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  • The Jacksons reunite for Unity Tour 2012

    Roman

    Roman gehört zu den Fans, die Michael kennen lernten, als er noch mit seinen Brüdern auf der Bühne stand. Nach sieben Michael Jackson Konzerterlebnissen, bot die Unity Tour 2012 in den USA die perfekte Gelegenheit, auch noch die Jacksons live zu erleben. Können die Brüder aus Michaels übermächtigen Schatten hervortreten?
    Roman berichtet von den Shows im legendären Apollo und in Englewood. Von den euphorischen, aber auch von den weniger guten Momenten. Er traf die Brüder ausserdem hinter der Bühne und beschreibt die Treffen mit den Jacksons.

    Inklusive zahlreicher Fotos. Der Text wurde bereits vor den in den Medien viel beachteten Zwischenfällen bei den Jacksons geschrieben, aus internen, zeitlichen Gründen aber erst jetzt online gestellt.

    The Jacksons reunite for «Unity»-Tour 2012

    Als sich diese Meldung anfangs April in den Medien verbreitete, war mir klar, dass diese Nordamerika-Tour mit grosser Wahrscheinlichkeit Rom_2012-06-28 Jacksons_smdie letzte Chance sein dürfte, die Jacksons einmal „live on stage“ erleben zu können. Als Hardcore-Michael-Jackson-Fan seit meinem 10. Lebensjahr (1984) hatte ich das Glück, Michael bei allen drei Solotourneen („Bad“ 1988, „Dangerous“ 1992, „HIStory“ 1997) insgesamt sieben Mal live zu sehen. Ein Konzert der Jacksons habe ich aber leider nie besucht, da ich mit zehn Jahren noch zu jung war, um auf eigene Faust in die USA zu reisen um die „Victory“-Tour zu geniessen und mich meine Uniabschlussprüfungen – und die Annahme, dass Michael mit „Invincible“ allenfalls wieder einige Konzert geben wird – von einer Reise nach New York an die zwei einmaligen „The Solo Years 30th Anniversary Celebration“-Konzerte 2001 abgehalten haben. Diesmal sollte einer Reise in die USA aber nichts mehr im Wege stehen.

    Einige Michael Jackson-Fans werden sich fragen, was denn der Reiz sein soll, an ein Konzert der Jacksons zu reisen, jetzt wo Michael nicht mehr mit dabei ist. Dazu ist zu sagen, dass Michael zu dem Zeitpunkt, als ich ihn alsKind zu verehren begonnen habe, noch immer stark als Bandmitglied und nicht bloss als Solokünstler wahrgenommen wurde. „Off The Wall“ hat die Welt bis dahin zwar bereits mehr begeistert als alles, was von der Brüderband veröffentlicht wurde, und „Thriller“ war noch immer an der Spitze der US-Charts und begann sich zum bestverkauften Album aller Zeiten zu entwickeln und Michael in die Stratosphäre des „King Of Pop“-Universums zu katapultieren. Wer aber damals Musik von Michael in grossem Masse wollte, musste sich im „Archiv“ unweigerlich nach Songs der Jackson 5 und der Jacksons umsehen. Dies ist wohl der Hauptgrund, weshalb die Band – auch in der Formation ohne Michael (und heute leider auch ohne Randy) – als Wurzel meines Idols noch immer eine starke Bedeutung für mich hat.

    Ich war nie ein Fan, der sich auf das – zurzeit ziemlich populäre –Familybashing eingelassen hat. Michaels grösstes Anliegen war in meinen Augen die Verbreitung seiner Message einer „übergeordneten Liebe“ und trotz teilweise krassen Anschuldigungen beispielsweise von Latoya (Medienauftritt 1993) und Jermaine („Word To The Badd“ 1991) hat sich Michael in seiner vergebenden Art meines Erachtens immer wieder – zumindest bis zu einem gewissen Grad – mit seinen Familieangehörigen versöhnt und wurde zu seinen schwersten Zeiten 2005 auch von ihnen bestärkt. Zudem wurde mit den drei Jahren, die mittlerweile seit Michaels tragischem Tod vergangen sind, auch eine gewisse „Trauerzeit“ eingehalten, bevor neue Konzerte angesetzt wurden. Allerdings kann man berechtigterweise die Frage aufwerfen, warum die Band nicht schon viel früher – vor Michaels Tod – auf die Idee kam, weiter zusammen aufzutreten. Der Wunsch, Michael dabei zu haben, war wohl immer zu stark, und Michael hatte mit seinen Soloprojekten verständlicherweise künstlerisch meist besseres zu tun, als seine Brüder zu unterstützen, weshalb es seit 1984 bei einigen wenigen gemeinsamen Projekten blieb. Jedenfalls freute ich mich also wahnsinnig darauf, nach 28 Fanjahren endlich seine Brüder performen zu sehen, auch wenn mir von Beginn weg klar war, dass das nie so ein ergreifendes Ereignis werden würde, wie die Konzerte, die ich von Michael gesehen hatte.

    Nun musste ich also bloss noch an Tickets kommen. Meine Idee war, im Sommer nach New York zu reisen und dort die Show im legendären Apollo am 28.6. anzusehen. Leider schaffte ich es im ersten Anlauf nicht, Tickets dafür zu ergattern und musste mich mit Tickets für Englewood NJ am 30.6. „begnügen“. Einige Wochen später wurde dann mitgeteilt, dass man die Tickets zu VIP-Tickets „upgraden“ kann, die ein Meet & Greet beinhalten! Klarer Fall 🙂 . Als dann wiederum einige Wochen später in drei Anläufen insgesamt elf von anfänglich 27 Konzertterminen gecanceled wurden, bekam ich es mit der „Angst“ zu tun: Da Englewood eine eher kleine und nicht ausverkaufte Location war, hätte ich es mir durchaus vorstellen können, dass dieser Auftritt auch noch abgesagt wird, weshalb ich mich nochmals ausgiebig um Tickets fürs Apollo bemühte und ich tatsächlich noch zwei der letzten acht VIP-Tickets – die wieder in den Verkauf kamen – ergattern konnte. Da Englewood schliesslich aber trotzdem bestehen blieb, kam ich also in den Genuss von zwei Konzerten und zwei Meet & Greets. (An dieser Stelle ein Dankeschön an meine Freundin Annette, die sich also in New York von mir an zwei Jacksons-Konzerte/-Meet & Greets einladen lassen „musste“ 🙂 )

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    Die Treffen

    Eine nicht zu beschreibende Spannung lag in der Luft, als am 28. Juni kurz vor 18 Uhr die insgesamt wohl etwa 80 VIP-Gäste ins Apollo eingelassen und backstage in einen Raum geführt wurden, der in Kürze von den Jacksons betreten werden sollte, um die Fans zu begrüssen. Alle Fans mussten sich in einer Reihe aufstellen und bekamen einen „coolen“ VIP-Anhänger und ein Tourbook mit Autogrammen der vier Jacksons (kein Druck, sondern echte Autogramme). Es wurde mitgeteilt, dass es nicht erlaubt sei, persönliche Autogramme der Jacksons zu holen. Eine gewisse Enttäuschung wurde deutlich, insbesondere bei Fans, die in einer Art „Migrossack“ 🙂 tonnenweise J5-Alben „mitschleppten“, um sie signieren zu lassen. Verständlicherweise sollte die Zeit eben genutzt werden für Handshake, Smalltalk und Fotos und vermutlich wollte man auch verhindern, dass man einem gewissen Handel mit signierten Alben in die Hände spielt.

    Unter tosendem Applaus betraten dann Marlon, Jermaine, Jackie und Tito tatsächlich pünktlich den Raum. Jeder Gast bekam also seine ganz persönliche Zeit bei den vier Brüdern, und wir mussten uns relativ lange gedulden, bis wir an der Reihe waren, was uns nur noch nervöser werden liess. Schliesslich war es dann aber so weit. Auffällig war, dass kein einziger der Gäste vor uns ein Geschenk mitgebracht hatte und wir somit mit unserer grossen „Swiss-Zurich-Paradeplatz-Sprüngli-Schokoladen-Box“ definitiv punkten konnten 🙂 . Zuerst begrüsste ich Marlon, meinen „Liebling“ :-), dem ich das Geschenk übergab und der eine „Schiisfreud“ an der Schokolade hatte 🙂 . Er war sehr höflich und bedanke sich mehrere Male bei mir, wirkte sonst aber etwas sensibel und scheu auf mich, was jetzt aber nicht negativ gemeint ist, und hat aus der Nähe von allen vier Brüdern wohl am ehesten so eine Art „Künstlerpersönlichkeit“.rom_Jermaine 47 Allerdings war ich erstaunt, wie klein er ist (siehe Foto), denn ich bin mit 1.82 zwar durchschnittlich gross, aber ja auch kein Riese 🙂 . Während er dann noch ausgiebig mit Annette quatschte hatte ich einige Gespräche mit Jermaine.

    Jermaine ist der „Star“ der Truppe, da er es war, der sich neben Michael – zumindest in den 80ern mit seinem Album „Dynamite“– auch solo durchsetzten konnte, was auf der Bühne durch die Performance von 3 seiner Solo-Hits auch ersichtlich wird. Backstage war er aber auch sehr umgänglich und hat einen guten Sinn für Humor, d.h. ich habe einiges gelacht mit ihm und er hat auch für eine sehr lockere Atmosphäre gesorgt.

    Den besten Draht hatte ich dann aber wohl zu Jackie, der sehr lieb, zuvorkommend und sympathisch war, und auf mich wirkte es so, wie wenn es ihm tatsächlich Spass bereitete, sich mit uns beiden zu unterhalten (und nicht bloss mit der hübschen Annette). Er wollte einiges Wissen von der Schweiz und konnte es kaum glauben, dass ich für die Jacksons extra aus Switzerland für zwei Shows angereist bin und Michael und der Band seit 28 Jahren die Treue halte und Michael in Europe sieben Mal auf einem Konzert besuchte. Er war wirklich sehr zugänglich, interessiert, warmherzig, aufgeschossen und hatte keinerlei Starallüren. Es war ihm offensichtlich ein Anliegen, das wir nicht nur das Meet & Greet schätzen, sondern uns auch die darauf folgende Show zu begeistern vermag, weshalb er oft davon sprach und uns explizit ein „Enjoy the show!“ zum Abschied wünschte und mir neben einem Händedruck sogar noch eine von ihm initiierte Umarmung/Schulterklopfen mitgab. An Tito kann ich mich ehrlich gesagt gar nicht mehr so recht erinnern, da ich von den anderen drei wohl bereits so fasziniert und „geflashed“ war, dass ich von der Begegnung mit ihm – die als letzte stattfand – nur noch wenige Details weiss :-). Ich habe ihm irgendwas von „It’s great that you’re on the road again“ gesagt, was er dann auch sehr „chillig“ fand.
    rom_J4 R N_smDie Begegnung in Englewood zwei Tage später ist dann in etwa gleich abgelaufen wie im Apollo, wenn es auch mit rund 20 Leuten ein viel kleinerer Rahmen war. Jackie hat sich sehr über das Wiedersehen gefreut und insbesondere Jermaine war an diesem Abend – backstage und auf der Bühne – merklich mehr in Fahrt. Im Gegensatz zum Apollo war in Englewood noch ihr professioneller Tourfotograf zur Stelle, der einige Pics von Jermaine und mir schoss und so „lockerflockige“ Anweisungen gab wie „Just smile, and now look wright, now look left“ usw. Jermaine hat sich dann – in einer lustigen Art – etwas über diese Regieanweisungen aufgeregt und mir irgend ein „I hit this guy“ oder so zugeflüstert, was dazu führte, dass er und ich auf allen Bildern von Englewood zusammen grinsen wie Honigkuchenpferde. Apropos Bilder: dasjenige mit den Brownstones stammt von Englewood, das andere vom Apollo. Einziger Wehrmutstropfen: Es ist mir nicht gelungen, dass die Jungs ihre Sonnenbrillen ablegen, weshalb ich den Jacksons entsprechend meiner Eitelkeit auch noch freien Lauf gelassen habe (siehe Foto mit Jermaine in Englewood). Lange Rede kurzer Sinn: Alle vier waren super nett und die beiden Treffen werde ich mit Sicherheit mein Leben lang nicht mehr vergessen.

    Die Shows

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    Setlist: 1. Can You Feel It, 2. Blame It On The Boogie, 3. Wanna Be Where You Are, 4. Rock With You, 5. Show You The Way To Go, 6. Lovely One, 7. Looking Through The Windows, 8. Time Waits For No One, 9. Heaven Knows I Love You Girl, 10. Push Me Away, 11. Man Of War, 12. Gone Too Soon, 13. Motown-Medley (I Want You Back, ABC, The Love You Save), 14. Never Can Say Goodbye, 15. All I Do Is Think Of You, 16. I’ll Be There, 17. Dynamite, 18. Let’s Get Serious, 19. Do What You Do, 20. Can’t Let Her Get Away, 21. Heartbreak Hotel, 22. Wanna Be Startin’ Somethin’, 23. Don’t Stop Til’ You Get Enough, 24. Shake Your Body

    Gleich mal vorne weg: Die Jacksons ohne Michael sind nicht die Jacksons mit Michael, was bei den Shows auch deutlich ersichtlich wurde. Da ich mir dessen allerdings immer bewusst war und nichts anderes erwartet habe, wurde ich bei den zwei Auftritten, die jeweils beide gleich abliefen und rund 90 Minuten dauerten, auch nicht enttäuscht, im Gegenteil. In Anbetracht der Tatsache, dass die vier ihren genialen Bruder nicht mehr an ihrer Seite haben, seit den letzten Konzerten (2001) elf Jahre vergangen sind und sie mittlerweile zwischen 55 und 61 Jahren auf den Buckeln haben, haben sie ihre Sache sehr gut gemacht. Im Apollo war eine Wahnsinnsstimmung. Für die mehrheitlich schwarze Bevölkerung in Harlem sind alle Jacksons einfach schlechthin „true legends“! Aussergewöhnlich an der Show im Apollo war zudem, dass Marlon Anekdoten erzählte, wie Michael und er als Kinder (Mitglieder der J5) hinter den immer noch vorhandenen Vorhängen dem grossen James Brown zuschauten: Wahres Gänsehautfeeling kam dabei auf. In Englewood war die Stimmung nicht ganz so ausgelassen, der Auftritt aufgrund des besser abgemischten Sounds aber noch eindrücklicher, und berührt hat mich insbesondere, dass Jackie dort bei Jermaines „Gone Too Soon“-Performance für Michael in Tränen ausbrach und die Bühne kurz verliess. Dies war mit Sicherheit nicht geplant: im Apollo war dem nämlich nicht so und aus nächster Nähe konnte ich die Tränen sehen, und seine Brüder drehten sich auch kurz überrascht nach ihm um.

    Die Show besteht aus fünf Teilen und beginnt in altbekannter bombastischer Jacksons-Manier mit Hits wie „Can You Feel It“, „Blame It On The Boogie“, „Show You The Way To Go“ und „Lovely One“. Danach folgt ein Teil, bei dem sich die Jacksons auf Barhockern hinsetzen, voll und ganz auf ihre gesanglichen Qualitäten konzentrieren und schöne Darbietungen von diversen Jacksons-Balladen geben. Danach wird der Zuschauer in die Motown-Phase zurückversetzt, wo alle die altbekannten Hits gespielt werden. Für den 4. Teil verlassen Marlon, Jackie und Tito kurz die Bühne und Jermaine performt der „Victory“-Tour entsprechend 3 seiner grössten Solo-Hits. Dabei wird im Vergleich zu 1984 das Michael-Duett „Tell Me I’m Not Dreamin’“rom_The Jacksons - Englewood_smdurch den Hit „Do What You Do“ von 1985 ersetzt. Zudem wurde bis jetzt auf der aktuellen Tour immer „Dynamite“ gespielt, welches 1984 teilweise noch durch „You Like Me Don’t You“ ersetzt wurde. Mit dem fünften Teil und grossen Hits wie „Heartbreak Hotel“ und „Shake Your Body“ geht die Show zu Ende.

    Grundsätzlich ist noch zu sagen, dass Jermaine– der auch ab und zu Bass spielt auf der Tour – während der ganzen Show mehrheitlich die Leadvocals übernimmt; mit Unterstützung von Jackie, der auch viele grosse Momente auf der Bühne hat. Marlon konzentriert sich mehrheitlich auf die Backgroundvocals und insbesondere auf die Performace und hat die Animation des Publikums und auch die Tanzeinlagen sehr gut hingekriegt und hat einige Entertainerqualitäten gezeigt, die ich bis anhin nicht von ihm kannte. Offensichtlich hat er sich sehr hart auf die Tour vorbereitet, die – wie wir erfahren konnten – von ihm in die Wege geleitet wurde. Tito konzentriert sich links aussen auf der Bühne in erster Linie aufs (solide) Gitarrenspiel und ist der Kopf der Band, die aus mehreren überzeugenden Musikern und Background-SängerInnen besteht, die den ganzen Abend zu einem musikalisch genüsslichen Event werden lassen. Grosse Namen sucht man allerdings vergeblich, bis auf den Gitarristen Thommy Organ, der – neben Orianthi Panagaris – für Michaels „This Is It“-Tour in die Seiten gehauen hätte.

    Musikalisch waren einige Songs des Abends neu arrangiert, in eine neue Tonlage versetzt (da die Stimmlage der Jacksons teilweise nicht derjenigen von Michael entspricht) usw. Die Performance war aber geradezu legendär und kein typisches Jacksons-Element wurde ausgelassen: Auftauchen im Trockeneisrauch zu Beginn der Show mit Sonnenbrillen, „Marching Man“-Choreographie wie 1981 bei „Can You Feel It“, typische „Motown-Medley-Ansage“ („If we do it , we do it the old fashion way like in 1970 on the Ed Sullivan Show“), 10 Minuten Performance von „Shake Your Body“ mit Aufreihen auf der Bühne und dann ich fünf Jumps dem Pubikum entgegen springen (Wie Michael schon so schön sagte in der Autobiographie „Moonwalk“: „„Shake Your Body“, auf dem Album mehr eine Pflichtübung, wurde für uns auf der Bühne zum Lebensretter, weil wir damit bereits im Studio eine gute Jam-Session bestritten hatten, auf der wir aufbauen konnten“.).

    Die Show ist gespickt mit vielen tollen Videoeinspielungen der Jackson 5- und Jacksons-Zeit und wird Michael so würdig, wie es nur irgendwie möglich ist. Die Jacksons machen nun ihr eigenes Ding und konzipieren einiges anders als früher. Wo aber an Michael erinnert und der Legende von ihm und der Band Rechung getragen werden kann, wird dies auch in ehrenhafter Art und Weise getan. Das einzige, was mir nicht gefallen hat, waren gewisse Performances von Michael-Solo-Songs. „Rock With You“ und „Don’t Stop…“ waren ganz ok und für mich auch insofern mit den Jacksons einigermassen „kompatibel“, da diese Songs auf den Tours der Jacksons mehr gespielt wurden, als auf den folgenden Solo-Konzerten von Michael und das Album „Off The Wall“ noch in der kreativen Jacksons-Phase von 1978-1980 („Destiny“, „Off The Wall“ „Triumph“) entstand.

    rom_Jackie - Englewood - Slow_sm rom_Marlon - Englewood - Slow_sm rom_Jermaine - Englewood - Slow_sm rom_Tito - Apollo_sm

    „Gone Too Soon“ war ebenso passend wie auch „Can’t Let Her Get Away“, das auch – in einer ganz eigenen Weise – als Homage gedacht war und während diesem Track auch die Band vorgestellt wurde und Marlon zwei Mal explizit einen ausgiebigen Dank an Michael und Randy richtete. „Wanna Be Where You Are“ und „Wanna Be Startin’ Somethin’“ waren dann aber meines Erachtens enttäuschend. „Wanna Be Where You Are“ wurde beide Male nicht sonderlich gut interpretiert und es fragt sich, ob man an der Stelle nicht besser beispielsweise ein „Things I Do For You“ ins Programm genommen hätte. Und „Wanna Be Startin’ Somethin’“ von Jermaine vorgetragen geht nicht und passt nicht. Das ist zu „Michael-typsich“ für mich.

    Die Tour endet am 29. Juli mit dem Auftritt in Snoqualmie WA. Auf der offiziellen Homepage thejacksons.com ist allerdings vermerkt, dass weitere Daten (vielleicht auch Asien und/oder Europa?) dazukommen werden.

    rom_The Jacksons - Apollo_sm   rom_The Jacksons - Englewood - Dancing 2_sm   rom_The Jacksons - Englewood - Auftakt_sm

    Wer unter Euch nicht ausschliesslich die Solo-Musik/-Auftritte von Michael liebt, sich einen Auftritt der Jacksons nicht grundsätzlich nur mit Michael vorstellen kann/ansehen würde oder nicht sonst irgendein Problem mit der Jackson-Family hat, dem kann ich nur empfehlen, ein Konzert dieser Tour zu besuchen, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Ihr werdet es nicht bereuen, und seit dem Film „This Is It“ habe ich persönlich keinen Anlass mehr erlebt, der mein Michael Jackson-Fanherz so zu beglücken vermochte, wie die aktuelle The Jacksons-„Unity“-Tour-2012.

    Copyright Fotos und Text: Roman, jackson.ch