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  • The Jacksons vs. AEG Live — Zeugen von AEG, 18. Teil

    8. September 2013

    Am Freitag wurde den Geschworenen Dr. Barney Van Valins eidesstattliche Zeugenaussage via Video gezeigt. Dr. Van Valin wurde eigentlich als Zeuge für AEG Live aufgeführt, seine Aussagen schienen aber letztlich mehr Gewicht für die Jackson Seite zu haben.

    Dr. Van Valins Arztpraxis ist in der Nähe von Michael Jacksons Neverland Ranch. „Wir warten beste Freunde“, sagte Van Valin. „Ich hatte keinen besseren Freund und ich glaube, ihm ging es genauso“, so der Arzt. Michael tauchte fast jede Woche ohne Ankündigung bei Van Valin zu Hause auf. Der Arzt öffnete seine Tür, um am Morgen zur Arbeit zu gehen „und er stand einfach da“, so Van Valin. Sein Fahrer sagte ihm einmal, dass Michael 35 Minuten lang vor seiner Tür gewartet hatte, ohne die Türglocke zu klingeln, weil er dachte, dies wäre unhöflich.

    Wenn Michael Van Valin besuchte, blieben dessen Kinder oft der Schule fern, damit sie den Tag mit Michael zusammen verbringen konnten. „Ich kam von der Arbeit nach Hause und Michael war da und sie schauten zusammen Trickfilme an oder assen Pizza“, sagte Van Valin. Am Anfang war das was ganz Neues, aber mit den Jahren sei es dann zu einer Routine geworden.

    Die Jackson Anwälte fragten Van Valin im Kreuzverhör, ob Michael Jackson ein guter Vater war. „Nein, er war ein grossartiger Vater. Denn ich bin ein guter Vater, aber er war besser als ich. Er respektierte [meine Kinder] und sie respektierten ihn und er wies sie auf eine ganz feine, nette Art zurecht“, so Van Valin.

    Van Valin bestritt, dass Michael Jackson — wie AEG Live das Bild aufzeigen will — Freundschaften mit Ärzten pflegte, um Zugang zu Medikamenten für seine geheime Sucht zu erhalten. Er habe Michael Jackson nie Rezepte für Medikamente ausgestellt, die medizinisch nicht notwendig waren, so Van Valin. Er sagte, Michael Jackson zeigte „klassische Symptome für Schmerzen im unteren Rückenbereich“ und ein MRI zeigte, dass eine Schwellung in einer Bandscheibe im unteren Bereich (die von seinem Bühnenunfall 1997 in München herrührte) mit den von ihm beschriebenen und empfundenen Schmerzen übereinstimmte. Entsprechend wurden ihm Schmerzmittel dagegen verschrieben. Van Valin habe nie den Verdacht gehabt, dass Michael Schmerzen vortäuschte, um Spritzen gegen die Schmerzen zu erhalten. „Ich habe darauf geachtet, da es viele Leute gibt, die zu mir kommen und versuchen, mich zu betrügen. Deshalb schau ich immer darauf“, so Van Valin.

    Es gab jedoch einen Vorfall während eines Hausbesuchs im 2002, der in Van Valin den Verdacht regte, dass Michael Jackson zusätzliche Spritzen mit dem Schmerzmittel Demerol von einem anderen Arzt verabreicht erhielt. Nachdem er Michael eine Spritze gab, bemerkte er auf Michaels T-Shirt einen kleinen Blutflecken. „Ich zog [das Shirt] hoch und da war ein kleines Pflaster und ich sagte ‚Michael, ein anderer Arzt hat Dir eine Spritze gegeben.‘ Ich sagte, ‚Du weisst, welchem Risiko Du Dich und mich aussetzt, wenn Du das machst? Wer kam und gab Dir die Spritze?‘ ‚Oh, nein, das hab ich nicht — es war keine Spritze.'“ Van Valin sagte, „Aber es war eine. Er hatte gelogen.“ „Ich habe ihm gesagt, ich sagte, ‚Weisst Du was, ich kann das nicht tun, okay, weil wenn Du Dich zweifach versorgen lässt — ich gebe Dir eine Spritze und Du hast vorher schon eine erhalten‘, sagte ich, ‚könnte ich Dich umbringen'“, so Van Valin in seiner Aussage. Obwohl Van Valin Michael Jackson kurz nach diesem Vorfall nicht mehr länger behandelte, blieben sie eng befreundet, so der Arzt.

    Im 2002 hatte Michael Jackson Van Valin gebeten, ihm beim Einzuschlafen zu helfen. „Manchmal sagte er, ‚Barney, mach mir einen Gefallen; schau, ob ich schlafen kann. Ich geh unter die Bettdecke auf der ausziehbaren Couch‘ und er sagte ‚Lies mir von einem Buch vor'“, sagte Van Valin aus. „Ich hab ein Buch gefunden, das interessant aussah und ich begann zu lesen oder ich erzählte ihm Geschichten. Das funktionierte nicht, weil er oft in der Geschichte aufging und sagte ‚Das ist wirklich passiert?‘ oder so ähnlich. Wie auch immer, ich hab ihm vorgelesen — und als es ausschaute, als ob er schlief, ging ich leise aus dem Zimmer raus, was nicht so einfach war, weil die Türe ein kleines Geräusch machte. Als ich dachte, er schlafe, ging ich raus, und ab und zu kam es vor, dass er dann sagte, ‚Gute Nacht, Barney‘, und als ich bei der Türe war, war er vollkommen wach“, so Van Valin. Van Valin hatte auch versucht, Michael Jackson mittels Beruhingsmitteln wie Xanax zum Schlafen zu verhelfen, jedoch ohne Erfolg.

    Im 2003 hatte Michael Jackson Van Valin gestanden, dass er in einem Schrank in seinem Schlafzimmer auf Neverland einen Vorrat an Propofol hatte. „Er sagte, ‚Hilfst Du mir einzuschlafen; ich hab seit vier Tagen nicht mehr schlafen können‘, und ich sagte, ‚Womit?‘ Und er sagte, ‚Ich habe dieses Zeugs‘ und ich sagte, ‚Mike, ich verabreiche keine intravenösen Beruhigungsmittel. Dafür braucht man einen Narkosearzt.‘ Und er sagte, ‚Das ist sicher; ich hab es die ganzen Jahre über zwischen den Shows gebraucht, und man hat mir damit zum Schlafen verholfen‘. Ich sagte, ‚Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein guter Schlaf war‘. Er sagte, ‚Nein, es hat wirklich gut funktionert'“, erzählte Van Valin. Van Valin sagte weiter aus, dass Michael Jackson ihm erzählt hatte, dass während seiner Welttourneen ein Arzt ihn an den IV-Tropf hing, damit er schlafen konnte „und er blieb acht Stunden neben mir und weckte mich auf, wenn ich abdriftete — wenn ich zwischen Shows drei Tage hatte, waren das drei Tage, an denen ich nicht schlafen konnte, und ich hätte keine Show auf die Beine stellen können, wenn ich es gewollt hätte, weisst Du; ich meine, ich will, dass meine Shows so perfekt wie möglich sind, weisst Du.‘ Es tönte, als ob es ein Arzt war, der wusste, was er machte und was sein Job war; nicht wie dieser andere Typ, der einfach eine Infusion laufen liess und dann das Zimmer verliess und ihn praktisch wie einen Hund einschläferte“, so Van Valin.

    Michael Jackson sei „recht blasiert“ gewesen, als Van Valin seiner Bitte nicht nachkam, ihm mit dem Propofol zu helfen und Michael habe ihn nie wieder darum gebeten, sagte Van Valin aus.

    Quellen: jackson.ch, cnn.com