Debatte über das politische Vermächtnis MJs

3. Juni 2026

Nach dem Kinostart der Blockbuster-Biografie „Michael“ ist eine neue Debatte über das Vermächtnis Michael Jacksons entbrannt. Kritiker bemängeln, dass der Film ein unvollständiges Bild des Künstlers zeichne, indem er seine politischen Ansichten und sein weltweites Engagement herunterspiele.

Während viele Zuschauer die schauspielerischen Leistungen, die Musik und die Darstellung von Michaels Aufstieg aus der Armut in Gary, Indiana, loben, behaupten einige Historiker und Kulturkommentatoren, dass der Film die politischen Dimensionen seines Lebens weitgehend ausklammert.

Zu den angeführten Beispielen gehört Michaels Konzert von 1988 nahe der Berliner Mauer. Historische Aufzeichnungen zeigen, dass die ostdeutsche Geheimpolizei die Veranstaltung genau beobachtete, da sie deren Einfluss auf junge Menschen fürchtete. Tausende versammelten sich auf der Ostseite der Mauer, um zuzuhören, und die Behörden sollen Notfallpläne vorbereitet haben, für den Fall, dass Michael politisch heikle Äusserungen machen würde. Diese Episode wird als Beweis für die kulturelle und politische Bedeutung des Sängers über die Unterhaltung hinaus angeführt.

Kritiker des Films argumentieren, dass er mehrere Momente auslässt, die Michaels Engagement für Fragen der Rasse und der sozialen Gerechtigkeit offenbaren. Dazu gehören seine öffentlichen Äusserungen zur Diskriminierung in der Musikindustrie, seine Unterstützung für Wählerregistrierungskampagnen, die während der „Victory Tour“ 1984 gemeinsam mit der NAACP organisiert wurden, sowie sein gut dokumentiertes Interesse an den Schriften von Bürgerrechtsführern wie Martin Luther King Jr. und Malcolm X.

Der Film lässt zudem Episoden aus MJs internationalen Reisen aus, die manche Wissenschaftler als politisch bedeutsam ansehen. Während eines Besuchs im Senegal im Jahr 1974 soll Michael beim Besuch der Insel Gorée, einer historischen Stätte, die mit dem transatlantischen Sklavenhandel in Verbindung steht, emotional geworden sein. Später sprach er öffentlich über seine Verbindung zur afrikanischen Geschichte und Identität.

Ein weiterer Streitpunkt betrifft Michaels Rolle bei der Überwindung rassistischer Barrieren bei MTV. In den frühen 1980er Jahren weigerte sich der Sender zunächst, das Video zu „Billie Jean“ auszustrahlen. MJ verglich die Ausgrenzung schwarzer Künstler öffentlich mit Rassentrennung, während der Druck seiner Plattenfirma letztendlich dazu beitrug, die Ausstrahlung zu sichern. Beobachter argumentieren, dass die Filmbiografie diesen Konflikt in erster Linie als geschäftlichen Streit und nicht als Bürgerrechtsfrage darstellt.

Der Aufsatz verweist auch auf Michaels internationales humanitäres und politisches Engagement, darunter seine Teilnahme an „We Are the World“, seine Unterstützung für Hilfsmassnahmen gegen die Hungersnot in Afrika und seine Bekundungen der Solidarität mit palästinensischen Zivilisten in den 1990er Jahren. Kritikern zufolge erschweren diese Episoden das Bild von MJ als rein unpolitischem Entertainer.

P.S. Der Michael-Biofilm wird nach einem Rekorderfolg an den Kinokassen ab dem 9. Juni als digitaler Download erhältlich sein. „Michael“ wird ab dem 14. Juli auch auf DVD, Blu-ray™ (digital), 4K UHD (Blu-ray, digital), als 4K UHD (Blu-ray, digital) Collectible Edition mit Fotobuch von Lionsgate sowie als 4K UHD (Blu-ray, digital) Walmart- und Amazon-Exklusiv-SteelBooks erhältlich sein.

Ab dem 9. Juni kann der Film über Premium Video on Demand (für 48 Stunden) ausgeliehen und über Premium Electronic Sell-Thru auf teilnehmenden digitalen Plattformen, auf denen Filme gekauft werden, erworben werden, darunter Amazon Prime Video, Apple TV, Fandango at Home, Google TV, YouTube und weitere.

Quelle: jackson.ch; africasacountry.com; screenrant.com

Ein Kommentar zu “Debatte über das politische Vermächtnis MJs

  1. Volker

    Seine Messages wurden ja auch erst angedeutet. Da der Film 1988 endet, kommt das hoffentlich im nächsten Film.
    Man in the mirror, We are here to change the world, Heal the world, Earth Song …

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