Rede an der Universität Oxford How to forgive your father

Im Buch von Sophia Pade und Armin Risi: MAKE THAT CHANGE – Michael Jackson: Botschaft und Schicksal eines spirituellen Revolutionärs (Govinda-Verlag 2017) findet sich im Anhang 1 die ungekürzte Wiedergabe von Michael Jacksons Ansprache vor der „Oxford Union“ am 6. März 2001 mit dem Titel „How to forgive your father“, deutsche Übersetzung von Anna Hoffmann und Armin Risi (auf der Grundlage des übersetzten Textes auf mjfriendship.de).

Wir geben hier diesen Text vollständig wieder, mit freundlicher Genehmigung der Übersetzer.

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„Danke aus tiefstem Herzen, liebe Freunde, für den herzlichen und freudigen Empfang, und vielen Dank an Sie, Herr Präsident, für Ihre freundliche Einladung, die anzunehmen mir eine große Ehre ist. Ebenso möchte ich ganz besonders Shmuley [Rabbi Shmuley Boteach] danken, der hier in Oxford elf Jahre lang Rabbiner war. Du und ich, wir haben hart gearbeitet, um Heal the Kids ins Leben zu rufen, und auch, um unser Buch über kindliche Eigenschaften1 zu schreiben. In all unseren Bemühungen warst du mir immer ein unterstützender und liebevoller Freund. Danke! Und ich möchte auch Toba Friedman danken, unserer organisatorischen Leiterin von Heal the Kids, die heute abend an ihre frühere Universität zurückkehrt, wo sie als Marshall-Stipendiatin ihre Studienzeit verbrachte, und Marilyn Piels, einem weiteren wichtigen Mitglied unseres Teams von Heal the Kids.

Es erfüllt mich mit Demut, an einem Ort zu sprechen, an dem schon so bedeutende Persönlichkeiten wie Mutter Theresa, Albert Einstein, Ronald Reagan, Robert Kennedy und Malcolm X standen. Ich habe gehört, dass sogar Kermit der Frosch hier mal aufgetreten ist. Kermits Botschaft konnte ich immer gut nachempfinden: „Es ist nicht leicht, grün zu sein.“ Und ich bin sicher, es ist ihm auch nicht leichter gefallen als mir, hier oben zu stehen.

Wenn ich mich in Oxford umsehe, wird mir die Erhabenheit und Würde dieser großartigen Institution erst recht bewusst, ganz zu schweigen von der Brillanz der begnadeten geistigen Größen, die über die Jahrhunderte hinweg durch diese Straßen gegangen sind. Oxfords Mauern beherbergten nicht nur die größten philosophischen und naturwissenschaftlichen Genies, sie brachten auch einige der meistgeschätzten Kinderbuchautoren hervor, von J. R. R. Tolkien bis zu C. S. Lewis. Lewis Carrolls Alice im Wunderland ist in einem Glasfenster der Christ Church verewigt.2 Und sogar einer meiner amerikanischen Landsleute, der beliebte Dr. Seuss, war hier.3 Auch er trug zur Würde dieser Hallen bei und hinterließ in seinem weiteren Werdegang seine Spuren in der Fantasie von Millionen von Kindern auf der ganzen Welt.
Ich denke, dass ich zunächst darauf eingehen sollte, was mich dazu qualifiziert, heute Abend vor Ihnen zu sprechen. Freunde, ich kann nicht behaupten, wie andere Redner, die hier gesprochen haben, einen akademischen Status zu haben, ebenso wie diese wohl kaum von sich behaupten könnten, den Moonwalk zu beherrschen – und wie Sie wissen, war gerade Einstein darin furchtbar schlecht! Aber ich darf von mir sagen, dass ich mehr Orte und Kulturen dieser Welt kennen gelernt habe, als die meisten Menschen jemals sehen werden. Menschliches Wissen besteht nicht nur aus Bibliotheken aus Pergament und Tinte, es umfasst auch all das Wissen, das in den Herzen der Menschen geschrieben steht, das eingemeißelt ist in die menschliche Seele und eingraviert in die menschliche Psyche. Und, Freunde, mir ist in meinem kurzen Leben schon so viel begegnet, dass ich immer noch nicht glauben kann, dass ich erst 42 bin. Ich sage oft zu Shmuley, dass ich an „Seelenjahren“ sicher schon mindestens 80 bin – und heute abend bewege ich mich sogar so, als sei ich 80. [Er benötigte zwei Armkrücken, weil er sich bei einem Sturz zwei Zehen gebrochen hatte.] So bitte ich Sie, meiner Botschaft zu lauschen, denn was ich Ihnen heute abend sagen möchte, kann der Menschheit und unserem ganzen Planeten Heilung bringen.

Durch Gottes Gnade war es mir vergönnt, viele meiner künstlerischen und professionellen Bestrebungen verwirklichen zu können, und das bereits früh in meinem Leben. Aber dies, Freunde, sind Leistungen, und Leistungen allein machen nicht den Menschen aus, der ich bin. Da war der lebhafte Fünfjährige, der vor begeisterten Zuschauermengen aus voller Kehle Rockin’ Robin und Ben sang, aber das ließ nicht auf den Jungen schließen, der sich hinter dem Lächeln verbarg.

Heute Abend trete ich vor Sie nicht so sehr als eine Pop-Ikone – was auch immer damit gemeint sein mag –, sondern vielmehr als Vertreter einer Generation, einer Generation, die nicht mehr weiß, was es bedeutet, Kind zu sein. Wir alle sind das Produkt unserer Kindheit. Aber ich bin das Produkt eines Mangels an Kindheit, des Fehlens jenes kostbaren und wundervollen Lebens, in dem wir ausgelassen und sorglos in der Welt herumtoben, uns in der Bewunderung der Eltern und Verwandten sonnen und wo unsere größte Sorge die ist, dass wir für eine Prüfung am Montagmorgen lernen müssen.

Wer von Ihnen die Jackson Five kennt, weiß, dass ich bereits mit fünf Jahren begann, auf der Bühne aufzutreten, und dass ich seit dieser Zeit nie mit dem Singen und Tanzen aufgehört habe. Dennoch – obwohl das Auftreten und Musikmachen noch immer zu meinen größten Freuden zählen – wünschte ich mir als Kind nichts sehnlicher, als ein normaler kleiner Junge zu sein. Ich wollte Baumhäuser bauen, Wasserballon-Schlachten machen und mit meinen Freunden Verstecken spielen. Aber das Schicksal wollte es anders, und alles, was mir blieb, war, die Kinder zu beneiden, die scheinbar überall um mich herum lachten und spielten. Es gab keine Pause in meinem professionellen Lebensstil, denn sonntags ging ich auf Pioneering – so nennen die Zeugen Jehovahs ihre Missionstätigkeit.4 Und da konnte ich dann den Zauber der Kindheit anderer Menschen erleben.

Weil ich damals schon eine Berühmtheit war, musste ich mich verkleiden. Ich stopfte mir Kissen unter die Kleider, trug eine Perücke, einen Bart und eine Brille, und wir verbrachten den Tag in den Vororten von Südkalifornien, gingen von Tür zu Tür oder machten die Runde durch Einkaufszentren, um unsere Wachturm-Magazine zu verteilen. Ich liebte es, all diese normalen Vorstadthäuser zu betreten, wo ich die offenen Kamine und die La-Z-Boy-Sessel sah, mit Kindern, die Monopoly spielten, und Großmüttern, die kleine Kinder hüteten – all diese wunderbaren, gewöhnlichen und schillernden Szenen des Alltagslebens. Ich weiß, viele würden sagen, dass diese Dinge nichts Besonderes sind. Aber für mich waren sie faszinierend. Ich dachte immer, dass ich der einzige sei, der sich fühlt, als hätte er keine Kindheit gehabt. Ich glaubte, dass es tatsächlich nur eine Handvoll Menschen gibt, mit denen ich diese Gefühle teilen könnte. Als ich vor Kurzem Shirley Temple-Black traf, die in den 1930er und 40er Jahren ein großer Kinderstar gewesen war, sprachen wir zuerst kein einziges Wort. Wir weinten einfach miteinander, weil sie einen Schmerz mit mir teilen konnte, den sonst nur enge Freunde von mir wie Elizabeth Taylor und Macaulay Culkin kennen.

Ich erzähle Ihnen das nicht, um Ihr Mitgefühl zu gewinnen, sondern um Ihnen meinen wichtigen Punkt zu verdeutlichen: Es sind nicht nur Hollywood-Kinderstars, die unter einer fehlenden Kindheit leiden. Heutzutage ist dies ein allgemeines Unglück, eine weltweite Katastrophe. Die Kindheit ist zum großen Kollateralschaden des modernen Lebens geworden.

Überall um uns herum erzeugen wir eine Unzahl von Kindern, die nicht die Freude, nicht das Recht und nicht die Freiheit bekommen zu erfahren, wie es bedeutet, Kind zu sein. Die heutigen Kinder werden konstant gedrängt, schneller erwachsen zu werden, so als ob dieser Zeitabschnitt genannt „Kindheit“ eine lästige Phase wäre, die man ertragen und so schnell wie möglich hinter sich bringen sollte. Und in diesem Punkt bin ich sicher einer der größten Experten der Welt.

Unsere Generation ist Zeuge der Aufhebung des Bundes zwischen den Eltern und den Kindern. Psychologen veröffentlichen ganze Bibliotheken von Büchern über die Details der verheerenden Folgen, wenn Kinder nicht die bedingungslose Liebe bekommen, die für die gesunde Entwicklung ihres Geistes und ihres Charakters so nötig ist. Und aufgrund dieser Vernachlässigung müssen sich heute zu viele unserer Kinder im Grunde selbst großziehen. So entfernen sie sich immer mehr von ihren Eltern, Großeltern und den anderen Familienmitgliedern, da sich überall um uns herum das unzerstörbare Band, das einst die Generationen zusammenhielt, auflöst.

Dieser Bruch hat eine neue Generation erschaffen, Generation O, nennen wir sie Generation O,5 die jetzt die Fackel der Generation X übernimmt. Das O steht für eine Generation, die äußerlich alles hat: Reichtum, Erfolg, tolle Kleider und schicke Autos, aber im Inneren eine schmerzhafte Leere empfindet. Dieser hohle Bereich in unserer Brust, diese Ödnis in unserem Innersten, dieses Loch in unserer Mitte ist der Ort, wo einst das Herz schlug und wo einst die Liebe zu Hause war.

Und es sind nicht nur die Kinder, die leiden. Die Eltern leiden ebenso. Je mehr wir kleine Erwachsene in Kinderkörpern heranziehen, desto mehr entfernen wir uns von unseren eigenen kindlichen Eigenschaften – und so vieles am Kindsein ist es wert, dass wir es auch im Erwachsenenleben beibehalten. Liebe, meine Damen und Herren, die Liebe ist das kostbarste Vermächtnis der menschlichen Familie, die reichste Hinterlassenschaft, ihr goldenes Erbe. Sie ist ein Schatz, der von einer Generation an die nächste weitergereicht wird. In früheren Zeiten mag es nicht den Wohlstand gegeben haben, den wir genießen. In den Häusern hat es keinen elektrischen Strom gegeben, und sie zwängten ihre vielen Kinder in kleine Häuser ohne Zentralheizung. Aber in diesen Häusern gab es weder Dunkelheit noch Kälte. Sie waren hell erleuchtet vom Schein der Liebe und behaglich geheizt von der bloßen Wärme des menschlichen Herzens. Eltern, die nicht von Gier nach Reichtum und Ansehen abgelenkt wurden, gewährten ihren Kindern den Vorrang in ihrem Leben.

Wie Sie alle wissen, haben sich unsere beiden Länder getrennt aufgrund dessen, was Thomas Jefferson bestimmte „unveräußerliche Rechte“ nannte. Während wir Amerikaner und Engländer uns vielleicht noch immer über die Rechtmäßigkeit seiner Ansprüche streiten, lässt sich niemals darüber streiten, dass auch Kinder bestimmte eindeutige Rechte haben. Und die allmähliche Aushöhlung dieser Rechte hat dahin geführt, dass heutzutage weltweit vielen Kindern die Freuden und die Geborgenheit der Kindheit verwehrt bleiben. Ich möchte daher heute Abend vorschlagen, dass wir in jedem Zuhause eine Universelle Liste der Kinderrechte anbringen, mit folgenden Grundsätzen:

1) Das Recht, geliebt zu werden, ohne es sich erwerben zu müssen;

2) Das Recht, beschützt zu werden, ohne es sich verdienen zu müssen;

3) Das Recht auf die Anerkennung des eigenen Wertes, auch wenn man mit nichts auf die Welt gekommen ist;

4) Das Recht darauf, dass einem zugehört wird, ohne die Verpflichtung, interessant sein zu müssen;

5) Das Recht, eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen zu bekommen, ohne mit den Abendnachrichten konkurrieren zu müssen, oder mit EastEnders [eine britische Fernsehserie];

6) Das Recht auf Bildung, ohne in der Schule Kugeln ausweichen zu müssen;

7) Das Recht darauf, als liebenswert angesehen zu werden, auch wenn man ein Gesicht hat, das nur eine Mutter lieben kann.

Freunde, die Grundlage allen menschlichen Wissens, der Beginn menschlichen Bewusstseins muss sein, dass jeder einzelne von uns würdig ist, geliebt zu werden. Bevor Kinder wissen, ob sie rotes oder braunes Haar haben, bevor sie wissen, ob sie schwarz oder weiß sind, bevor sie wissen, welcher Religion sie angehören, müssen sie wissen, dass sie geliebt werden.

Vor etwa zwölf Jahren, als ich gerade meine Bad-Tour begann, besuchte mich ein kleiner Junge mit seinen Eltern in meinem Haus in Kalifornien [das Elternhaus in Encino]. Er war an Krebs erkrankt und dem Tod schon sehr nahe, aber er sagte mir, wie sehr er mich und meine Musik liebte. Seine Eltern erzählten mir, dass er sterben werde, dass es jeden Tag so weit sein könne. Da sagte ich zu ihm: „Schau, ich werde in drei Monaten in deiner Heimatstadt Kansas meine Tour starten. Ich möchte, dass du zur Show kommst. Ich schenke dir diese Jacke, die ich in einem meiner Videos getragen habe.“ Seine Augen leuchteten auf, und er fragte: „Du schenkst mir die Jacke?“ Ich sagte:

„Ja, ich werde dir die Jacke schenken, aber du musst mir versprechen, dass du sie während der Show tragen wirst.“ Ich wollte, dass er durchhält. Ich sagte: „Wenn du zu meiner Show kommst, will ich dich in dieser Jacke und mit diesem Handschuh sehen!“, und ich gab ihm einen meiner Glitzerhandschuhe, die ich sonst nie verschenke. Und er war wie im Himmel. Aber vielleicht war er dem Himmel schon zu nahe, denn als ich in seine Stadt kam, war er schon gestorben. Er war mit dem Handschuh und der Jacke beerdigt worden. Er war erst zehn Jahre alt. Gott weiß und ich weiß, dass er sein Bestes gab, um durchzuhalten. Aber wenigstens wusste er, als er starb, dass er geliebt wurde, nicht nur von seinen Eltern, sondern sogar von mir, einem fast Fremden. Ich liebte ihn auch. Begleitet von all dieser Liebe wusste er, dass er nicht allein war, als er in diese Welt kam, und er war es auch sicher nicht, als er sie verließ.

Wenn wir diese Welt betreten in dem Wissen, geliebt zu werden, und sie in diesem Wissen auch wieder verlassen, dann ist alles, was dazwischen geschieht, zu bewältigen. Ein Professor mag uns erniedrigen, aber wir werden uns nicht erniedrigt fühlen. Ein Vorgesetzter mag uns unterdrücken, aber wir werden uns nicht unterdrückt fühlen. Ein ehrgeiziger Firmenkollege mag uns vielleicht übertrumpfen, und wir werden dennoch triumphieren. Wie könnte es einem von ihnen gelingen, uns wirklich klein zu machen? Denn wir wissen, dass wir würdig sind, geliebt zu werden. Der Rest ist nur Nebensache. Wenn wir dieses Wissen, geliebt zu werden, nicht haben, sind wir dazu verurteilt, in der Welt nach etwas zu suchen, das uns erfüllt. Aber egal, wie viel Geld wir verdienen oder wie berühmt wir werden, wir werden uns trotzdem leer fühlen. Das, wonach wir eigentlich suchen, ist bedingungslose Liebe, uneingeschränkte Akzeptanz. Genau das, was uns bei der Geburt verwehrt wurde.

Freunde, ich möchte für Sie ein Bild skizzieren. Das hier ist ein typischer Tag in Amerika: 6 junge Menschen unter 20 Jahren werden Selbstmord begehen, 12 Kinder und Jugendliche werden durch Schusswaffen sterben – bitte halten Sie sich vor Augen, ich spreche von einem Tag, nicht von einem Jahr! 399 Jugendliche werden wegen Drogenmissbrauchs verhaftet werden, 1352 Babys werden von minderjährigen Müttern geboren werden. Dies geschieht in einem der reichsten und am weitesten entwickelten Länder der Weltgeschichte! Ja, in meinem Land gibt es eine Epidemie der Gewalt, die in keiner anderen Industrienation ihresgleichen hat. Das ist die Art und Weise, wie junge Menschen in Amerika ihren seelischen Verletzungen und ihrem Zorn Ausdruck verleihen. Aber glauben Sie nicht, dass es denselben Schmerz und dasselbe Leid nicht auch unter den jungen Menschen in Großbritannien gibt! Studien zeigen, dass in diesem Land jede Stunde drei Teenager sich selbst körperlich verletzen, oft schneiden oder verbrennen sie sich oder nehmen im Übermaß Drogen zu sich. Auf diese Art versuchen sie, mit dem Schmerz der Vernachlässigung und der emotionalen Qual fertig zu werden.

In Großbritannien setzen sich 20 % aller Familien nur einmal im Jahr zusammen, um gemeinsam zu Abend zu essen. Einmal im Jahr! Und was ist mit der alten Tradition, Kindern eine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen? Untersuchungen aus den 1980er Jahren zeigten, dass Kinder, denen vorgelesen wurde, eine weit größere sprachliche Fähigkeit entwickelten und ihre Altersgenossen in der Schule deutlich übertrafen. Und dennoch bekommen weniger als 33 % der britischen Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren regelmäßig eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen. Das wird Ihnen nicht so wichtig erscheinen, bis Sie in Betracht ziehen, dass noch 75 % ihrer Eltern diese Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen bekamen, als sie im selben Alter waren! Da müssen wir uns nicht lange fragen, wo all dieser Schmerz und Zorn und das gewalttätige Verhalten herkommen. Es ist offensichtlich, dass die Kinder sich gegen diese Vernachlässigung laut wehren, sich gegen diese Gleichgültigkeit auflehnen und dass sie aufschreien, nur um beachtet zu werden. Die verschiedenen Kinderschutzorganisationen in den Vereinigten Staaten sagen, dass Millionen von Kindern Opfer von Misshandlung in Form von Vernachlässigung werden, und das jedes Jahr. Ja, Vernachlässigung – in reichen, privilegierten Elternhäusern, die bis zum Dach gefüllt sind mit allen Arten von elektronischen Spielgeräten. Häuser, in denen die Eltern zwar nach Hause kommen, aber nicht wirklich ankommen, weil sie mit ihren Gedanken immer noch im Büro sind. Und ihre Kinder? Nun, ihre Kinder behelfen sich mit jedem Krümel von Emotion, den sie bekommen können. Und vom Fernsehschauen, von Computerspielen und von Videos bekommt man nicht sehr viel davon …

Diese harten, kalten Zahlen, die, wie ich finde, einem das Herz zerreißen und die Seele erschüttern, lassen Sie bestimmt nachempfinden, warum ich so viel meiner Zeit und meiner Mittel darauf verwendet habe, unsere neue Initiative Heal the Kids zu einem kolossalen Erfolg zu machen. Unser Ziel ist einfach: Die Eltern-Kind-Bindung wieder herzustellen, ihr Versprechen zu erneuern und den Weg zu ebnen für all die wunderbaren Kinder, die dazu bestimmt sind, eines Tages die Leitung dieser Erde zu übernehmen.

Aber weil dies mein erster öffentlicher Vortrag ist und Sie mich so freundlich und von Herzen willkommen geheißen haben, spüre ich, dass ich Ihnen mehr erzählen möchte. Jeder von uns hat seine eigene Geschichte, und so können Statistiken zum Leben erwachen. Man sagt, dass Kindererziehung wie Tanzen ist. Du machst den einen Schritt, dein Kind macht den anderen. Die Eltern dazu zu bringen, sich wieder vermehrt ihren Kindern zu widmen, ist, wie ich erkannt habe, nur die eine Hälfte der Geschichte. Die andere Hälfte besteht darin, die Kinder dazu zu bringen, die Eltern wieder zu akzeptieren. Ich erinnere mich, dass wir, als ich noch sehr jung war, diesen verrückten Hund hatten, eine Hündin namens Black Girl. Sie war eine Mischung aus Wolf und Retriever. Man konnte sie nicht unbedingt als Wachhund bezeichnen, sie war so ein verängstigtes und nervöses Ding, dass es ein Wunder war, dass sie nicht jedes Mal ohnmächtig umfiel, wenn ein Lastwagen vorbeirumpelte oder ein Gewitter durch Indiana fegte. Meine Schwester Janet und ich schenkten diesem Hund viel Liebe und Zuwendung, aber wir konnten das Vertrauen, das ihr vom vorigen Besitzer geraubt worden war, nie wirklich wiedergewinnen. Wir wussten, dass er sie geschlagen hatte. Wir wussten nicht, womit. Aber was auch immer es war, es hatte gereicht, diesem Hund praktisch den Lebensgeist zu entziehen.

Heute sind viele Kinder wie verletzte Welpen, die sich das Bedürfnis nach Liebe abgewöhnt haben. Ihre Eltern sind ihnen dann auch völlig gleichgültig. Sich selbst überlassen, genießen sie ihre Unabhängigkeit. Sie leben ihr eigenes Leben und haben ihre Eltern hinter sich gelassen. Dann gibt es noch die weit schlimmeren Fälle von Kindern, die ihren Eltern feindselig und mit Groll gegenüberstehen, so dass jede Annäherung, die von den Eltern ausgehen könnte, zurück ins Gesicht der Eltern geschmissen würde. Mein großer Wunsch heute Abend ist, dass niemand von uns diesen Fehler macht. Deshalb appelliere ich an alle Kinder der Welt, beginnend mit uns, die wir heute hier sind: dass wir unseren Eltern verzeihen. Wenn wir uns vernachlässigt fühlten, verzeihen wir ihnen! Verzeiht ihnen und lehrt sie, wieder zu lieben!

Es hat Sie vermutlich nicht überrascht zu hören, dass ich keine idyllische Kindheit hatte. Dass meine Beziehung zu meinem Vater belastet und spannungsgeladen ist, darüber wurde schon viel geschrieben. Mein Vater ist sehr streng. Er packte meine Brüder und mich hart an, wirklich hart, von unserer frühesten Kindheit an, denn er wollte aus uns die besten Künstler machen, die wir sein konnten. Es fiel ihm sehr schwer, Zuneigung zu zeigen. Er hat mir niemals wirklich gesagt, dass er mich liebt. Und er hat mich auch nie wirklich gelobt. Wenn ich eine großartige Show geliefert hatte, sagte er, dass es eine gute Show war. Und wenn die Show okay war, sagte er nichts. [den Tränen nahe] Mehr als alles andere schien ihn zu interessieren … [bittet um ein Taschentuch] schien ihn zu interessieren, aus uns einen kommerziellen Erfolg zu machen. Und darin war er mehr als begabt. Mein Vater war ein Manager-Genie, und meine Brüder und ich verdanken unseren professionellen Erfolg in nicht geringem Maße der straffen Disziplin, mit der er uns „pushte“. Er bildete mich zum Entertainer aus, und unter seiner Führung gab es keinen einzigen Tanzschritt, den ich hätte falsch machen können. Doch was ich wirklich wollte, war ein Dad. Ich wollte einen Vater, der mir seine Liebe zeigt. Und mein Vater tat das nie. Er schaute mir nie in die Augen und sagte: „Ich liebe dich.“ Er spielte nie mit mir. Er nahm mich nie huckepack, er warf nie ein Kissen oder einen Wasserballon nach mir. Aber ich erinnere mich – ich war etwa vier Jahre alt –, da gab es einen kleinen Jahrmarkt, und er hob mich hoch und setzte mich auf ein Pony. Es war nur eine winzige Geste, wahrscheinlich etwas, das er nach fünf Minuten schon wieder vergessen hatte. Aber aufgrund dieses besonderen Moments habe ich einen speziellen Platz für ihn in meinem Herzen. Denn so sind Kinder nun mal: Die kleinen Dinge bedeuten ihnen so viel – sehr viel! Für mich bedeutete dieser eine Moment alles. Ich erlebte das nur ein einziges Mal, aber in diesem besonderen Moment fühlte ich mich wirklich wohl – bei ihm und auf der Welt.

Und nun bin ich selber Vater. So mache ich mir über meine eigenen Kinder, Prince und Paris, Gedanken, und ich fragte mich einmal, was ich möchte, dass sie von mir denken, wenn sie älter werden. Natürlich hätte ich gerne, dass sie sich daran erinnern, wie ich sie immer bei mir haben wollte, überall, wo ich hinging, und wie ich immer bemüht war, dass sie für mich an erster Stelle standen. Aber es gibt auch Herausforderungen in ihrem Leben. Da sie ständig von Paparazzi verfolgt werden, können sie mit mir nicht einfach in einen Park oder ins Kino gehen. So frage ich mich: Was wäre, wenn sie mir das später zum Vorwurf machen? Was, wenn sie mir vorwerfen würden, dass meine Entscheidungen ihre Jugend beeinträchtigten? „Warum hatten wir keine normale Kindheit wie alle anderen Kinder?“, könnten sie fragen. Und in diesem Moment bete ich, dass meine Kinder im Zweifelsfall in mir immer das Gute sehen werden. Dass sie sich sagen werden: „Unser Daddy hat unter den einzigartigen Umständen, mit denen er konfrontiert war, sein Bestes gegeben. Er war vielleicht nicht perfekt, aber er war ein warmherziger und anständiger Mensch, der versuchte, uns alle Liebe der Welt zu geben.“

Ich hoffe, dass sie ihr Hauptaugenmerk immer auf die positiven Dinge legen werden, auf die Opfer, die ich bereitwillig für sie brachte, und dass sie nicht die Dinge beanstanden werden, die sie aufgeben mussten, oder die Fehler, die ich gemacht habe und sicherlich noch machen werde, während ich sie großziehe. Denn wir sind alle jemandes Kind und wissen, dass trotz bester Pläne und Bemühungen immer Fehler vorkommen. Das ist einfach nur menschlich.

Und während ich darüber nachdenke, wie sehr ich hoffe, dass meine Kinder nicht ungut über mich urteilen werden, dass sie nachsichtig sein werden und mir meine Fehler verzeihen werden, muss ich an meinen eigenen Vater denken, und so sehr ich es früher leugnete, komme ich heute nicht umhin zuzugeben, dass er mich geliebt haben muss. Er liebte mich, und ich weiß das. Es gab kleine Dinge, die mir das zeigten.

Als ich klein war, war ich ein richtiges Schleckermaul – das waren wir alle. Am liebsten mochte ich Donuts mit Zuckerglasur, und mein Vater wusste das. Und so geschah es, dass alle paar Wochen, wenn ich morgens hinunter in die Küche kam, eine Tüte mit Donuts auf der Küchentheke lag. Kein Zettel, keine Erklärung, nur die Donuts. Es war, als wäre der Weihnachtsmann dagewesen. Manchmal dachte ich daran, bis spät in die Nacht aufzubleiben, um zu sehen, wie er sie dort hinlegte. Aber genau wie beim Weihnachtsmann wollte ich den Zauber nicht zerstören, aus Angst, dass er es nie wieder tun würde. Mein Vater musste sie heimlich während der Nacht dort hinlegen, damit ihn niemand sah, wenn er ohne sein Schutzschild unterwegs war. Er hatte Angst vor menschlichen Gefühlen, er verstand sie nicht oder wusste nicht, wie er mit ihnen umgehen sollte. Aber er wusste, dass ich Donuts mochte!

Und wenn ich erlaube, dass sich die Schleusentore öffnen, strömt noch vieles andere zurück in die Erinnerung, Erinnerungen an andere winzige Gesten, die, wenn sie auch noch so unvollkommen waren, zeigten, dass er tat, was er konnte. Deshalb möchte ich jetzt nicht über das sprechen, was mein Vater nicht getan hat, sondern über all das, was er getan hat, und über all die Herausforderungen in seinem eigenen Leben. Ich will aufhören, ihn zu verurteilen. Nun führe ich mir immer wieder die Tatsache vor Augen, dass mein Vater in den Südstaaten aufwuchs, im amerikanischen Süden, in einer sehr armen Familie. Als er aufwuchs, herrschte die Weltwirtschaftskrise (Great Depression), und sein eigener Vater, der kämpfen musste, um seine Kinder zu ernähren, zeigte nur wenig Zuneigung gegenüber seiner Familie und erzog ihn, meinen Vater, und seine Geschwister mit eiserner Faust. Wer kann sich heute noch vorstellen, wie es war, als armer Schwarzer in den Südstaaten aufzuwachsen, aller Würde beraubt, ohne jede Hoffnung und mühselig bestrebt, in einer Welt aufzuwachsen, in der er, mein Vater, als ein untergeordneter Mensch galt.

Erst ich … ich war der erste schwarze Künstler, der auf MTV gezeigt wurde, und ich erinnere mich, was für eine große Sache das auch damals noch war. Und das waren die 1980er Jahre!

Mein Vater zog nach Indiana und hatte selbst eine große Familie. Er arbeitete jeden Tag viele Stunden im Stahlwerk, eine Arbeit, die die Lungen zerstört und die Seele demütigt, alles, um seine Familie zu ernähren. Ist es ein Wunder, dass es schwer für ihn war, seine Gefühle zu zeigen? Ist es ein Rätsel, warum er sein Herz verhärtete und einen emotionalen Schutzwall errichtete? Und vor allem: Ist es ein Wunder, dass er seine Söhne so unnachgiebig antrieb, als Künstler erfolgreich zu werden, um sie vor einem Leben in Würdelosigkeit und Armut, wie er es kannte, zu bewahren? Ich erkenne nun, dass sogar die Härte meines Vaters eine Art Liebe war, eine unvollkommene Liebe zwar, aber dennoch Liebe. Er packte mich so hart an, weil er mich liebte. Weil er nicht wollte, dass je ein Mensch auf seine Nachkommen herabschaut. Und jetzt, nach all dieser Zeit, empfinde ich anstelle von Verbitterung viel mehr den Segen. Anstelle von Zorn finde ich Vergebung. Und anstelle von Vergeltung finde ich Versöhnung. Und meine anfängliche Wut hat langsam dem Verzeihen Platz gemacht.

Vor fast zehn Jahren gründete ich die Wohltätigkeitsorganisation für Kinder Heal the World. Dieser Name drückte etwas aus, was ich tief in mir fühlte. Ich ahnte nicht – und erst Shmuley machte mich später darauf aufmerksam –, dass diese zwei Wörter die Grundpfeiler der Prophezeiungen des Alten Testaments darstellen. Glaube ich wirklich, dass wir diese Welt heilen können, die von Krieg und Hass und Völkermord erschüttert ist, und das auch heute noch? Und glaube ich wirklich, dass wir unsere Kinder heilen können, dieselben Kinder, die, wie die Zeitungen heute Morgen berichteten, in eine High-School in San Diego gehen können und zwei Schüler erschießen, wunderbare Menschen, die gerade am Anfang ihres Lebens stehen – eine schreckliche Erinnerung an die Waffen und den Hass, die vor zwei Jahren zu den Morden an der Columbine[-High School] führten? Oder Kinder, die ein wehrloses Kleinkind erschlagen können, wie im tragischen Fall von Jamie Bulger? Natürlich glaube ich das! Natürlich glaube ich das, sonst wäre ich heute Abend nicht hier.

Aber dies alles beginnt mit Vergebung, denn um die Welt zu heilen, müssen wir zuerst uns selbst heilen. Und um die Kinder zu heilen, müssen wir zuerst das Kind in uns heilen, jeder Einzelne von uns. Als Erwachsener und als Vater erkenne ich, dass ich weder ein vollständiger Mensch noch ein Vater sein kann, der zu bedingungsloser Liebe fähig ist, solange ich nicht die Gespenster meiner eigenen Kindheit zur Ruhe gebracht habe. Und das ist es, wozu ich uns alle heute Abend aufrufe: Erfüllen wir das fünfte der Zehn Gebote, ehren wir unsere Eltern, indem wir sie nicht verurteilen. Sehen wir im Zweifelsfall immer das Beste in ihnen! Deshalb möchte ich meinem Vater verzeihen und höre auf, ihn zu verurteilen. Ich will meinem Vater verzeihen, weil ich einen Vater will – und er ist der einzige, den ich habe. Ich möchte, dass die Last meines vergangenen Lebens von meinen Schultern genommen wird, ich will frei sein, um in eine neue Beziehung zu meinem Vater zu treten, für den Rest meines Lebens, unbehindert von den Kobolden der Vergangenheit. In einer Welt voller Hass müssen wir dennoch wagen, zu hoffen. Haltet die Hoffnung lebendig! In einer Welt voller Wut müssen wir dennoch wagen zu trösten! In einer Welt voller Verzweiflung müssen wir dennoch wagen zu träumen! In einer Welt voller Misstrauen müssen wir dennoch wagen zu vertrauen!

An all diejenigen von Ihnen, die sich von ihren Eltern im Stich gelassen fühlen: Ich bitte Sie, Ihre Enttäuschung abzulegen! An all diejenigen von Ihnen, die sich von Vater oder Mutter betrogen fühlen: Ich bitte Sie, sich nicht weiter selbst zu betrügen! Und an all diejenigen von Ihnen, die sich wünschen, ihre Eltern wegzustoßen: Ich bitte Sie, ihnen stattdessen die Hand zu reichen! Ich bitte Sie, ich bitte mich selbst, uns alle, unseren Eltern bedingungslose Liebe zu schenken, damit auch sie von uns, ihren Kindern, lernen können, wie man liebt. Dann wird es möglich, dass die Liebe endlich in diese trostlose und verlassene Welt zurückkehrt.

Shmuley erwähnte mir gegenüber einmal eine alte biblische Prophezeiung, die besagt, dass dann eine neue Welt, eine neue Zeit kommen wird, wenn „die Herzen der Eltern durch die Herzen ihrer Kinder erneuert würden“ (that a new world and a new time would come, when „the hearts of the parents would be restored to the hearts of their children.“).6 Meine Freunde, wir sind diese Welt, wir sind diese Kinder! Mahatma Gandhi sagte: „Die Schwachen können niemals verzeihen. Verzeihen zu können ist die Eigenschaft der Starken.“ Seien Sie stark, hier und jetzt! Und mehr noch, als einfach stark zu sein – stellen Sie sich der größten aller Herausforderungen: den gebrochenen Bund wieder herzustellen! Wenn unsere Kindheit irgendwelche lähmenden Auswirkungen auf uns hatte, so sollten wir diese überwinden. Oder in den Worten von Jesse Jackson: „Verzeiht euch, erlöst euch gegenseitig, und dann geht vorwärts!“ Dieser Aufruf zur Vergebung wird wohl kaum zu weltweiten Oprah-Momenten führen,7 mit Tausenden von Kindern, die sich wieder mit ihren Eltern vertragen, aber es ist zumindest ein Anfang, und wir werden als Folge davon viel glücklicher sein.

Und so, meine Damen und Herren, schließe ich meine Ausführungen heute Abend mit Zuversicht, mit Freude und froher Hoffnung. Von diesem Tag an soll ein neues Lied erklingen. Dieses neue Lied soll der Klang von Kindern sein, die lachen. Dieses neue Lied soll der Klang von Kindern sein, die spielen. Dieses neue Lied soll der Klang von Kindern sein, die singen. Und dieses neue Lied soll der Klang von Eltern sein, die zuhören. Lasst uns gemeinsam eine Symphonie der Herzen schaffen, indem wir das Wunder unserer Kinder bestaunen und in der Schönheit der Liebe baden. Lasst uns die Welt heilen und ihren Schmerz auflösen. Und mögen wir alle gemeinsam wunderbare Musik machen.

Gott segne Euch! Ich liebe Euch!“

-Michael Jackson-

 

1) „… our book about childlike qualities“. Gemeint sind die Eigenschaften von Kindern, die man sich auch als Erwachsener bewahren sollte, wie Einfachheit, Dankbarkeit, Fantasie, Spontaneität, die Fähigkeit zu staunen, usw. Michael erwähnte oft die Jesusworte „Werdet wie die Kinder“ (Mt 18,3) und „Lasset die Kinder zu mir kommen, wehret es ihnen nicht, denn ihnen gehört das Reich Gottes“ (Mk 10,14). Dieses Buch wurde jedoch nie vollendet. Zwei Jahre nach Michaels Tod veröffentlichte Shmuley Boteach das Buch Honoring the Child Spirit: Inspiration and Learning from Our Children. Rabbi Shmuley Boteach in Conversation with Michael Jackson (2011).

2) Christ Church ist eines der bekanntesten Colleges der Oxford-Universität und ist verbunden mit der Christ-Church-Kathedrale. Das Alice-Glasfenster befindet sich in der „Great Hall“ von Christ Church.

3) „Dr. Seuss“ war der Autorenname des amerikanischen Kinderbuchautors und Zeichners Theodor Seuss Geisel (1904 – 1991). Er studierte in Oxford Literatur. Am bekanntesten im deutschsprachigen Raum sind seine Geschichten „Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat“ (How the Grinch Stole Christmas!), „Ein Kater macht Theater“ (The Cat in the Hat) und „Horton hört ein Hu!“ (Horton Hears a Who!).

4) Im Deutschen nennen die Zeugen Jehovas dies „Pionierarbeit“.

5) Das O in „Generation O“ bezieht sich in erster Linie auf das Wort „outside“, wie Michael hier ausführt: „The O stands for a generation that has everything on the outside – wealth, success, fancy clothing, and fancy cars – but an aching emptiness on the inside.“

6) Gemeint ist die Stelle am Ende des Alten Testaments, im Buch Maleachi 3,24 (in englischen Bibelausgaben Malachi 4,6: „He will restore the hearts of the fathers to their children and the hearts of the children to their fathers …“). In der deutschen Einheitsübersetzung: „Er wird das Herz der Eltern den Kindern zuwenden und das Herz der Kinder den Eltern. Er wird beide miteinander versöhnen, damit ich nicht das ganze Volk vernichten muss, wenn ich komme.“ Das ist das Schlusswort des gesamten Alten Testaments.

7) Dies ist eine Anspielung auf die Talkshows von Oprah Winfrey, der berühmtesten Interviewerin des amerikanischen Fernsehens. Michael war sich bewusst, dass seine Rede nicht zu weltweiten „Oprah-Momenten“ führen wird, indem sich rund um die Welt Tausende von Kindern live am Fernsehen mit ihren Eltern aussöhnen. „Aber es ist zumindest ein Anfang“, wenn wir selbst diesen Schritt tun: „Verzeiht euch, erlöst euch gegenseitig, und dann geht vorwärts!“

 

jackson.ch bedankt sich beim Govinda-Verlag für die freundliche Erlaubnis, die bedeutende Rede mit einem breiten Publikum auf jackson.ch zu teilen. Wir empfehlen das gründlich recherchierte Buch Make that Change.

Quelle: Foto; campusoxford.com, Text (Übersetzung) Govinda-Verlag

 

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