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  • Nachlassverwalter verkaufen Sony/ATV Anteil

    15. März 2016

    Sony wird Michael Jacksons 50-Prozent-Anteil am Musikkatalog Sony/ATV aufkaufen. Der 750 Millionen-Deal wurde gestern bekannt gegeben. Da sich Michael Jackson zu Lebzeiten gegen einen Verkauf seiner Anteile gewehrt hat und gar eine Verschwörung witterte, sind die Fans über die Meldung empört. Die Nachlassverwalter erklären ihrerseits, dem Verkauf in bester Absicht für MJs Kinder zugestimmt zu haben und schreiben, sie werden dank diesem Deal nun alle Schulden abbezahlen können.

    Sony Corporation und Michael Jacksons Nachlassverwaltung haben gestern bekannt gegeben, dass Sony für 750 Millionen US-Dollar den kompletten Besitz von Sony/ATV Music Publishing übernehmen wird. Ein solcher Verkauf hat sich seit langem abgezeichnet. Angeblich war auch das MJ Estate daran interessiert, den Katalog zu übernehmen. Dass dieser nun aber an Sony abgetreten wurde, sorgt unter den MJ Fans weltweit für Aufruhr. Das Statement der Nachlassverwalter an die Fans ist weiter unten in dieser Meldung 1:1 nachzulesen. Am Ende ist zudem die komplette Pressemitteilung verlinkt. Der Deal wird aufgrund der Steuerperioden in den USA nach dem 31. März 2016 vollzogen werden.

    „They wanted the beatles catalogue“

    Als Michael Jackson im Jahr 2002 seinen Streit mit Sony Music publik machte, wurde den Fanclubs Informationen zugesteckt, denen nach der Musikkonzern ihn finanziell in Bedrängnis bringen wolle, damit er seinen 50-Prozent-Anteil von Sony/ATV verkaufen müsse. (MJ selbst spielte auch darauf an: in zwei Reden in London und in New York, sowie in Notizen an seine Fans). Seinen langjährigen Anwalt und Finanzberater John Branca warf er mit einer schriftlichen Kündigung aus dem Team. Dieser vertrat sowohl Michael Jacksons Interessen als auch solche von Sony Music, was ein krasser Interessenskonflikt darstellte. In einem Gerichtsantrag vom Dezember 2015 von Randy Jackson, man möge John Branca von seinem Mandat als einer der beiden Nachlassverwalter entheben, macht er Hinweise auf Michael Jacksons Misstrauen Branca gegenüber. Randy Jackson kümmerte sich ab Ende 2003 um Michael Jacksons Finanzen und Management. (Hier ist das PDF vom Antrag zu finden.)mattolasabatogedmeMJBerlin2002

    Abgebildet ist auf dem Foto ein Bettlaken, über den Michael Jackson im November 2002 in Berlin seinen Fans eine Nachricht in Slang-Sprache zukommen liess. Frei übersetzt schrieb MJ: „Tommy Mottola (Vorsitzender von Sony) hat mich sabotiert, da sie den Beatles-Katalog wollten.“

    ATV und der King of Pop

    Michael Jackson hatte den ATV-Musikkatalog im Jahr 1985 mit Hilfe von John Branca für 47.5 Millionen Dollar (das Estate spricht von 41.5 Millionen) von Robert Holmes à Court aufgekauft. Darin enthalten waren 251 Songs der Beatles und viele weitere bekannte Songs. Ein Jahrzehnt später zahlte ihm Sony Music 90 Millionen Dollar für die Hälfte des Kataloges und gründete mit Michael Jackson den gemeinsamen Musikkatalog Sony/ATV, der seither beiden Partieen zu je 50 Prozent gehörte.

    Im Vorfeld der Veröffentlichung von Invincible Ende 2001, verstritt sich Michael Jackson mit seiner Plattenfirma Sony Music. Er informierte die Verantwortlichen, dass er Sony so bald wie möglich verlassen werde. Im Jahr 2002 eskalierte der Streit und Michael Jackson wandte sich an die Öffentlichkeit und rief seine Fans auf, mit ihm gegen Sony zu protestieren. Auch jackson.ch war damals, noch unter dem Namen „Swiss Michael Jackson Fanclub“ dabei. Hier hatten wir die damaligen Infos zusammen getragen: Sony vs. MJ. Etwas später sprach Michael Jackson in London an der Killer Thriller Party für seine Fans erstmals über den Konflikt, die Rede kann hier nachgelesen werden: MJ in London.

    Als Michael Jackson starb, war er gemäss Angaben vom MJ Estate mit über 500 Millionen Dollar verschuldet. Doch der King of Pop setzte alles daran, seinen 50-Prozent-Anteil an Sony/ATV zu behalten, obwohl dieser als Sicherheit für Darlehen hinterlegt war.

    Im vergangenen Jahr zeichnete sich eine Änderung an den Besitzverhältnissen bei Sony/ATV ab. Wir hatten in den News berichtet und interessante Artikel verlinkt:

    Dezember 2014: Möchte Sony Songrechte verkaufen? (Leak von älteren Mails)

    April 2015: John Branca: Interessenkonflikt?

    Oktober 2015: Sony/ATV: Verkaufsverhandlungen

    ight © jackson.ch

    Oktober 2015: John Branca möchte Sony/ATV komplett aufkaufen.

    Der Mijac-Katalog wird seit 2012 von Sony/ATV kontrolliert

    In einem Statement an die Fans erklären die Nachlassverwalter nun, dass der Mijac-Musikkatalog und der Anteil an EMI-Publishing im Besitz vom MJ Estate bleiben werden. Mijac enthält die Rechte von Michael Jacksons eigenen Kompositionen, die er seit dem Album „Triumph“ im Jahr 1980 geschrieben hat. Zu Mijac Music gehören nebst Titeln wie „Billie Jean“, „Smooth Criminal“, „Black or White“ oder „Earth Song“ tausende weitere Songs, darunter solche von Sly and the Family Stone, Ray Charles, Elvis Presley und Aretha Franklin. Der Katalog wurde über Jahrzehnte von Warner-Tamerlane Publishing Corp verwaltet. Im August 2012 übergaben die Nachlassverwalter vom MJ Estate die Administration des Musikverlages an Sony/ATV.

    Den Entscheid, wieso sie den 50-Prozent-Anteil am Sony/ATV Katalog aufgegeben hätten, erklärt das MJ Estate wie folgt:

    STATEMENT FROM THE ESTATE TO MICHAEL’S FANS

    As you may recall, last October Sony triggered the “buy-sell” clause in the partnership agreement which provides for one partner to buy out the share of the other at the highest possible price. As has now been announced, the Estate and Sony have signed a memorandum of understanding for Sony to purchase the Estate’s interest in Sony/ATV. A copy of the official press release is also being sent to you. In the intervening months, we explored several options that would have positioned the Estate as the buyer, rather than Sony, and we had substantial interest from potential partners to work with us in doing so. Ultimately, however, Sony’s offer was in the best interest of Michael’s children and we made the difficult decision to accept that offer. The arrangements will further secure the financial future of Michael’s heirs. The amount that Sony is paying, $750 million, is a substantial premium on the Estate’s interest in the company after taking into account the debt of the company, the Purchase Option and other adjustments required under the partnership agreement. It is also a huge testament to Michael’s business acumen that his original investment appreciated so substantially over the last 30 years.

    There are several reasons that led to our decision. We will use a portion of the proceeds to repay the loan balance on monies borrowed by Michael and secured by his interest in Sony/ATV which means that after starting with more than $500 million in debt seven years ago, the Estate is now completely debt free with substantial assets in cash and other property. The balance of the proceeds from this sale, after taxes, fees and expenses, will be held by the Estate and ultimately will be transferred to a trust for the benefit of Michael’s beneficiaries. Furthermore, the transaction allows the Estate to diversify assets which, to date, have been highly concentrated in music intellectual property.

    We would like to underline that the sale has no effect whatsoever on the 100% ownership of the publishing on all of the songs that Michael wrote, which all remain part of Mijac Music, as well as those songs written by many of Michael’s favorite songwriters, that he acquired outside of Sony/ATV. These songs include „After Midnight”, „Love Train“, „I Got A Woman“, “When A Man Loves A Woman”, „People Get Ready“, „Great Balls of Fire“, „Runaround Sue“, the entire Sly and the Family Stone catalog and other songs. The Estate also continues to own its 100% interest in all of Michael’s solo master recordings and short films. There is no intention of selling any of these wholly-owned assets.

    While the sale of Michael’s interest in Sony/ATV is bittersweet for all of us – especially for those of us involved in helping Michael create this company back in 1995, the fact that we are even in this position in the first place further validates Michael’s foresight and genius in investing in music publishing. As we noted in the official press release, Michael’s ATV catalogue, purchased in 1985 for a net acquisition cost of $41.5 million was the cornerstone in the 1995 formation of Sony/ATV and, as evidenced by the value of this transaction, is still considered one of the smartest investments in music history.

    We are aware that some fans were hoping that the Estate would be the buyer of Sony’s share in Sony/ATV, rather than the reverse. That was our goal as well when we started on this path last year, but ultimately, Sony’s offer made more sense for the reasons outlined above. We are dedicated to protecting and growing Michael’s legacy, and maximizing the value of his Estate for the benefit of his children. This sale allows us to protect the assets most dear to Michael (his own songs and those he acquired and retained outside of Sony/ATV), close out his debts, and continue to grow his legacy for future generations.

    Die Pressemitteilung von Sony und dem MJ Estate hier als PDF.

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     Quelle: jackson.ch, div., The Estate of Michael Jackson

     

    3 Kommentare zu “Nachlassverwalter verkaufen Sony/ATV Anteil

    1. unknown land

      Kurz bevor Paris auch 18 Jahre alt wird…
      bringen sie ihre eigenen Geschäfte in „Sack und Tüten“, die Anwälte verdienen ja an diesem Geschäft mit.
      Angeblich um immer noch seine Schulden ab zu bezahlen. Wenn überhaupt vertuschen sie damit eigene Fehler, hatte sie nicht auch falsche Steuerangaben gemacht, weswegen sie Nach- und Strafzahlungen leisten mussten.

      Bleibt zu hoffen, dass vor lauter „Schulden“ abzahlen noch was von dem Geld übrig bleibt und die Kinder mehr Frieden finden als Michael.

    2. Mahir

      Das ist ein schlechter Scherz, oder?

    3. Angelika

      Gegen diese Parasiten ist kein Kraut gewachsen. Niemand kommt gegen sie an.
      Michael war damit geschlagen und ist daran zu Grunde gegangen. Vielleicht ist es ein „Glück“ für seine Kinder, wenn die Geier endlich bekommen haben, was sie wollten.

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