«Michael und sein Name werden in den Schmutz gezogen»

7. März 2019

Das Tagblatt hat mit einem der jackson.ch Gründer gesprochen: «Michael und sein Name werden in den Schmutz gezogen»

Radio 1 wollte bei einer Strassenumfrage wissen: Bleiben seine Songs im Radio?

Auf die heutige Titelgeschichte von 20 Minuten, hat jackson.ch mit einer Beschwerde reagiert.

Die Umfrage von Radio 1 durften wir mit freundlicher Genehmigung auf unserer Soundcloud online stellen:

Auf die heutige Titelgeschichte von 20 Minuten hat Ueli, der jackson.ch im Jahr 2001 mit Tom gegründet hatte und bis heute mit ihm und weiteren Fans betreut, mit eine spontanen Statement reagiert. Viele andere Fans hatten ebenso schockiert reagiert und sich an die Redaktion gewandt.

„Beschwerde“

An die Redaktion von 20 Minuten; „Leaving Neverland“

Guten Tag Herr Fischer,

Als Mitgründer von jackson.ch werde ich seit 2001 als „Michael Jackson Fan“ in der Öffentlichkeit namentlich zitiert und wahrgenommen. Im Gegensatz zum gestrigen Artikel in 20 Min, stufe ich den heutigen Beitrag „Darf man Jacksons Musik jetzt noch spielen?“ (gekürzte Version in der Printausgabe) als klar verleumderisch ein und fühle mich aufgrund der oben genannten Tatsache auch persönlich angegriffen. Gerne erwarte ich ihre Stellungnahme. Ich denke, den Presserat oder gar Juristen in dieser Sache einzubeziehen, ist übertrieben und es gibt wichtigeres auf dieser Welt. Dennoch wird ein Vermächtnis beschmutzt, das nach wie vor auch inhaltlich und politisch Relevanz hat. Und diverse Fans fühlen sich vor den Kopf gestossen. Es gibt eine Fülle an Fakten und Widersprüchen, die an den Aussagen in „Leaving Neverland“ stark zweifeln lassen. Es ist logisch, dass sich Fans drauf berufen, ebenso, da FBI wie auch Polizeiuntersuchungen MJ zu Lebzeiten entlastet haben. Und ja, ich habe beide Teile von „Leaving Neverland“ Anfang Woche angeschaut. Wir berichten zu den konkreten Vorwürfen in „Leaving Neverland“ und der begleitenden Schmierkampagne in den Medien seit 2013: http://www.jackson.ch/news/

Ein Zitat von Hanspeter Künzler: „Tatsächlich wirken die Unschuldsbeteuerungen der Michael-Jackson-Fans beim näheren Hinsehen rationaler als die ans Hysterische grenzenden Reaktionen der Gegenseite.“

https://www.tagblatt.ch/leben/jackson-und-seine-kinder-ld.1099558

An Frau Schaad, Castagna Beratungsstelle;

Es tut mir leid, Sie ebenso zu kontaktieren. Mir ist bewusst, dass ihr Statement wohl stark gekürzt gedruckt wurde. Dennoch möchte ich Sie zumindest bitten, zur Kenntnis zu nehmen, dass es berechtigte Zweifel an den Vorwürfen gibt. So sehr ich verstehe, dass den vermeintlichen Opfern viele glauben und ich vor Ihrem Engagement grossen Respekt habe; Ich empfinde es als pervers und höchst unmoralisch von den Filmmachern und den angeblichen Opfern in „Leaving Neverland“, sich derart schamlos an tatsächlichen Fällen und Verhaltensmustern von Pädophilen zu bedienen.

Die Kontroverse um „Leaving Neverland“ befeuert ein weiteres Mal das, womit Opfer von pädophilen Tätern immer wieder zu kämpfen haben: Dass man ihnen nicht glaubt, ihre Vorwürfe als „gemeine Verleumdung“ abtut. Das muss sich wie eine Faust ins Gesicht anfühlen. Und mir ist bewusst: Das ist es auch, wären die Vorwürfe in „Leaving Neverland“ tatsächlich wahr. Hier möchte ich noch ergänzen, dass die beiden im Film namentlich genannten mutmasslichen Opfer widersprechen (durch die Robson und Safechuck „ersetzt“ wurden, wie sie vermuten). Einer dieser mit Bildern gezeigte Person, Brett Barnes, drohte gar mit einer Klage. Sein Anwalt schrieb darin: „Dass sie einen Film produzieren, der nachhaltig impliziert, dass Mr. Barnes von einem seiner besten Freunde sexuell missbraucht wurde, ist unerhört. Dass niemand je versucht hat, Mr. Barnes zu kontaktieren und zu solchen Anschuldigungen zu befragen, ist völlig inakzeptabel.“

Im gestrigen Interview mit dem TAGBLATT, habe ich erwähnt, dass ich es richtig finde, dass man bei Michael Jacksons seltsamen Verhältnis zu Kindern genau hingeschaut hat: https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/thurgauer-jackson-fan-ueber-kontroverse-doku-michael-und-sein-name-werden-in-den-schmutz-gezogen-ld.1099773

Den Prozess 2005, in dem MJ in allen Anklagepunkten freigesprochen wurde, und die damalige Vorverurteilung Michael Jacksons, hatten wir genau verfolgt. Die Behauptungen in „Leaving Neverland“, er sei nur aufgrund guter Anwälte und seinem Machtstatus als übergrosser Star freigesprochen worden, ist absurd. Die Fans hatten berechtige Angst, dass die Jurymitgleider – bevor sie überhaupt ausgewählt wurden – bereits derart von den Medien und diversen Falschmeldungen beeinflusst waren, dass sie gar nicht fähig wären, den Fall neutral zu beurteilen. „Glücklicherweise“ hatten wir uns getäuscht. Michael Jackson war zum damaligen Zeitpunkt auch bereits derart verschuldet, so dass sich diverse frühere Mitarbeiter gegen ihn wandten und weshalb die Behauptung, er hätte sich seine Verteidigung erkauft und Zeugen eingeschüchtert, ebenso absurd wirken.

Gerne erwarte ich eine Rückmeldung von Seiten 20 Minuten,

Mit freundlichen Grüssen,
Ueli Meier, jackson.ch

Nachtrag:

Die Glaubwürdigkeit von „Leaving Neverland“ wird durch zwei wiederholte Aussagen von Regisseur Dan Reed zusätzlich in Frage gestellt. Wieso lügt er so offensichtlich? Möchte er die Fans bewusst provozieren um sie dann – wie im zweiten Teil von „Leaving Neverland“ eingespielt – zu wütenden Reaktionen verleiten, damit er die Fans und ihr tiefes Wissen zu den 1993 erstmals erhobenen Missbrauchsvorwürfenm, diskreditieren kann?  (ein Fan wird gezeigt, wie er wiederholt „Fuck you, Fuck you Wade Robson“ in die Kamera spricht.)

– Dan Reed behauptet, von der Glaubwürdigkeit von Robson und Safechuck sei er überzeugt, da sich ihre Geschichten und die bis ins Detail erläuterten, abscheulichen sexuellen Übergriffe auffällig gleichen. Nun – da beide von derselben Anwaltsfirma vertreten werden, muss das nicht unbedingt so „zufällig“ sein. Zudem, und daher ist es eine klare Lüge: Ein Gerichtsprotokoll protokolliert eine Aussage von Wade Robson vor Gericht, in der er sagt, dass er Safechuck 2014 im Beisein ihrer gemeinsamen Anwälte getroffen habe. Bevor dieser seine Klage nachreichte.

– Dan Reed behauptet wiederholt, es gehe den angeblichen Opfern nur um Gerechtigkeit, nicht um Geld. Bei Nachfragen wird er kleinlaut. Auch das kann nicht ernst genommen werden, da die Anwälte von Robson und Safechuck an einer Berufung arbeiten, nachdem die Klagen ihrer Klienten ein zweites Mal vor Gericht zurückgewiesen wurden. Der Öffentliche Druck auf das Gericht, steigt durch „Leaving Neverland“ massiv, ganz zu schweigen von der Beeinflussung einer möglichen Jury, sollte die Millionen-Klage doch noch vor Gericht verhandelt werden. (Die Berichte, die von 1.6 Milliarden Schadenersatz sprechen, die gefordert würden, sind zu relativieren, da in den Klagen keine genaue Summe genannt wird. Es dürfte sich jedoch um mehrere hundert Millionen handeln, die man ihnen zusprechen könnte. Wie in den USA üblich, verdienen da auch die Anwälte gut mit.)

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