Jackson.ch hat mehrfach berichtet. Jetzt sind neue Details bekannt. Die Cascio-Familie fordert in einer Anfang Monat eingereichten Klage 160 Millionen Schadenersatz. Zuvor wurden sie vom MJ Estate auf Erpressung verklagt.
Die Daily Mail hat die „in Kalifornien eingereichte Dokumente“ gesichtet und berichtet hier über den Fall. Gemäss ihrer Quelle behaupten alle fünf Cascio-Geschwister gegenüber dem Los Angeles County Superior Court, von MJ sexuell missbraucht worden zu sein. Jeder von ihnen habe gedacht, nur ihnen sei dies wiederfahren, und sie seien von Michael hirngewacht und manipuliert worden. ‚Leaving Neverland‘ habe sie realisieren lassen, dass dies auch ihnen wiederfahren sei.
Was sich auf den ersten Blick schockierend liest, ist im Kontext betrachtet sogar unglaubwürdiger, als die Anschuldigungen zuvor.
Michael Jackson hatte den Vater der Cascio-Familie, ein Hotelier, im Jahr 1984 kennengelernt und seither viel Zeit mit der Familie verbracht. Insbesondere Eddie und Frank Cascio waren viel und oft mit Michael unterwegs. Frank Cascio hatte um die Jahrtausendwende sogar für Michael Jackson als Assistent gearbeitet und war im Arvizo-Prozess (2003 bis 2005) mitangeklagt. Nachdem Michael Jackson die Neverland-Ranch verlassen hatte, lebte er im Jahr 2007 ungefähr für drei Monate bei der Cascio-Familie in New Jersey und arbeite dabei angeblich an mehreren neuen Songs in deren Privatstudio mit Eddie Cascio und dem unbekannten Produzenten James Porte.

Als ein Jahr nach Michaels Tod das Album „Michael“ erschien, wurde die Authentizität von drei Songs darauf angezweifelt. Ausgerechnet die drei Songs, die Michael angeblich bei den Cascios aufgenommen hatte. Das MJ Estate oder Sony Music haben nie zugegeben, von Eddie Cascio rund zehn Songs erworben zu haben, auf denen Michael mutmasslich gar nicht singt. Allerdings ist auffällig, dass die sieben weiteren Cascio-Songs bisher nicht verwendet wurden und die umstrittenen Songs „Breaking News“, „Keep Your Head Up“ sowie „Monster“ heute auf dem Album fehlen.
Die Diskussion um die Echtheit der Cascio-Songs sorgte in den Fan-Foren für hitzige Diskussionen. Es konnte doch nicht sein, dass eine Familie, die Michael so nahe stand, ihn derart betrügt. Und ein Jahr nach dem „Michael“ Album gab der Bruder von Eddie, Frank Cascio, ein durchaus wohlwollendes Buch heraus: „My Friend Michael: An Ordinary Friendship with an Extraordinary Man.“ Die Cascios haben immer wieder betont, von MJ nie unangemessen berührt worden zu sein. Doch seither ist viel passiert.

Da es bei Michael Jackson im Gegensatz zu anderen Missbrauchsfällen nie eine Enthüllungswelle gab, wurden die Pädophilie-Vorwürfe von objektiven Journalisten wie auch von flüchtig interessierten Menschen mit Skepsis aufgefasst. Weder 1993, noch 2003 und auch nicht 2014, als Wade Robson an die Öffentlichkeit ging, meldeten sich weiter angebliche Opfer zu Wort. Ob diese neutral eingestellten Beobachter weiterhin ihre Zweifel behalten, wenn diese von fünf weiteren angeblichen Opfern lesen? Alleine die Story rund um die Cascios könnte mehere Bücher füllen. Wer schon möchte sich mit all den Details beschäftigen?
Für uns Fans ändert sich nicht viel. Es gibt weiterhin keine angeblichen Missbrauchsopfer, denen ohne Vorbehalt geglaubt werden muss. Stattdessen drängt sich auch hier ein finanzielles Motiv auf und scheint der Sinneswandel der Cascios höchst fragwürdig.
Doch für das MJ Estate sind solche Meldungen desaströs, und sie dürften nebst dem Abkommen mit den Chandlers die Realisierung und Vermarktung vom Biopic „Michael“ vor grosse Herausforderungen bringen. Im schlimmsten Fall könnte das Biopic sogar gecancelt werden. (Wahrscheinlich ist deswegen unklar, ob es einen zweiten Teil geben wird – sofern diese unbestätigten Meldungen stimmen.)
Auf das Biopic-Release hin wurden und werden zudem mehrere unabhängige Dokus realisiert, die sich (unter anderem) mit den Missbrauchsvorwürfen auseinander setzen werden. Offiziell sind manche noch unangekündigt, doch jackson.ch hat aus mehreren Quellen davon erfahren. Diejenige von der BBC wird unter dem Titel „Legacy: Michael Jackson“ erscheinen. Wie objektiv und seriös diese Dokus sein werden, ist ungewiss.

Wie wir bereits berichtet haben, lässt sich die Cascio-Familie von Mark Geragos vertreten.
Mark Geragos kündigte im TMZ-Podcast „2 Angry Men“ vom 11. Oktober 2025 an, dass sobald ein Richter einen Entscheid gefällt habe, noch so einiges ans Tageslicht komme, vor dem sich die Nachlassverwaltung fürchte. Und er behauptet, dass das Abkommen (zu dem das Estate gemäss ihrer Klage wiederum von den Cascios genötigt wurden) in Kalifornien unrechtmässig sei, da es um sexuellen Missbrauch von Minderjährigen geht.
Wir hatten zuvor in den News berichtet:
10. Juli 2025 Beschuldigt wird Cascio
12. Mai 2025 Negativschlagzeilen um Frank Cascio
20. September 2024 Erpresser fordern 213 Millionen
Der „Faking Michael“ Podcast von Damien Shields:

Hier die 13 Folgen auf YouTube oder bei Apple Podcast oder bei Spotify
Vera Serova hatte das MJ Estate, Sony Music und die Produzenten Eddie Cascio und James Porte wegen Irreführung und Betrug im Jahr 2014 verklagt. Nach einem langjährigen Verfahren und diversen Gerichtsentscheiden, wurden die umstrittenen Songs „Breaking News“, „Keep Your Head Up“ und „Monster“ vom Michael-Album entfernt. Auf physischen wie auch digitalen Ausgaben fehlen die Songs nun. Siehe z.B. hier bei CeDe.ch
Wir hatten von der „Faking Michael“-Klage über die Jahre berichtet. Siehe hier ein Beitrag vom Dezember 2018 mit Links zu älteren jackson.ch News-Meldungen. Im August 2022 wurde der Fall aussergerichtlich beigelegt und die Songs kurz zuvor endlich vom „Michael“-Album entfernt. (sieher hier unser News-Beitrag.)
Quelle: jackson.ch, dailymail.co.uk, div.
Ich bin völlig fassungslos über das, was die Cascio Familie da abzieht. Das ist noch mal eine ganze neue Dimension an Dreistigkeit und haarsträubender Unglaubwürdigkeit. Selbst eine Cascio Schwester soll missbraucht wurden sein, was überhaupt nicht zu dem gängigen Narrativ passt. Der Verdacht, dass die Familie hier im Windschatten von Leaving Neverland noch mal richtig Kasse mit Ihrer langjährigen Verbindung zu Michael machen wollte, ist scheinbar dermaßen groß, dass sich auch der vermeintliche Qualitätsjournalismus (der LN ja ganz überwiegend als seriöse Doku bewertet hat) an das Thema (noch?) nicht rantraut.
Ich habe mich schon im September 2024 gewundert, dass das kaum jemand aufgegriffen hat. Und auch jetzt wo es deutlich mehr Konkretes zu berichten gäbe, gibt es nahezu keine Artikel und keine News in den Suchmaschinen – obwohl das natürlich ein extrem skandalträchtiger Aufmacher wäre. Ich würde mir aber eine umfassende Berichterstattung wünschen – wenn sie denn fair und differenziert wäre…
Hier zusätzliche Infos darüber.
https://www.themjstory.com/en/post/the-cascios-vs-mjestate-legal-showdown
Super nervig wird es noch werden, vor allem wenn das Biopic ins Kino kommt. Das MJs Mythos lebt und die Konsequenzen dieser falschen Anschuldigungen wenn sich die Stimmung ändert, davor haben viele Angst.
Ob die Medien noch Interesse daran haben werden bezweifle ich, es wird schließlich immer lächerlicher und unglaubwürdiger solche Familien als Aufklärung für Opferschutz darzustellen und zu rechtfertigen. Es geht dabei nur ums Geld und den Skandal auszunutzen. Sollte vielen langsam klar werden.
Eigentlich läuft es recht gut. Die Cascios als gegroomte Opfer zu porträtieren die von nichts wussten – das dürfte schwer werden.
Danke für den Link und deine Gedanken dazu.
Gerne.