, latimes.com