Bereits 17 Jahre sind vergangen, seit die Todesmeldung Michael Jacksons die Menschen rund um die Welt bewegte. Das Biopic „Michael“ zelebriert gerade seinen Aufstieg aus ärmsten Verhältnissen zum King of Pop. Der Durchbruch als solo-Künstler sei seine glücklichste Zeit gewesen, hatte er rund ein Jahr vor seinem Tod erklärt.
Was danach passierte und womöglich in einer Fortsetzung des Biopics thematisiert wird, hat sein Herz gebrochen. Und letztendlich dazu geführt, dass Michael Jackson während den Proben für This Is It hin und hergerissen war zwischen Euphorie und Angstzuständen.
Vater Joseph sagte: „Wäre seine Mutter Katherine bei ihm gewesen, würde er noch leben.“
Der Obduktionsbericht, die Prozesse gegen seinen Leibarzt Dr. Conrad Murray sowie gegen den Konzertveranstalter AEG Live brachten schockierendes zutage. Die in Michael Jacksons Blut gefundenen Medikamentenrückstände von Substanzen wie Xanax oder Lorazepam deuten darauf hin, dass ihn nicht nur seine chronische Schlaflosigkeit in den Tagen vor seinem Tod belastete.
Während Michael in seiner Rolle als Vater von drei Kindern offensichtlich aufging, machte ihm die Missbrauchsvorwürfe trotz Freispruch – insbesondere sein angeschlagenes Image – zu schaffen, hinzu kamen diverse im Sand verlaufene Projekte, abgesprungene Sponsoren, Gerichtsverfahren und ausbleibende Nr. 1 Hits. Auch ein Wiedereinstieg ins Filmbusiness als Produzent und Schauspieler wollte nicht gelingen.

Der im Biopic von KeiLyn Durrel Jones gespielte Bill Bray war in den 00er Jahren längst von Michaels Seite gewichen. Während Michael im Frühjahr 2005 wegen angeblichen Kindesmissbrauchs vor Gericht stand, lag Bill Bray todkrank im Spital und starb bald darauf.
Vermutlich nachdem Bill Bray im Jahr 1996 in den Ruhestand trat, schrieb ihm Michael einen Brief, den er mit den Worten abschloss: „Was ich eigentlich nur sagen möchte, ist: Danke, dass du ein Vater für mich warst. Ich weiß nicht, was aus mir geworden wäre, wenn du nicht da gewesen wärst.“
(„RR Auctions“ hatte bei der Auktion des Briefes vermutet, das Schreiben stamme ungefähr aus dem Jahr 1992.)
Während seine Sicherheitschefs und Bodyguards mehrmals wechselten, wurde Grace Rwaramba zu seiner stetigen Begleitung. Michael hatte sie kurz vor Geburt seins ersten Sohnes Prince Michael Joseph Jackson Jr. gefragt, ob sie die Aufgabe als Kindermädchen übernehmen möchte.
Doch nach einer Auseinandersetzung war auch sie in den letzten Wochen von Michael Jacksons Leben von ihm gewichen. Aus Sicherheitsgründen hatte Michael regelmässig seine Telefon-Nummer gewechselt, und so war es selbst für enge Freunde und Familienmitglieder schwer an ihn ranzukommen. Sie mussten über Angestellte versuchen an ihn zu treten. Der damalige Partner von LaToya Jackson hatte nach Michaels Tod einiges aus Michaels Anwesen in Los Angeles mitgenommen (die Nachlassverwaltung forderte die Gegenstände im Jahr 2022 von Jeffre Phillips gerichtlich retour.) Darunter vermutlich ein Fax von Grace Rwaramba: „Brother Michael. Pleas let Mr. Jackson know that i really, really, really need to talk to him. I would call, but i don`t have his new number, Its personal and about me. Thanks. Grace.“
Ob sie Michael noch sprechen konnte, ist unbekannt.
Auch Joseph Jackson berichtet, wie er in den Tagen vor dessen Tod versuchte an Michael heranzukommen. Er sei sogar vor den Toren seiner Villa gestanden, doch man habe ihn nicht reingelassen und seine Anrufe seien nicht erwidert worten. „Wenn seine Mutter Katherine bei ihm gewesen wäre, würde Michael noch leben“, glaubte Michaels Vater. Im Interview auf dem YouTube Channel MJ Classified berichtete er, wie er sich Sorgen machte, aber nicht annährend erahnte, wie schlimm es tatsächlich um seinen Sohn stand:
Michael Jackson hatte eigentlich nur für 10 Konzerte zugesagt, als er (nach erfolglosen Film-Verhandlungen in den Jahren zuvor) mit AEG Live einen Vertrag unterzeichnete. Bereits im Vorfeld der This is It Pressekonferenz in London hatten sich dramatische Szenen abgespielt. Während die Konzertveranstalter in der Öffentlichkeit behaupteten, Michael sei in bester Verfassung – machte sich sein Umfeld grosse Sorgen. Mit allen Mitteln wurde versucht, alles zum Guten zu wenden. Und auch Michael wollte die Konzerte, die aufgrund der hohen Nachfrage auf 50 erhöht wurden, unbedingt durchziehen.
Wir hatten auf jackson.ch ausführlich berichtet, als nach und nach schockierende Details von hinter den Kulissen zutage kamen. Du kannst diese Newseinträge nachlesen, in dem du hier im Suchfeld nach den Stichworten „Dr. Conrad Murray“ oder „Jacksons vs. AEG Live“ suchst. Dieses Video fasst einiges gut zusammen: (Trigger-Warnung)
Auch Leonard Rowe hat ein Buch über seine Eindrücke an vorderster Front verfasst. Rowe hatte die Destiny-Tour vor und nach Release vom Off The Wall Album veranstaltet und kam im März 2009 zurück an Michaels Seite. Wir hatten damals unter jackson.ch/news berichtet, Michael habe einen neuen Manager. Doch bald danach wurde von Seiten AEG Live vermeldet, das stimme alles nicht und stattdessen sei ein anderer Name von früher zurück: Frank Dileo, der während der Thriller-Era für Epic Recors gearbeitet hatte und für die Bad-Era von Michael eingestellt wurde.
Leonard Rowe hätte eigentlich als unabhängiger Manager die Finanzangelegenheiten Michael Jacksons gegenüber AEG Live vertreten sollen. Doch es kam nicht dazu. In seinem Buch berichtet er und bildet einen Vertragsentwurf mit Notizen Michael Jacksons ab:


Und so endete Michael Jacksons Leben mit einem tragischen letzten Kapitel. Einem Kapitel, das er nicht verdient hatte. Und wie sehr hätten wir es ihm gegönnt, der Welt nochmals zeigen zu können, was es bedeutet, wenn Michael Jackson auf der Bühne steht.
Anlässlich seines 50. Geburtstages hatte Michael auf sein Leben zurückgeblickt. In einem Telefon-Interview mit „Good Morning America“ wurde er gefragt, welches seine glückliste Zeit im Leben gewesen sei. „Wahrscheinlich während der Aufnahmen von Off the Wall und Thriller. Das bedeutete mir sehr viel, und es wurde von der Öffentlichkeit und der ganzen Welt so schön aufgenommen. Ich habe diese Zeit sehr genossen.“ (hier der Artikel von ABC News.)
Quellen: jackson.ch Newsarchiv und im Text erwähnt / Div.
Ich hatte damals in verschiedenen Quellen gelesen, dass die Anhebung von 10 auf 50 Konzerte in London ohne Wissen/ Zustimmung von MJ entschieden wurde.