Der Toto-Gitarrist Steve Lukather beschreibt die Aufnahmen für Beat It und wie er Quincy Jones und Michael Jackson als Menschen und Musiker erlebt hat.
„Ich bekam den Anruf von Quincy wegen ‚Beat It‘, und als ich zu meinen Parts kam, habe ich das Riff zunächst auf ein paar vierfach gestapelten Marshalls richtig aufgedreht. Aber dann rief Quincy an und sagte: ‚Das ist großartig … aber es ist zu viel. Ich muss den Song im R&B-Radio unterbringen. Nimm einen kleinen Fender-Verstärker und dreh die Verzerrung runter.‘ Das hört man dann, wenn das Riff einsetzt.“
„Und als ich dann Michael singen hörte: ‚Your butt is mine‘, war ich einfach nur ein klugscheißender Typ in den Zwanzigern und musste lachen. Aber Quincy meinte: ‚Hör auf damit, Mann. Das wird ein Riesenerfolg. Das sag ich dir.‘ Ich sagte: ‚Ja, klar!‘ Aber es war – und ist immer noch – ein Riesenerfolg.“
„Aber bei Michael gab es überhaupt nichts Seltsames. Er war in meinem Alter, er lachte über meinen Quatsch und fand mich amüsant. Er war ein echter Profi, obwohl mich sein Affe Bubbles zum Lachen brachte, der die Gesangskabine zerlegt hat. [lacht] Das war das Seltsamste, was ich je gesehen habe. Da habe ich mich natürlich vor Lachen auf dem Boden gewälzt.“
„Michael war witzig, Mann. An seiner Körpersprache konnte man erkennen, ob ihm ein Part gefiel oder nicht. Er fing an zu tanzen, und da waren nur ich, Quincy und Michael, und ich spielte etwas vor, und Michael meinte: ‚Wie wäre es damit? Du solltest es so ändern, denn das soll ja nicht immer und immer wieder so weitergehen.‘“
„Er war sehr kooperativ. Er wollte meine Ideen hören. Und Quincy hat das begrüßt, aber er hat meine Parts nicht geschrieben. Bei Songs wie ‚Human Nature‘ sagte Quincy: ‚Mach es funky für mich, Mann. Das muss ich ins R&B-Radio bringen.‘ Ich habe mir diesen Part spontan ausgedacht, und genau der ist dann im Radio gelandet.“
„Michael war also ein Profi. Und Quincy war ein großartiger Casting-Direktor, der ein hervorragendes Gespür für Songs hatte und die richtigen Leute für die richtigen Songs fand.“
Der Artikel von Guitar Player, in dem Steve Lukather über weiter Kollaborateure seiner Karriere spricht, hier:
Quelle: guitarplayer.com