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  • The Jacksons vs. AEG Live — Zeugen der Jacksons, 34. Teil

    11. Juli 2013

    Seit Montag war Kenny Ortega, der Regisseur der „This Is It“ Show im Zeugenstand. Gestern haben wir bereits kurz darüber berichtet. Nachdem es beim ersten Teil der Befragung generell um die kreative Seite von Michael Jackson ging, konzentrierten sich die Fragen am Dienstagnachmittag und gestern auf die „This Is It“ Vorbereitungen, insbesondere auf die letzten Wochen und Tage vor Michaels Tod. Kenny Ortega konnte einige Mal seine Tränen nicht verdrängen und musste sogar einmal die Richterin um eine Pause bitten.

    „Es geht mir gerade nicht gut. Kann ich eine kurze Pause machen?“ Richterin Palazuelos erlaubte Kenny Ortega, dass er sich für ein paar Minuten allein in den Geschworenenraum zurückziehen konnte, um sich wieder zu beruhigen. Insbesondere im Zusammenhang mit seinen Aussagen betreffend Michael Jacksons letzten Tage kamen Kenny Ortega immer wieder die Tränen. Auch Michaels Mutter Katherine musste weinen, als sie Kenny zuhörte.

    Nach einer schwachen Probe am 13. Juni 2009 und nachdem Michael am Tag darauf dann gar nicht zu den Proben erschien, schrieb Kenny Ortega eine E-Mail an Paul Gongaware, co-CEO von AEG Live: „Warst Du Dir bewusst, dass MJs Arzt ihn gestern nicht zu den Proben gehen liess? Wissen das Randy (Phillips) und Frank (DiLeo)? Bitte sorge dafür, dass sie sich um MJs Gesundheit kümmern, ohne in MJs Privatsphäre einzudringen. Es wäre vielleicht eine gute Idee, mit seinem Arzt zu sprechen, um sicherzustellen, dass MJ alles hat, was er braucht“. Später sagten die AEG Leute Ortega, dass sie sich mit Murray getroffen hatten und den Arzt damit beauftragt hatten, dafür zu sorgen, dass Michael zu den Proben erscheint. Ortega bekam auch die Natelnummer von Conrad Murray, falls er von diesem wissen musste, ob Michael zu den Proben kommt. Als Michael Jackson eine ganze weitere Woche nicht zu den Proben erschien, rief Ortega Murray an und sie telefonierten eine halbe Stunde lang. „Er sagte mir“, so Ortega über Murray, „er arbeitete einen Plan aus; dieser funktioniere aber nicht“.

    Als Michael am 19. Juni zu den Proben erschien, „schien er verloren, kalt und verängstigt“, so Ortega. „Ich sah einen Michael, der Angst hatte; ein Michael, der zitterte und dem kalt war. Ich dachte, da gibt es irgendein emotionales Problem, ein tiefgründiges emotionales Problem, aber auch ein körperliches Problem. Er schien zerbrechlich“. Wie wir vom Schlafexperten erfahren hatte, deuteten diese Symptome darauf hin, dass Michael Jackson über lange Zeit hinweg keinen richtigen Schlaf (mit dem notwendigen Zyklus) erhalten hatte. Schliesslich handelte sich bei Propofol um ein Narkose- und kein Schlafmittel. Kenny Ortega überzeugte Michael Jackson dann, an diesem Abend nicht aufzutreten, weil er Angst hatte, dass Michael sich verletzen könnte. Michael stimmte dem Vorschlag zu und schaute sich die Proben an, während sein Choreograph Travis Payne Michaels Rolle auf der Bühne einnahm. Michael Jackson, so Ortega, habe ihm gegenüber an dem Abend immer wieder gesagt, dass er ihn bitte nicht verlassen solle. „Michael hatte Angst gehabt, dass ich ihn im Stich lassen oder den Job künden würde“, so Ortega.

    Da man nur noch 12 Tage Zeit hatte für Proben, bevor man sich nach London begab, befürchtete Ortega, „dass alles, an dem wir zusammen gearbeitet hatten, Michael und ich — dieser Traum, dieser Wunsch — wie ein Kartenhaus zusammenbrechen würde“. An jenem 19. Juni hatte Ortega das Gefühl, dass sie die Produktion stoppen sollten, aber er war hin und her gerissen, weil er Michaels Herz nicht brechen wollte. In der Nacht vom 19. Juni und am folgenden Morgen schrieb Kenny Ortega den AEG Leuten einige E-Mails, in denen er diese warnte, dass sie für Michael professionelle Hilfe anfordern sollten.

    Aufgrund dessen kam es dann am 20. Juni 2009 zu dem bereits mehrfach erwähnten Treffen bei Michael zu Hause. Murray hatte Ortega an dem Meeting wütend konfrontiert. „Er sagte, ich hätte kein Recht, Michael nicht proben zu lassen; dass Michael sowohl körperlich als auch emotional durchaus fähig wäre, all seine Pflichten als Performer wahrzunehmen und ich sollte ein Regisseur sein und nicht einen Amateurarzt oder -psychologen spielen“, so Ortega über Murray.

    Die nächsten Proben waren dann am 23. Juni und ein total anderer Michael Jackson sei an jenem Tag zu den Proben erschienen. „Es war ein Wunder“, so Ortega. „Ich war so erfreut über Michaels riesen Energie, seinen mentalen Zustand und seinen Enthusiasmus. […] Es war unglaublich“. Wie wir mittlerweile wissen, war diese Verfassungsänderung dem Umstand zuzuschreiben, dass Conrad Murray Michael Jacksons Propofolbehandlung nach 60 aufeinander folgenden Nächten, an denen das Mittel verabreicht worden war, (vorläufig) eingestellt hatte.

    Den Geschworenen wurde anschliessend das Video von den Probeaufnahmen vom „Earth Song“ gezeigt — dem Song, den Michael Jackson am 24. Juni 2009 zuletzt peformt hatte. Am darauffolgenden Tag — Kenny war bereits wieder im Staples Center für die Proben — erhielt er einen Anruf von Paul Gongaware: „Unser Junge ist tot“. „Ich glaube, ich befand mich im Schockzustand“, so Ortega. „Ich wollte glauben, dass dies irgendein Spinner sei am Telefon,“ sagte Ortega weiter.

    Bereits am Dienstagnachmittag sagte Kenny Ortega aus, dass er es sich zweimal überlegt hätte, ob er die Stelle als Regisseur für die „This Is It“ Shows annehmen sollte, nachdem er erfahren hatte, was sich kurz vor dem Auftritt Michaels bei der Ankündigung der Konzerte in London im März 2009 abgespielt hatte (siehe unsere beiden Meldungen am 1. Juni und 13. Juni). Die AEG Manager hatten Kenny Ortega über diesen Vorfall nicht informiert gehabt, als sie ihn wenige Tage später nach der Pressekonferenz fragten, ob er bei den „This Is It“ Show Regie führen möchte. Hätte er gewusst, wie sich die Konzertvorbereitungen physisch und emotional auf Michael auswirken würden, hätte er den Job wahrscheinlich nicht angenommen, so Ortega.

    Quellen: jackson.ch, cnn.com, latimes.com

    4 Kommentare zu “The Jacksons vs. AEG Live — Zeugen der Jacksons, 34. Teil

    1. denise

      Ich bin bestürzt, es schnürt mir die Kehle zu und ich kann nur mit grosser Mühe meine Tränen zurück halten. Der arme Michael ………. Kenny Ortega hat also wirklich versucht ihm zu helfen, wie man jetzt lesen kann. Ich war mir dessen nicht so sicher.
      Das Schlimme an allem ist, es ist zu spät, gutmachen kann mans auch mit sehr viel Geld nicht. Michael wird dadurch nicht lebendig und die Trauer wird auch nicht weniger.

    2. Molignon

      Aber Michael war bei den Proben nach dem 13.06., warum sagt Ortega das nicht, es gibt Zeugen, die Michael dort gesehen und gehört haben, warum sagt er, dass Michael nicht da war….? ….Ich bin verunsichert mit Ortega, er mag und libet Michael, aber er arbeitet auch für AEG und sagt nicht die volle Wahrheit……

    3. Molignon

      Michael hat auch Dirty Diana bei den Proben performt, auch das leugnet Ortega, auch dafür gibt es Zeugen…..MJ hat alle Songs bei den proben live gesungen, auch das wird abgestritten……ich weiß nicht, warum sie ihn so schlecht darstellen….. 🙁 … es betrübt mich….

    4. Jutta Müller

      Propofol vorläufig eingestellt. Ich beziehe mich auf die Aussagen von Dr. Conrad Murray gegenüber Detective Orlando Martinez. Michael Jackson erhielt in der Nacht vom 22. Juni 2009 25 mg Propofol mit Lorazepam und Midazolam. Und in der Nacht vom 23. Juni 2009 nur Lorazepam und Midazolam. In beiden Nächten konnte er schlafen. Da Conrad Murray keine Aufzeichnungen über seine Behandlungen gemacht hat, ist das nicht überprüfbar. Seine Aussagen können stimmen. Sie können aber auch nicht stimmen. Die letzten drei Tage vor seinem Tod erhielt Michael Jackson zwei oder drei Injektionen Demerol. Bestätigt von Michael Amir Williams. Gegenüber Fakeem Muhammed äusserte sich dazu Michael Jackson. Er sagte, dass dies wegen „skin diseases“ notwendig sei. „My doctors tell me that I have to go, so I go“. Wahrscheinlich wird Dr. Arnold Klein damit gemeint sein. Williams und Muhammed waren am 25. Juni 2009 in der Villa anwesend. Zu Dr. Stuart Finkelstein ist anzumerken, dass er ein Freund von top AEG Live executive Paul Gongaware ist.
      12. Juli 2013 Jutta Müller

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