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  • The Jacksons vs. AEG Live — Zeugen der Jacksons, 27. Teil

    23. Juni 2013

    Am Donnerstag und Freitag wurde Dr. Charles Czeisler, ein Schlafexperte der Harvard Medical School von den Jackson Anwälten befragt. Czeisler sagte aus, dass Michael Jackson der einzige Mensch sein könnte, der während der zwei Monate, die ihm Murray Propofol verabreicht hatte, ohne REM (Rapid Eye Movement) Schlaf, ausgekommen sei. REM Schlaf ist ein wichtiger Bestandteil des Schlafzyklus‘ und ist essentiell dafür, dass Gehirn und Körper gesund bleiben. „Die Symptome, die Mr. Jackson aufgewiesen hat, stimmen mit solchen überein, die man hat, wenn man unter vollkommenem Schlafentzug über einen längeren Zeitraum hinweg leidet“, so Czeisler. Zu den Symptomen gehören gemäss dem Experten (gestützt auf diverse, den Geschworenen vorgelegte E-Mail Aussagen): die Unfähigkeit Standardtanzroutinebewegungen zu vollziehen, sich nicht mehr an die Songtexte erinnern zu können, die er über Jahrzehnte gesungen hat, mit sich selbst zu sprechen, Stimmen zu hören sowie massiven Gewichtsverlust.

    Gemäss Czeisler unterbricht Propofol, das zu einem „medizinisch ausgelösten Koma“ führt, den normalen Schlafzyklus und überspringt dem REM Schlaf, wenn der Patient jedoch aufwacht, fühlt er sich so frisch, wie wenn er normalen Schlaf gehabt hätte, jedoch fehlen ihm die Vorteile eines normalen Schlafs wie zB. die Repartur von Gehirnzellen und körperlichen Funktionen im Allgemeinen. Es wäre das Gleiche, „wie wenn man Zellulosegranulat statt einem gewöhnlichen Abendessen essen würde. Ihr Magen wäre voll und sie wären nicht hungrig, aber sie haben null Kalorien und somit auch null Nährwerte eingenommen“, so Czeisler.

    Wenn Michael Jackson am 25. Juni 2009 nicht an einer Überdosis Propofol gestorben wäre, wäre er aufgrund des Mangels an REM Schlaf ein paar Tage später sowie gestorben, so Czeisler. Laborratten, so der Schlafexperte, seien nach fünf Wochen ohne REM Schlaf gestorben. Bei Menschen hatte man bis Conrad Murrays zweimonatige Behandlung mit Propofol noch keine Erfahrungswerte sammeln können.

    Wenn jemand keinen REM Schlaf kriegt, macht es ihn paranoid, ängstlich, depressiv, lernunfähig, lenkt es ihn ab und man wird schluderig. Man verliert sein Gleichgewicht, seinen Appetit und seine körperlichen Reflexe verlangsamen sich zehnfach, während die emotionalen Reaktionen jedoch zehnmal stärker werden.
    Diese Symptome sind denen, die in den vergangenen Wochen von diversen Zeugen beschrieben worden sind, sehr ähnlich.

    Grundlage für Dr. Czeislers Einschätzungen und Aussagen war eine von Jackson Anwalt Michael Koskoff 15-minütige hypothetische Frage. Dh. der Zeuge wurde gebeten, seine Meinung basierend auf einer langen Liste um Umständen abzugeben. Diese Umstände waren u.a.:

    Murray verabreichte Michael Jackson vor dem 22. Juni 2009 über 60 aufeinanderfolgende Nächte Propofol.

    Murray begann am 22. Juni 2009 damit Propofol abzusetzen; am 23. Juni verabreichte er Michael gar kein Propofol mehr.

    Der Rettungssanitäter, der am 25. Juni versucht hatte, Michael Jackson wiederzubeleben hatte anfangs gedacht, es handle sich bei der Person um einen Sterbenskranken.

    Produzenten der Show berichteten, dass Michael Jackson immer dünner und paranoider wurde und in den letzten Wochen vor seinem Tod mit sich selbst sprach.

    Der Production Manager warnte, dass Michael Jackson in den letzten acht Wochen immer schlechter wurde, dass er ein „nervliches Wrack“ war, das Angst hatte, Michael könnte sich auf der Bühne verletzen und dass er keine mehrfachen 360-Grad Drehungen mehr machen konnte, für die er sonst bekannt war.

    Kenny Ortega schrieb, dass Michael Jackson Mühe hatte, zu verstehen, was bei den Proben zu tun war und dass er psychiatrische Hilfe brauchte.

    Michael Jackson brauchte einen Teleprompter, um sich an die Worte von Songs zu erinnern, die er über mehrere Jahrzehnte immer wieder gesungen hatte.

    Verschiedene Leute, die an der Show mitgearbeitet hatten, berichteten, Michael habe immer wieder mit sich selbst gesprochen und dass er oft wiederholt hatte, „Gott spricht zu mir“.

    Michael Jackson hatte im kalifornischen Sommer ernsthaft unter Schüttelfrost gelitten und seine Haut war beim Berühren kalt wie Eis.

    Auf Einspruch der AEG Anwälte formulierten die Jackson Anwälte den Teil der Frage betreffend Conrad Murrays nächtlichen Propofolbehandungen, da sich diese nur auf die Aussage von Murray zur Polizei berief; diese Aussage wurde eingangs von der Richterin als unzulässig erachtet. Stattdessen bezogen sich die Jackson Anwälte auf den Beweis (aus dem Strafprozess), dass Murray zwischen April und Juni 2009 ca. 16 Liter Propofol bestellt hatte, was gemäss Czeisler 155’000 ml Propofol entspreche. Zum Vergleich, so Czeisler: Um einen Patienten für eine OP ins Koma zu versetzen, brauche ein Narkosearzt zwischen 20 und 30 ml Propofol.

    Czeisler erklärte den Geschworenen auch, weshalb richtiger und ausreichender Schlaf wichtig sei, insbesondere für das Gehirn, dessen Zellen sich nicht erneuern, sondern die man ein Leben lang hat. Zudem legte er einige Beispiele dar von Schlafberatungsmandaten zB. für die Rolling Stones während dem Touren, für die Astronauten der NASA und für CIA Agenten sowie Profisportler.

    Die Jackson Anwälte behaupten, dass AEG Live einen Schlafexperten wie Dr. Czeisler für Michael Jackson hätten konsultieren sollen, statt den Kardiologen Conrad Murray (für USD 150’000 pro Monat) anzustellen.

    Wir sind nun am Ende der achten Woche dieses Prozesses angelangt. Es wird geschätzt, dass der Fall noch bis Anfang August dauern wird. Oh my…

     Quellen: jackson.ch, cnn.com

    2 Kommentare zu “The Jacksons vs. AEG Live — Zeugen der Jacksons, 27. Teil

    1. Jutta Müller

      Danke für die Aufbereitung der Stellungnahme von Dr. Charles Czeisler. Ich beziehe mich auf: dass Michael Jackson „der einzige Mensch sein könnte, der während zwei Monaten ohne REM Schlaf ausgekommen sei.“ „Wenn jemand keinen REM Schlaf kriegt, macht es ihn paranoid, ängstlich, depressiv etc.“ „Wäre er aufgrund des Mangels an REM Schlaf ein paar Tage später sowieso gestorben.“ Dr. Czeisler muss ich heftig widersprechen. Warum? Aus eigenen Erfahrungen. Im Alter von 35 Jahren litt ich unter einem sehr tiefen Blutdruck. Der behandelnde Arzt verordnete, weil er damit sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, Kortikosteroide. Bereits wenige Tage später fing meine Schlaflosigkeit an. Sie dauerte 10 Monate lang. Begleitend verlor ich ständig an Gewicht. Und magerte bis auf 48 kg ab. Gegen die Schlaflosigkeit erhielt ich diverse Medikamente. Keines brachte mich zum Schlafen. Ich verlangte dann eine Einweisung in eine Klinik. Um den Grund herauszufinden. In der Klinik begann die Tortur mit Medikamenten jeweils um 20 Uhr. Erst mit Baldrian, dann mit einem stärkeren pflanzlichen Mittel. Dann wurde ein rezeptfreies Schlafmittel eingesetzt. Danach eine hohe Dosierung Valium. Als letztes dann der Medikamentenhammer Rohypnol. Keines dieser Medikamente zeigte irgendeine Wirkung. Die Ärzte ratlos, die Krankenschwestern aufgebracht. Sie vermuteten, dass es eine Grunderkrankung geben müsse. Die Ärzte winkten ab. Nach 10 Monaten ohne Schlaf, also auch ohne REM Schlaf, war ich sehr wütend und sehr verzweifelt und reiste zu meinen Eltern nach Hildesheim. Mein Vater holte mich am Bahnhof ab und brach in Tränen aus als er mich sah. Bereits eine Stunde später war ich bei der Hausärztin meiner Eltern. Sie sah mich an und sagte umgehend: Das ist eine Schilddrüsenüberfunktion. Das wurde auch am nächsten Morgen von Prof. Schermuly, Städtisches Krankenhaus Hildesheim, bestätigt. Durch diese Überfunktion war die Schilddrüse blockiert. Ein Medikamententransfer konnte überhaupt nicht mehr stattfinden. Es wäre aber wenig später zu einem nicht mehr behebbaren Ausfall der Schilddrüse gekommen. Das Kortikosteroid wurde sofort abgesetzt. Für die erste Nacht erhielt ich nur Valium und schlief das erste Mal 6 Stunden. Und Tage später 8 Stunden ohne Medikament durch. Was will ich damit ausdrücken? Das Fehlen eines REM Schlafes auch über so einen langen Zeitraum führte nicht zum Tod. Ich war während dieser Zeit auch nicht paranoid, nicht ängstlich, nicht depressiv, nicht appetitlos. Auch nicht vergesslich. Ich hatte aber erhebliche Muskelprobleme. Wackelige Beine. Meinen Rücken spürte ich zeitweise nicht mehr. Es war der Horror. Nachvollziehen kann ich nicht, was Dr. Czeisler zu dieser gewagten Stellungnahme veranlasst hat. Ist ihm nicht bekannt, dass Michael Jackson unter Lupus litt?

    2. denise

      Wenn ein Mensch solche Schlafprobleme hat, wie Michael sie hatte, muss doch unbedingt ein Schlafexperte hinzugezogen wereden, warum wurde das nicht getan ???
      So viel Propofol für einen Mensche in so kurzer Zeit. Oh mein Gott !!!

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