„Leaving Neverland“: Hintergründe und Fakten

4. Februar 2019

Wir möchten der vierstündigen Doku, die in Zusammenhang mit einer abgewiesenen Millionen-Zivilklage gegen das MJ Estate und frühere Firmen MJs steht, eigentlich keine weitere Aufmerksamkeit schenken. Dennoch hier weitere Artikel zur Verteidigung Michael Jacksons sowie Fakten zu den Vorwürfen von 1993 bis heute.

Beide hatten Michael Jackson seit 1993 mehrmals gegen Missbrauchs-Vorwürfe verteidigt, darunter auch unter Eid: Wade Robson und James Safechuck. Im Arvizo-Prozess 2005, der mit einem vollumfänglichen Freispruch Michael Jacksons endete, war Wade Robson einer der Schlüsselzeugen. Als Michael Jackson starb, kamen er und diverse seiner Familienmitglieder an die Abschiedszeremonie, wie eine von Taj Jackson veröffentlichte E-Mail Korrespondenz bestätigt. Im posthumen Riesenformat-Buch, Michael Jacksons „Opus“, schrieb Wade Robson einen emotionalen Beitrag: „My Mentor“. Er hatte sich ausserdem erfolglos für eine Rolle in der Cirque du Soleil Tribute-Show „Michael Jackson: Immortal“ beworben.

Mühe, an seine alte Erfolge als Choreograph anzuschliessen, erlitt Robson 2012 einen Zusammenbruch und ging in Therapie. Dabei soll er gemäss eigenen Aussagen realisiert haben, dass er als Kind von Michael Jackson missbraucht worden sei und dies endlich wahrhaben wolle. Im Mai 2013 reichte er eine Schadenersatzforderung gegen das MJ Estate und Firmen Michael Jacksons ein und forderte Schadenersatz. 2014 reichte ein weiteres angebliches Opfer mit dem selben Anwaltsteam eine ähnliche Klage ein: James Safechuck.

Im Mai 2015 entschied ein Nachlassgericht dass die Geldforderungen zu spät eingereicht worden sei, und die Klagen deshalb abgewiesen werden. Nur noch mit den Firmen MJJ Productions und MJJ Ventures als Angeklagte wurde erneut Zivilklage eingereicht. Diese hätten die angeblichen Machenschaften von ihrem Boss, Michael Jackson, gedeckt und unterstütz. Doch die eingereichten Unterlagen reichten Richter Mitchell Beckloff nicht aus, um die Klage zu rechtfertigen. Er wies die Zivilklage mit einer 17-seitigen Verfügung im Dezember 2017 erneut ab. Die Unternehmen könnten nicht haftbar gemacht werden, so Beckloff.

(obige Schilderung könnte nicht ganz korrekt sein. Das MJ Estate spricht von total vier Klagen, die vom Gericht zurückgewiesen wurden. Möglicherweise klagten sie teils separat, allenfalls wurden die Klagen auch im Verlauf der Verfahren zusammengelegt.)

Umgehend kündige Anwalt Vince Finaldi an, in Berufung zu gehen. Dass an einer Berufung gearbeitet wird, wurde vor Ausstrahlung von „Leaving Neverland“ am Sundance Filmfestival in mehreren Medienartikeln bestätigt. Vince Finaldi wurde darin teils zitiert, einer der Anwälte von Robson und Safechuck. In der vierstündigen Doku „Leaving Neverland“ wurden die Vorwürfe der Zivilklage aufgegriffen – ohne Einbezug von unabhängigen Personen oder Zeugen.

Hier hatten wir über die Vorwürfe von Robson und Safechuck berichtet:

13. Mai 2014: Robsons Klage wird um einen weiteren Namen ergänzt

09. August 2014: Statement zur aktuellen Schmierkampagne

06. Januar 2017: Wade Robson hält Beweise zurück

14. März 2017: Wade Robson erhält Termin für Verfahrensbeginn

20. Dezember 2017: Klage von Robson + Co. abgewiesen

Auf Youtube kursiert seit einiger Zeit folgendes Video:

Zum obigen Youtube-Video gibt es hier bei „sites.google.com“ informative Links.

Die neuste The MJ Cast Folge zum Thema gibt es hier:

Episode 095 – Leaving Neverland Roundtable

(Unterhalb der Folge sind einige lesenswerte Links aufgeführt.)

Weitere Fakts zu „Leaving Neverland“: LeavingNeverlandFacts.com

Ein Artikel vom September 2017, in dem eine Geschworene vom Arvizo-Prozess 2005, Paulina Coccoz, über den damaligen Freispruch spricht:

Michael Jackson trial juror reflects on child molestation case: ‚I would still vote not guilty today‘

Paulina Coccoz erklärt: „Wir müssen auf die tatsächlichen Dinge schauen, anstatt zu sagen: ′Oh ja, er war ein Freak. Er war schuldig, weil er ein Freak war.′ Jeder ist andersartig und Gott verbietet, dass wir alle in einem Gerichtssaal verurteilt werden, weil wir Freaks sind und folglich schuldig sind.“

„Für mich war es ein sehr sensibler Punkt. Ich habe es irgendwie persönlich genommen, insofern, dass man niemals möchte, dass so etwas deinen Kindern passiert. Es hat für mich keine Rolle gespielt oder es kümmerte mich nicht, dass er Michael Jackson war.“

Roger Friedman schrieb vergangene Woche für „ShowBiz411“Michael Jackson Criminal Defense Lawyer Thomas Mesereau Is “Shocked” By Claims Made By Wade Robson: “He was adamant that nothing had happened to him. So were his mother and sister”

In der „Daily Mail Online“ erschien ein Artikel über Wade Robsons Mutter, in eine ungenannte angebliche Quelle zitiert wird. Ein Kapitel widmet sich der Danksagung in Jermaine Jacksons 2011 erschienenem Buch „You Are Not Alone: Michael, Through a Brother’s Eyes“. So sei Joy Robson mit dem Co-Writer von Jermaines Buch für das Kapitel „Body of Lies“, zusammen gesessen:

Mother of Michael Jackson ‚victim‘ Wade Robson told friends her son DENIED being molested by the king of pop ‚time and time again‘ and ‚had no reason to believe he was abused‘

Bei „ETINside“ beleuchtet ein neuer Artikel, wieso die Doku „Leaving Neverland“ (2019)  nicht ernst zu nehmen sei.

Bei der Doku-Premiere beim Sundance Festival im Januar 2019 interviewte die „New York Times“ zwei Fans vor Ort: Michael Jackson Movie at Sundance Draws Protesters: 2 to Start With

Verleumdung ohne Beweise

Autor Mike Smallcombe schreibt im Artikel „Why we shouldn’t be free to destroy the reputations of the dead„:

„Kein Enthüllungsjournalismus oder polizeiliche Untersuchung hat ein Fehlverhalten Michael Jacksons aufgedeckt. Also selbst wenn keine Beweise vorliegen, haben die Medien die Macht, um die Welt glauben zu machen, dass Menschen wie Michael Jackson unheimliche Charakter waren. Das scheint mir nicht richtig.“

Der Engländer Mark Lester sprach mit „USA Today“Michael Jackson’s friend defends him against allegations: ‚He just didn’t understand‘ 

Auch Corey Feldman wurde kürzlich auf das Thema angesprochen:

Das Filmprojekt von Taj Jackson

Michael Jacksons Neffe Taj Jackson (3T) erläutert hier sein Vorhaben und kann finanziell unterstützt werden: Fundraiser von Taj Jackson

Bereits haben einige Medien das Vorhaben aufgegriffen, einen unabhängigen Film über die Verleumdung und die tatsächlichen Fakten zu realisieren.

So beispielsweise „PR Newswire“: Michael Jackson’s Nephew Announces ‚Explosive‘ Documentary Series Exposing ‚Media and Showbiz Corruption‘ Against His Uncle, as Police Prepare for Fan Protests Over Sundance Screening of TV Show ‚Leaving Neverland‘

Ein neuerer Artikel etwa vom „U.S. Newsweek“: Michael Jackson’s Nephew Taj Slams ‚Leaving Neverland,‘ Wants to Tell the ‚Truth‘: ‚Facts Don’t Lie, People Do‘

„Sunrise“-TV sprach ebenso mit Taj Jackson:

Radar Online schrieb vor der Premiere bei Sundance: Michael Jackson’s Family ‘Lawyers Up’ Amid Scathing ‘Leaving Neverland’ Documentary

Ein Video aus Michael Jacksons Schlafzimmer soll noch diesen Frühling bei Gotta Have RocknRoll versteigert werden. Ein Ausschnitt davon wurde in der Zwischenzeit auf YouTube wieder gelöscht. Darin war zu sehen, wie „Mother Goose“ einer Horde Kinder, Michael Jackson und weiteren Erwachsenen eine Geschichte vorlas.

Eine mögliche Quelle der in der Zivilklage und „Leaving Neverland“ erhobenen Vorwürfe, könnte ein Buch von 1996 sein, wie ein MJ-Fan hier vermutet:

Overwhelming evidence that James Safechuck pieced together his allegations using Victor Gutierrez’s pro pedophilia book proves he is not a victim but a liar and a particularly cynical one

Das Buch „MJ was my Lover – The secret diary of Jordie Chandler“ kam nie offiziell in den Handel, da es Pädophilie gutheissen soll, wie diverse Quellen sagen, die ein Exemplar gelesen hatten. Der Autor Victor Gutierrez hatte es eigenhändig über ein paar Buchgeschäfte in geringer Anzahl in den Umlauf gebracht. Es soll sich auf das angebliche Tagebuch von Jordie Chandler stützen. Das angebliche Opfer vom Fall 1993. (Als kein Strafprozess zustande kam und die Zivilklage nach einer Millionen-Zahlung von Seiten Michael Jackson zurückgezogen wurde.)

Der Autor Victor Gutierrez wurde 1995 von Michael Jackson auf Schadenersatz verklagt, da er gegenüber der „Hard Copy“ Reporterin Diane Dimond behauptet hatte, er wisse von einem Video, das MJ bei Sex mit einem minderjährigen Teenager zeige. Im April 1998 wurde Gutierrez zur Zahlung von 2.7 Millionen US-Dollar an MJ verurteilt, da er seine Behauptung nicht beweisen konnte.

Ein YouTube-Blogger hat kürzlich folgendes Video online gestellt:

Wir bedanken uns für obige beiden Link-Hinweise bei der von der Schweiz aus organisierten Support-Gruppe auf Facebook, „Army of Love„.


Links und Fakten zu den früheren Skandalen:

Die nach Michael Jacksons Tod öffentlich zugänglich gemachten FBI Files sind hier zu finden.

Die Seite „Michael Jackson Allegations“ präsentiert alle möglichen Dokumente und die Zeitablaufe zu den Vorwürfen 1993, 2003 und posthum:

Michael Jackson Allegations

Deutsche Artikel auf „all4Michael“:

Die Unterstellungen von 1993, 2003 und 2013 + “The Veritas Projekt”

Weitere The MJ Cast Folgen:

Episode 58; „Vindication Day Special: Pirates in Neverland: The MJ Allegations“

Hier die Episode 33 mit Thomas Mesereaus Chefermittler Scott Ross.

Hier die Episode 10 mit Thomas Mesereau zum 10. Jahrestag des Freispruches 2005.

Hier die Episode 81 mit Aphrodite Jones, der Autorin von „MJ Conspiracy“. Sie hatte im Arvizo-Fall 2005 für die Strafverfolgung gearbeitet.

Zu guter Letzt, hier die Darlegungen vom „The MJJ Justice Project“:

The Michael Jackson Allegations Blog

Quelle: Jackson.ch, div. (gemäss erwähnter Links), Youtube.com

Ein Kommentar zu “„Leaving Neverland“: Hintergründe und Fakten

  1. Simon Knoflach

    Eine riesen schweinerei dass Michael Jackson nicht mal nach dem Tod in Ruhe gelassen wird und dass leute wieder mit neuen Lügen Geld profitieren wollen es ist echt traurig was für empörende sachen weiterhin erzählt werden es gibt 0 Beweise dafür er wurde in allen 10 anklagebunkten 2005 freigesprochen es wird wider mal versucht schmutzig Geld zu verdienen eine Schande

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